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Region Cham
Mittwoch, 13. Dezember 2017 10

Auftritt

Martin Frank erzählt von seiner Oma und singt Arien

Der 25-jährige Kabarettist begeisterte das Publikum in der Falkensteiner Schulturnhalle mit seinen Beobachtungen aus Stadt und Land.

Martin Frank animiert das Publikum zum Mitsingen. Foto: rto

Falkenstein.Dem Tourismusbüro Falkenstein ist es gelungen, den Hutthurmer Martin Frank für einen Kabarettabend in der Schulturnhalle zu verpflichten und landete damit einen Volltreffer. Von Anfang an begeisterte der 25-jährige Kabarettist mit „Alles ein bisschen anders“ sein Publikum. Die gut 90 Besucher mussten ihr Kommen also in keiner Weise bereuen.

Nachdem er von der Bürgermeisterin Heike Fries – sie nutzte ihre Begrüßung auch, dem Künstler zum Namenstag zu gratulieren – angekündigt wurde, betrat er die Bühne und absolvierte mit den Zuschauern erstmal ein „Warm-up“, wie beim Saalpublikum im Musikantenstadl von Florian Silbereisen. Damit war eigentlich das Eis schon gebrochen – und er wurde fast schon frenetisch begrüßt, als er die Bühne dann endgültig in Besitz nahm.

Was der junge Kabarettist dann gute zwei Stunden unter dem Motto: „Alles ein bisschen anders“ abzog, war unglaublich. Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald und nach strengen Regeln und sehr anständig von seiner Oma erzogen, hat er den Sprung in die Landeshauptstadt gewagt. Hier will er seinen Traum, Opernsänger zu werden – „mein Papa meint immer noch, dass ich in der Zentrale vom Bauernverband arbeite“ –, endlich wahr werden lassen. Beim Versuch, sich in München zu integrieren, aber prallen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. So denkt er beim Gedränge an der U-Bahn immer an die Mahnung seiner Oma: „Martin, erst kommen d’Rindviecha, dann kommst Du.“

Herrlich seine hintersinnig ironischen Parodien auf die gestressten Hauptstadt-BewohnerInnen, seine Eroberungen in Single-Plattformen unter dem Pseudonym „einsamer Gummistiefel“ oder seine Dialoge mit Partygästen und Fitnessclubbesuchern.

Martin Frank gelingt es, das Publikum volle zwei Stunden auf höchstem Niveau in Spannung zu halten. Köstlich, wie er die Neugier und den Voyeurismus des Publikums auf Hochspannung hält, wenn er vom Urlauberpaar Hans und Peter auf dem heimischen Bauernhof erzählt, das von der Oma im Weinschorlenschwipps „ausgequetscht“ wird, wie das mit zwei Männern so geht – bis man bei der Pointe fast platzt vor Lachen. Er wechselt in atemberaubendem Tempo von der Stadt zum heimischen Bauernhof und zurück und reißt dabei sein Publikum mit, ohne diffamierend oder verletzend zu sein.

Endgültig überwältigt ist man, wenn er dann mit herrlicher Stimme Opernarien anstimmt, die er geschickt ins Programm einbaut, und den Tontechniker noch affektiert auf gut Boarisch anweist: „push the button“ . So ironisch wie zu Beginn endete der Abend auch bei der Zugabe, nämlich „mit Körperkontakt“ à la Musikantenstadl. Selbst übertroffen hat Frank sich bei der letzten Zugabe mit einem Finale furioso auf Spanisch – der Saal tobte. Das Publikum war komplett aus dem Häuschen. Der Abend war ein voller Erfolg. (rto)

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