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Mittwoch, 24. Januar 2018 7

Besuch

Mit den Further Fahndern auf Streife

„Aktion Rollentausch“: Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Hopp sah sich die Polizei-Arbeit im Further Grenzgebiet näher an.
Von Monika Kammermeier

MdL Dr. Gerhard Hopp (links) war mit Polizeihauptkommissar Konrad Freimuth (rechts) und Polizeihauptmeister Markus Schwägerl unterwegs. Foto: Kammermeier

Furth im Wald.Erstmals seit vier Jahren wieder hat MDL Dr. Gerhard Hopp im Rahmen der „Aktion Rollentausch“ die Fahndungsgruppe der Schleierfahnder am Dienstagvormittag begleitet. Mit Polizeihauptmeister Markus Schwägerl und Polizeihauptkommissar Konrad Freimuth, dem Leiter der Fahndungsgruppe der Polizeiinspektion Furth im Wald, war er im Further Grenzbereich unterwegs. „Das ist etwas ganz anderes, wenn man mal so einen Arbeitsalltag live mitkriegt“, sagte er und war beeindruckt, wie die verschiedenen Bereiche ineinandergreifen und zum Fahndungserfolg führen. Hopp staunte, mit welch geübten Blick die Fahnder unterwegs sind.

Bürgermeister Sandro Bauer, Thomas Hecht, Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, Polizeihauptkommissar Konrad Freimuth, MdL Dr. Gerhard Hopp und Polizeihauptmeister Markus Schwägerl (v. li.) Foto: Kammermeier

Er bekam auch einen Eindruck davon, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind. Zwei Stunden begleitete Hopp die beiden Schleierfahnder. Mehrere Personen und Fahrzeuge wurden kontrolliert, und bei einem Fahrzeug erlebte Hopp einen so genannten Aufgriff von drei Personen. Das ganze Programm wurde durchgeführt: Kontrolle der Personen, der Gegenstände und Taschen, ein Spürhund war im Einsatz, Alkohol- und Drogentests wurden gemacht, das ganze Programm eben, erzählte Hopp.

Es geht um die Sicherheit

Dabei stellte sich heraus, dass der Fahrer zwar keinen Alkohol konsumiert hatte, aber Drogen genommen und Substanzen dabei hatte. Hopp erlebte, wie die Bereiche Bundespolizei, Zoll und tschechische Polizei gut vernetzt sind und in Zusammenarbeit gemeinsame Ermittlungsansätze haben.

Diese Arbeit sei wichtig, schließlich gehe es um die Sicherheit in der Grenzregion und die Sicherheit der Bürger, sagte Hopp. Polizeioberrat Thomas Hecht, Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, freute sich, dass Politiker kommen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Schleierfahndung sei seit mehr als 20 Jahren ein Erfolgsmodell und präsent.

Hecht sagte auch, dass es wichtig sei, was die Kollegen da draußen bei Wind und Wetter machten, und dass sie für die Sicherheit für Land und Bürger sorgten. Hopp bestätigte, dass die Sicherheit ein wichtiges Thema für die Bürger sei, gerade in der Grenzregion. Man stehe hinter der Polizei und wisse, dass gerade an der Grenze genügend Personal und gute Ausstattung nötig seien. Der Etat sei in den Haushaltsverhandlungen um ein Drittel erhöht worden. Mehr als 800 Millionen Euro wurden für die Sicherung im Doppelhaushalt veranschlagt. Personal wolle man mit 500 Plätzen pro Jahr neu schaffen und ausbilden. Er habe an diesem Tag mitbekommen, wie die Fahnder im Team und hochprofessionell arbeiten, sagte Hopp. Er war dabei, aber hatte einen gebührenden Abstand bei dem Zugriff. Eigenschutz sei oberstes Gebot. Das Schlimmste, was geschehen könne, sei ein Messerangriff, sagte Konrad. Deshalb wahre man grundsätzlich genügend Distanz. Hecht sagte, dass die Verzahnung der Bereiche wichtig sei, und auch eine langjährige Erfahrung und Vernetzung, um erfolgreich arbeiten zu können. Routine sei eine Gefahr, die unter Umständen tödlich enden könnte. Konrad dankte Hopp, dass er sich Zeit nahm und Einblick erhielt, wie das Arbeiten der Kollegen vor sich geht und von einer guten Ausrüstung unterstützt werden muss. Er sagte auch, dass für die Schleierfahndung nur spezielle Menschen geeignet seien. Man brauche den erfahrenen, eher 35-Jährigen, der mit Herzblut an die Sache gehe und im Team arbeiten könne, keine Einzelkämpfer. Hier habe man ein gutes Team, das mit vollem Engagement dabei sei.

Die Schleierfahndung

  • Der Begriff

    Bei der Schleierfahndung werden verdeckt („verschleiert“) in Form einer allgemeinen Fahndung verdachtsunabhängige Personenkontrollen durchgeführt. Zum Teil wird auch von ereignis- und anlassunabhängigen oder – bei der Bundespolizei – lageorientierten Personenkontrollen gesprochen.

  • Herkunft

    Als Entwickler gilt der unter anderem verdeckte Ermittler Gosbert Dölger, der 1995 Polizeidirektor in Aschaffenburg wurde. Der Begriff Schleierfahndung wurde Ende des 20. Jahrhunderts von Rechtsanwälten wie dem damaligen bayerischen Innenminister Günther Beckstein veröffentlicht.

Drogen und Waffen

Hopp meinte, dass das ein Beruf sei, der mit Leidenschaft ausgeführt werde und Wertschätzung verdiene. „Wir stehen hinter der Polizei und wollen sie nicht in Frage stellen“, sagte der Politiker. Sie leisteten Sicherheit für die Bevölkerung, und in Zeiten wie diesen sei die Schleierfahndung besonders wichtig.

Bürgermeister Sandro Bauer sagte, dass die Bevölkerung die Polizei sehr anerkenne, und dass an der Grenze schon viel abgefangen worden sei. Man kenne als Further die Fahrzeuge und Leute teilweise und wisse auch, welchen Gefahren sie ausgesetzt seien. Bei Aufgriffen gehe es nicht um kleine Delikte, sondern um Drogen, Waffen und größere Dinge. Das Verbrechen suche sich immer neue Wege, denen die Polizei auf die Spur kommen müsse. Drogenhandel sei kein Kavaliersdelikt. Bauer sagte, er habe vollen Respekt für die Arbeit der Polizei und sei der Meinung, dass sie dafür bestmöglichst ausgerüstet sein sollte. Die Diebstahlserie entlang der Grenze beschäftigte die Bevölkerung. Hier wurden höchste Anstrengungen unternommen, um diese zu stoppen. Zur Zeit sei es etwas ruhiger geworden. Weil es um die „Aktion Rollentausch“ geht, bot Hopp den Kollegen der Schleierfahndung Hecht und Konrad an, zu ihm nach München in den Landtag zu kommen.

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