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Angebot

Margaretes neue Montagssänger

Wie aus einem Konzert ein neues Angebot im Waldmünchner MGH wird – und was drei Kirchenchöre mit der Sache zu tun haben.
Von Petra Schoplocher

Was im Hause Hetzelein wunderbar funktionierte, soll auch ab Montag im Mehrgenerationenhaus klappen: Kaum hat die Musikerin und Chorleiterin die ersten Liedtöne erklingen lassen, wird „drauf los“ gesungen. „StimmMitEin“ heißt das Angebot, das Rosmarie und Josef Kärtner (links) angeregt haben und das sich „an alle, die gerne singen“ richtet. Da probiert sogar Konrad Hetzelein, sonst eher Konsument, gleich mal mit. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Rosmarie Kärtner wäre nicht Rosmarie Kärtner, wenn sie nicht versuchen würde, eine Idee in die Tat umzusetzen. So ist es zu erklären, dass ab der kommenden Woche ein neuer Termin im regelmäßigen Kalender des Mehrgenerationenhauses auftauchen würde: StimmMitEin, heißt er – und ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Es war an einem Sonntagnachmittag, als Rosmarie und Josef Kärtner ein Volkssingen in Regensburg besucht haben. „Es war mitreißend“, sagen die beiden Geiganter Monate später in Margarete Hetzeleins Wintergarten noch so begeistert, als lägen die zwei musikalischen Stunden erst einen Wimpernschlag zurück. So mitreißend, dass sich das Ehepaar überlegt hat, ob sich Derartiges nicht auch in Waldmünchen machen ließe. Es lließ sich nicht zuletzt durch Rosmarie Kärtners Kontakte. Denn in diesen war Margarete Hetzelein gespeichert, die die Geiganter als Nachfolgerin für den scheidenden Kirchenchorleiter angefragt hatten. Die Loiblingerin sagte damals den folgenschweren Satz, dass sie den Kirchenchor wegen Terminüberschneidungen nicht übernehmen könne, „aber einen anderen“.

Eine reizvolle Aufgabe

Margarete Hetzelein in ihrem Element: Neben dem Pemflinger Kirchenchor leitet sie den der evangelischen Kirchengemeinde Cham, der hier bei einem Konzert zum Ausklang der Weihnachtszeit singt.Foto: Archiv, cdg

„Das war ihr Fehler“, schmunzelt Rosmarie Kärtner, die am Ostermontag diesen Jahres mit ihrer Idee bei der studierten Kirchenmusikerin angefragt hatte. Margarete Hetzelein erinnert sich nicht nur an das Datum genau, sondern auch an ihre erste Reaktion. „Klang reizvoll“, meint sie. Während sie sich um die musikalischen Anforderungen keinerlei Gedanken gemacht hat, galt ihre Sorge der Technik. Schließlich sollen die Liedtexte, so hatten es Kärtners erklärt, an die Wand „geschmissen“ werden, damit die Sänger vom Blick in Bücher und Noten befreit sind und „einfach drauf los“ singen können.

Genau das ist das Rezept von StimmMitEin. Locker und ohne Druck sollen die Teilnehmer zusammenkommen „und es macht auch nichts, wenn man mal einen Ton nicht trifft oder eine Zeile auslässt“, unterstreicht Josef Kärtner. Kein Eintritt, kein Liederbuch, „jeder kann so kommen, wie er ist“, eine Hemmschwelle gibt es nicht. Denn im Mittelpunkt steht die Freude am Singen, denn „Singen macht Spaß“.

„Du kannst gar nicht anders, du wirst mitgerissen.“

Josef Kärtner

Unter diesen Kriterien hat Margarete Hetzelein die ersten Lieder ausgewählt und teils in leichter singbare Höhen transferiert: Schlager, Evergreens, Volkslieder, „die jeder kennt“. Und folglich sofort mitschmettern kann. Rote Lippen soll man küssen, Obladi-Oblada, Mein Vater war ein Wandermann... – Aus dem Vorschlag von Josef Kärtner, mit 100 Liedern zu beginnen, sind schnell 230 geworden, deren Texte nun unter Mithilfe des Geiganters so aufbereitet sind, dass sie im MGH problemlos projiziert werden können.

Apropos MGH: Dort traf Rosmarie Kärtner mit ihrer zupackenden Art auf zwei Gleichgetaktete, Projektleiterin Susanne Nock und Mitarbeiterin Kristina Schlaegel. „Die waren total zackig und haben das Ganze gleich fest gemacht“, erzählt Kärtner beeindruckt vom ebenso unkomplizierten wie produktiven Treffen der Protagonisten.

Ob Margarete Hetzelein den Verbesserungsanspruch, den sie für ihre Arbeit mit Musikschülern und ihren Chören hat, einfach ausschalten kann? „Das weiß ich noch nicht“, meint sie mit einem Lächeln – wenn sie ihn verspürt, will sie die Teilnehmer das aber nicht spüren lassen, hat sie sich vorgenommen, schließlich lautet die Maxime: Freies Singen, ohne Verpflichtung.

„Gar nicht eingestaubt“

Eine andere Mission, die sie mit ihren beiden Kirchenchören verfolgt, möchte sie aber dezent auch bei StimmMitEin unterbringen. „Kirchliche Lieder müssen ganz und gar nicht eingestaubt sein“, stellt sie klar. Dem entsprechenden Image dieser Gesangsgruppen begegnet sie schon länger durch die Auswahl der Stücke. Folglich werden auch die Montagssänger das ein oder andere „Kirchenlied“ auf der Leinwand finden.

Im Hause Hetzelein funktioniert die spontane und durch Konrad Hetzelein verstärkte Demonstration, wie schnell sich nach Erklingen der ersten Klaviertöne fröhlicher Gesang im Raum breitmacht. „Du kannst gar nicht anders, du wirst mitgerissen“, vergleicht Josef Kärtner noch einmal den Bogen zurück zu jenem Sonntagnachmittag in Regensburg. Den ersten von „hoffentlich vielen fröhlichen“ Nachklängen und den Beweis, dass das funktioniert, gibt es am Montag.

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