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Region Cham
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Wirtschaft

Maßarbeit für die Firma nach Wunsch

Das Hyundai-Autohaus Breu siedelt um nach Cham-Süd und baut den Mitarbeitern Arbeitsplätze, so wie die sie sich vorstellen.
Von Johannes Schiedermeier

In Cham-Süd, direkt an der Kreuzung zwischen B 85 und B 20, haben schon die Erdarbeiten für das neue Autohaus begonnen. Foto: Schiedermeier

Cham.Stellen Sie sich Folgendes vor: Ihr Chef kommt auf Sie zu und sagt: „Beschreib mir Deinen Arbeitsplatz, ich baue den dann!“ – Schön wär’s? Passiert ist das im Hyundai-Autohaus Cham. Dort kam Thomas Breu auf seine Mitarbeiter zu und fragte sie nach den konkreten Wünschen für einen neuen Arbeitsplatz. Heute, ein gutes Jahr später gibt es davon einen Plan. Er bringt jedem der 15 Mitarbeiter die gewünschten Vorteile, hat ausgeklügelte Sichtachsen und noch einen weiteren Effekt, den sich jeder Chef wünschen würde: „Jeder freut sich auf den Umzug und alle haben sich eingebracht, vom Verkäufer bis zu Mechaniker“, sagt Thomas Breu.

Neubau auf 8300 Quadratmetern

Für das aufstrebende Familienunternehmen ist es am Stammplatz in der Further Straße zu eng geworden. Foto: Schiedermeier

Der Chef selbst freut sich auch. Dabei ist der Standort in der Further Straße eindeutig 1a. Er liegt gegenüber der neuen Stadthalle und recht verkehrsgünstig. Allerdings hat er einen gravierenden Nachteil: Die Firma ist rausgewachsen. „Alles ist inzwischen zugestellt. Wenn auch nur einer falsch parkt, kann die halbe Firma blockiert sein. 2500 Quadratmeter Grundstücksfläche sind für das aufstrebende Unternehmen einfach zu wenig geworden.

Wenn eine Punktlandung gelingt, soll am 15. Oktober 2018 der Umzug gelaufen sein. Dann werden 8500 Quadratmeter zur Verfügung stehen und die Firma wird direkt an der Abfahrt Cham-Süd an der B 85 stehen, wo täglich rund 20 000 Fahrzeuge an der Ausstellungsfläche vorbeifahren. Eine taktisch kluge Wahl. Breu ist zuversichtlich, dass alles klappt: „Wir haben eine ganze Reihe von Anfragen von renommierten Chamer Baufirmen, die sowas auch wirklich stemmen können!“

Das Unternehmen steht auf gesunden Beinen. 3,5 Prozent Marktanteil hat Hyundai bundesweit. Breu hat in Cham zehn Prozent und samt Umland 5,5. „Wir haben mit 50 Neuwagen und 30 Gebrauchten angefangen. Heute, 25 Jahre später, haben wir 180 Neuwagen und 180 Gebrauchte. Wir verkaufen rund 25 Fahrzeuge pro Monat“, rechnet er vor. Der Druck erhöht sich noch dadurch, dass Hyundai in die Transporter-Schiene einsteigen will. „Dann brauchst du noch mehr Platz und eine höhere Werkstatt, damit solche Wagen auch auf die Hebebühne können“, sagt Breu.

Komplettiert wird die Planung durch eine große verglaste Ausstellungshalle, großzügige Werkstätten, Verkaufsräume und eine Waschanlage. Auch die Lagerflächen werden größer. Das ist dringend. „Wenn wir heute 800 Reifen von Kunden lagern, dann sind wir bis unter das Dach voll. In Cham-Süd können es bis zu 2000 sein. Kein Problem. Dazu kommen 200 Stellplätze. Ein Traum im Vergleich zu den derzeitigen engen Platzverhältnissen.

Das Familienunternehmen Breu

  • Die Gründung:

    Die Firma Breu existiert seit 1959. Das Hyundai- und Autogeschäft kam 1993 hinzu.

  • Die Erweiterung:

    Seit seiner Gründung existiert das Autohaus in der Further Straße gegenüber dem städtischen Stadion. Aktuell wird in der Nachbarschaft die neue Stadthalle gebaut. Nun will das Unternehmen aussiedeln und erweitern.

  • Der Neubau:

    Im Gewerbegebiet Cham-Süd soll das neue Hyundai-Autohaus direkt an der B 85 neben der Abfahrt entstehen. Es liegt unterhalb des bereits bestehenden Werks von Müller-Präzision. An der Ausstellungsfläche fahren täglich rund 20 000 Autos vorbei.

  • Die Vorteile:

    Jeder Mitarbeiter erhält einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz. Das Unternehmen expandiert von 2500 auf 8300 Quadratmeter. Dann wird es 200 Parkplätze, eine große verglaste Ausstellungshalle und eine Waschanlage geben. Auch die Werkstatt wird vergrößert, um die neue Transporter-Schiene von Hyundai unterbringen zu können.

  • Das zweite Standbein:

    Das zweite Standbein des Familienunternehmens Breu ist die Landwirtschafts-Firma. 2003 hat Thomas Breu die benachbarte Landmaschinen-Firma Strohmeier gekauft, 2010 den Grund des Nachbar-Unternehmens Saborowski. So gewann er in der Stadt 10 000 Quadratmeter Fläche.

Passt zur Firmen-Philosophie

Breu weiß, dass die Immobilie in der Innenstadt trotzdem ihren Wert hat. „Das liegt 1a und wird auch so verkauft“, sagt er. Inzwischen gebe es dafür auch einige Interessenten. Einer davon ist die Stadt Cham selbst, die bereits das Nebengrundstück besitzt, das als Volksfest-Parkplatz genutzt wird.

Der neue Schritt passt zur Unternehmens-Philosophie. „Ich bin bekannt dafür, dass ich in kleinen Schritten vorwärtsgehe. Ein Riesenschritt und nächstes Jahr nicht mehr da, das wäre nicht meine Art“, sagt der Chef. Auch familiär stehen die Chancen auf Nachfolger gut. Seine beiden Kinder (acht und zwölf Jahre) interessieren sich heute schon für Auto, Bulldog und Co.. „Wenn es anders kommt, dann kann man ein gut aufgestelltes Unternehmen auch leichter verkaufen“, sagt Breu.

Folgerichtig hat er vorgesorgt, dass auch das landwirtschaftliche Standbein des Familienunternehmens auf solidem Grund steht. 2003 kaufte er die Landmaschinenfirma Strohmeier und kurz darauf den Grund des angrenzenden Unternehmens Saborowski. Damit gewann er rund 10 000 Quadratmeter Fläche in der Stadt. „Das Thema ist so auch geregelt“, sagt er. Breu ist zufrieden: „Für die Zukunft der Unternehmer-Familie war das eine gute Entscheidung. Und für das Unternehmen auch!“

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