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Projekt

Musik verbindet Generationen

Melanie Kagerer hat für ihre Bachelorarbeit Heimbewohner und Kindergartenkinder zusammengebracht. Dabei profitierten alle.
Von Bastian Schreiner

Heimleiter Anton Müller bedankte sich bei Kindergartenleiterin Andrea Alt, Studentin Melanie Kagerer und Betreuungsassistenten Ludwig Janssen (v. l.) für die gute Zusammenarbeit und lobte die Absolventin für ihre erfolgreiche Abschlussarbeit.Foto: Schreiner

Roding.Melanie Kagerer hat in ihrer Abschlussarbeit das Medium Musik als intergenerativen Dialog zwischen Bewohnern eines Altenheims und Kindergartenkindern untersucht. Neben dem wissenschaftlichen Teil hat die Studentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg regelmäßige Treffen zwischen den beiden Generationen organisiert. Für ihre Bachelorarbeit hat die Walderbacherin die Note 1,3 erhalten, ihr Studium „Soziale Arbeit“ legte sie mit der Gesamtnote 1,4 ab.

Wie Heimleiter Anton Müller bei einem Pressegespräch am Freitag informierte, habe sich Prof. Irmgard Schroll-Decker von der OTH im Herbst 2016 an Dr. Robert Seitz, Abteilungsleiter beim Caritasverband Regensburg, gewandt, um für den Praxisteil einer Abschlussarbeit Möglichkeiten generationenübergreifender Begegnungen und Interaktionen erarbeiten zu können. „Das war der Startschuss für die Kooperation zwischen der Fakultät, dem Kindergarten Hl. Familie und dem Caritas-Altenheim in Roding“, berichtete Müller.

Gemeinsam seien dann Module entwickelt worden, die mit den Senioren und Kindern erprobt und durchgespielt wurden. Jeweils acht Bewohner und Vorschulkinder trafen sich im Heim und sangen Lieder und tauschten Lebenserfahrungen aus. „Am Anfang war das relativ förmlich, doch mit der Zeit wurden die Begegnungen sehr vertraut und innig“, erzählte Betreuungsassistent Ludwig Janssen.

Spontanität und Frohsinn

Zur Person: Melanie Kagerer

  • Studium:

    Melanie Kagerer aus Walderbach studierte an der OTH in Regensburg „Soziale Arbeit“.

  • Abschluss:

    Sie schloss das Bachelor-Studium mit der Note 1,4 ab.

  • Dialog:

    In ihrer Abschlussarbeit hat sie das Medium Musik für den intergenerativen Dialog zwischen Altenheimbewohnern und Kindergartenkindern untersucht.

  • Pläne:

    Die Sozialpädagogin hängt nun den Master-Studiengang „Gerontologie“ an der Universität Erlangen-Nürnberg dran.

Die Verantwortlichen legten dabei Wert auf eine möglichst vielfältige Gestaltung und ließen Jung und Alt Raum für spontane Interaktion. „Wir starteten immer mit einem Begrüßungslied“, sagte Kagerer. Für jedes Treffen hatte sie ein Thema ausgewählt, meist orientierte sie sich an den Jahreszeiten. Egal, ob Kinder- oder Volkslieder, zum Abschluss wurde wieder gemeinsam gesungen. Mit jeden Termin sei der Frohsinn und die Spontanität gewachsen.

Viel Freude hätte sowohl den Bewohnern als auch den Kindern der Austausch von Erinnerungen und Alltagserfahrungen bereitet. Beispielsweise erzählten die Senioren, mit welchen Dingen sie früher Weihnachtsbäume geschmückt haben. Auf der anderen Seite verrieten die Mädchen und Buben ihre Berufswünsche. Die moderierten Gesprächskreise ließen auch die Vertrautheit wachsen. Bei den Treffen wurde also viel gelacht, gesungen und geplaudert. Während die Bewohner mit den Pflegekräften Plätzchen für die kleine Gäste buken, überraschten die Kinder die Senioren mit selbstgebastelten Geschenken.

Die Emotionen bleiben

„Wir hatten eine positive Grundstimmung, die ist vor allem für demente Bewohner sehr wichtig“, erklärte Janssen. Auch wenn der Verstand fehlt, würde die Emotion bleiben. „Das waren positive Erlebnisse, von denen die Kinder begeistert waren“, bekräftigte die Kindergarten-Leiterin Andrea Alt.

Neben der Erarbeitung der Konzepte und der Durchführung hat Melanie Kagerer auch eine Evaluierung vorgenommen und die Teilnehmer nach dem Projekt in einer kleinen Umfrage um ihr Feedback gebeten. Generationenübergreifende Begegnungen mit Musik und Gesang sowie Gesprächen und Spielen zu gestalten und zu fördern, habe sich als richtig und positiv herausgestellt Damit konnte Kagerer auch die wissenschaftlich erarbeitete Basis ihrer Abschlussarbeit belegen.

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