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Region Cham
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Szene

Matthias Meier geht bei Videodreh baden

Für sein neues Musikvideo hat der Kabarettist in Bad Kötzting abgelegt. Sehr zum Leidwesen eines pinken Flamingos.
Von Michael Gruber

Bad Kötzting.Jeder kennt sie – die alten Kalauer aus dem Youtube-Universum: Da ist das Panda-Baby, das so putzig niesen muss. Oder diese eine schwarze Katze im Stimmbruch, die bei genauem Hinhören „Oh Long Johnson“ aus der Kehle schnurrt. Wie es aber ist, bei der Geburtsstunde eines Slapstickschlagers dabei zu sein? Das gab es am Sonntagabend im Aqacur in Bad Kötzting zu erleben.

Nach Badeschluss hat sich dort einer der wenigen Zweibeiner aus unserer Gegend eingefunden, der es mit der Spaßkonkurrenz aus dem Internet aufnehmen kann: Matthias Meier heißt er, 36 Jahre ist er alt und als einer der Gründer von der Da Huawa, da Meier und I hat sich der Riedinger für seinen neuesten Solo-Streich in die „größte Waschmaschine der Menschen im Bayerwald“ gewagt, wie er sagt.

„I scheiß ma um goa nix“

Kapitän Meier ließ sich mit vier Damen auf dem Schlauchboot übers Schwimmerbecken ziehen. Die Regie warnte die Komparsen zwar vor einem „Masseproblem“, bis auf einige nasse Hintern kehrte die Mannschaft aber unversehrt zum Beckenrand zurück. Fotos: Gruber

Dort ist der Kabarettist mit seinem Assistenten, einem Kameramann, vier reizenden Damen und ulkigen Requisiten angerückt, um das Musikvideo zum neuesten Song aus seinem Soloprogramm „Ausgewogen“ zu drehen. Und schon der Titel verrät viel darüber, was seine Fans erwartet: „I scheiß ma um goa nix“. Diesen Song gab es bisher nur live zu hören, wenn der Meier auf der Bühne über seine erste große Liebe sinniert: Kleopatra Schädlbauer heißt die Dame, die er eines Abends in der Taverne kennenlernt.

Für das Video hingegen ließ sich der Riedinger Spaßvogel vom Traumschiff und von seinem Fundus alter Internet-Bestellungen inspirieren: „I hab no a altes Elektroschlauchboot und an pinken Plastikflamingo daheim g’habt“, sagt der Meier. „Wär’ doch komisch, wenn i damit durchs Schwimmerbecken fahr’, dacht i mir.“

Mit dabei beim Musikvideo-Dreh in Bad Kötzting

Und wo der Meier Recht hat, hat er Recht: Verkleidet in Matrosenuniform tanzte er mit vier Damen zur Playbackmusik über den Beckenrand, posierte mal im Gummiboot, mal vor dem Piratenschiff des Kinderbereichs für die Linse von Kameramann Daniel Ehlis, den Meier schon für sein letztes Video „Augustiner“ eingespannt hatte.

„Ausgewogen“ heißt das Soloprogramm, mit dem der Mitbegründer von „Da Huawa, da Meier und I“ seit Anfang des Jahres auf den Bühnen Bayerns unterwegs ist. Für den Videodreh seines Songs „I scheiß ma um goa nix“ hat Meier spontan in die Kostümkiste gegriffen. Fotos: Gruber

Wie die Geschichte am Ende aussehen soll? Ergibt sich eher spontan, wie Meier sagt und entsprechend sieht auch das Drehbuch aus: „Szene mit Mädels im Boot“, Baywatch-Szene“ und andere Stichpunkte hat Meier zur Gedächtnisstütze auf die Hinterseite eines Kabaretttickets gekritzelt. Der Zufall schreibt eben die besten Gags, spätestens wenn ein Mann wie er mit Trompete auf den Flamingo steigt, dessen zulässiges Gesamtgewicht wohl bei 80 Kilo liegen dürfte.

Als die Kamera läuft, bläst der Riedinger die ersten Töne von Amazing Grace durch das Horn. Nur seinem Wassergefährt gefällt das nicht und es reckt mit einem Streich die „Hufe“. Platsch geht der Kapitän baden – zum Gelächter und Applaus des Publikums. Doch wissen die Profis, worauf es ankommt, wenn ein Kabarettist untergeht: „Hauptsache der Trompeten geht’s guad“, heißt es aus der Regie.

Da Meier und sei Monat – hier lesen Sie die Kolumnen von Matthias Meier für unser Medienhaus

Ausgewogen mit der Wampe

Das Drehbuch für das Video hat Meier kurzer Hand auf die Rückseite eines Kabarett-Tickets gekritzelt. Darunter eine Fahrt auf dem Schlauchboot über das Becken, eine Tanzeinlage und eine Szene vor dem Piratenschiff im Kinderbereich. Der Rest blieb der Improvisation überlassen. Fotos: Gruber

Mit dem Thema der Schwerkraft setzt sich Meier ohnehin schon ausführlich auf der Bühne auseinander: „Ausgewogen bin i inzwischen“, erklärt der Kabarettist den Titel seines Soloprogramms, mit dem er seit Anfang des Jahres auf den Bühnen Bayerns unterwegs ist. „Mal wieg i 20 Kilo mehr, mal 20 Kilo weniger.“ Mit einer Mischung aus Typenkabarett, Slapstick und Komödie möchte sich der Mitbegründer von Da Huwa, da Meier und I auf die Fährten seiner großen Vorbilder machen: Otto Waalkes und Gerhard Polt heißen sie und für Meier bedeutet das einen Spagat „zwischen haarsträubenden Witzen und Hintersinnigkeit“.

Kameramann für das Musikvideo war Daniel Ehlis, ein Hobbyfilmer aus Regensburg, der schon beim Dreh von Meiers letztem Youtube-Video „Augustiner“ mitgewirkt hat. Lange Vorbereitungen gab es für das Shooting nicht – spruchreif war die Aktion erst am Freitag vor Drehbeginn. Fotos: Gruber

Für sein Soloprogramm hat der Kabarettist noch zwei weitere Videos im Ärmel, die bald im Netz veröffentlicht werden. Sie drehen sich um die Schlagergöttin Helene Fischer, auf die sich Meier auf der Bühne einschießt: Von seiner Frau ließ Meier sich vor der Kamera mit einem Weihnachtsbaum verprügeln. „Sie ist wütend, weil sie als Geschenk eine Helene-Fischer-Konzertkarte bekommen hat“, erklärt der 36-Jährige die Idee. Außerdem ließ sich der Meier im Schlagerlook von einem Baukran in die Höhe ziehen. Wie das aussieht, dürfen seine Fans demnächst im Netz bestaunen.

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