mz_logo

Region Cham
Samstag, 18. November 2017 5

Musik

Nach der Predigt spielte er AC/DC

Der Besuch des ehemaligen Abtprimas Dr. Notker Wolf in Blaibach hatte für seine Zuhörer im Konzerthaus Erinnerungswert.
Von Alexander Ziereis

Der rockende Abt an der Gitarre Foto: khu

Blaibach.Er ist nicht nur gebildet, erfahren und weltbekannt – Dr. Notker Wolf ist wohl auch der einzige Geistliche, der sich nach dem Gottesdienst die E-Gitarre umhängt und mit einer Rockband Musik macht. Auf Zutun des Blaibacher Steuerberaters Karl Bergbauer durften zuerst die Gläubigen in der Pfarrkirche St. Elisabeth der Predigt des ehemaligen Abtprimas beiwohnen, anschließend trat der 77-Jährgie mit seiner Band „feedback“ im Konzerthaus auf.

Gemeinsam mit BGR Pfarrer Augustin Sperl und Diakon Martin Peintinger zelebrierte Abtprimas emeritus Dr. Notker Wolf die Messe in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Elisabeth.

Wer ist Gott?

Die Frage „Wer ist Gott?“ stellte der Benediktinermönch an den Anfang seiner Predigt. In Jesus sei Gott in der Welt sichtbar geworden und habe durch Predigen und Heilen gezeigt: Wenn Gott unter den Menschen ist, gibt es Grund zur Freude. „Gott lädt ein, aber sie kommen nicht“, so Wolf über die Gesellschaft und nahm Bezug auf das Sonntagsevangelium vom Hochzeitsmahl.

Dr. Notker Wolf regte in seiner Predigt die Gläubigen zum Nachdenken an. Foto: khu

Irdische Sorgen seien oft größer und machen Gott zur Nebensache. „Wir machen uns das Leben selber sauer“ ermahnt er seine Zuhörer und machte dies mit einigen Alltagsbeispielen, wie etwa einem Erbstreit, deutlich. Ermutigend führte der ehemalige Abtprimas weiter aus, dass „je mehr ich auf Gott blicke, umso mehr darf ich mich vergessen.“ Gott sei da, mitten unter den Menschen und wirke viel Gutes in der Welt. Aber besonders freue er sich, wenn wir seine Einladung annehmen und wie er großzügig sind. Mit seinem Abtmotto „Jubilate deo“ rief der Prediger die Gläubigen auf, Gott für das Geschenk des Lebens, des Glaubens und seiner Liebe zu loben und zu preisen. Am Ende der Messe dankte BGR Pfarrer Sperl dem ehemaligen Abtprimas dafür, dass er mit ihm und den Gläubigen den Gottesdienst gefeiert hat und zeigte sich erfreut, dass so viele Gläubige der Einladung zum Gottesdienst gefolgt sind.

Notker Wolf im Konzerthaus Blaibach

Dr. Wolf an der Querflöte Foto: khu

Ab 20 Uhr folgte dann ein Konzert im Blaibacher Konzert- und Kulturhaus, wo die Band „feedback“ überwiegend Eigenkompositionen aber auch Songs unter anderem von ACDC oder Deep Purple spielte. Zu Beginn begrüßte Karl Bergbauer neben dem Ehrengast Dr. Notker Wolf auch BGR Pfarrer Augustin Sperl, Diakon Martin Peintinger sowie viele Mandanten seiner Kanzlei und alle anderen Gäste im Saal. Es sei nach der Geburt seines 6. Enkelkindes sein schönster Tag in diesem Jahr, so Bergbauer – und sein erstes Rockkonzert. Er dankte seinem Steuerberater-Kollegen, der mit Dr. Wolf in einem Chor singt und der diese Verknüpfung hergestellt hat, der Gemeinde, Thomas E. Bauer – der leider nicht hier sein konnte - und allen, die diesen Tag ermöglicht hatten.

Zweieinhalb Stunden Rockmusik

Heiße Gitarrenriffs Foto: khu

„feedback“ läutete den Abend, der zweieinhalb Stunden Rockmusik pur bot, mit Eigenkompositionen wie „Devil´s Paradise“ oder „LSD“ ein, Letzteres war eines der ersten in St. Ottilien komponierten Lieder. Gegründet im Jahr 1976, anfangs noch mit anderem Namen, bestehend aus ehemaligen Studenten des Gymnasiums in Sankt Ottilien bei München ist die Band sehr erfolgreich und auch Dr. Notker Wolf ist bis heute bei vielen Auftritten mit dabei. Neben vielen Konzerten im In- und Ausland hat die Band auch schon mehrere CDs veröffentlicht. „feedback“, das sind Frontmann Ramon „Rogl“ Gläser, Gitarrist Christian „Cheesy“ Ries, Peter Hoffmann an den Keyboards, Lorenz „Lolli“ Doppel am Bass, Ramon Gläser am Schlagzeug und natürlich der ehemalige Abtprimas Dr. Notker Wolf mit Querflöte und E-Gitarre. Es folgten Lieder wie „Sing a Song“, mit dem die Band auch schon bei den „Sternstunden“ im Bayerischen Rundfunk vertreten war, ehe dann Dr. Notker Wolf die Bühne betrat. Zuerst begleitete er „Locomotive Breath“ auf seiner Querflöte, die ihm buddhistische Mönche und shintoistische Freunde Japans geschenkt haben.

Mehr als zwei Stunden Covers und Eigenkompositionen: Der ehemalige Abtprimas Dr. Notker Wolf rockte mit „feedback“ das Konzerthaus. Foto: khu

Das größte Highligh für ihn war der gemeinsame Auftritt mit Deep Purple, so Dr. Notker Wolf. „feedback“ spielte „Perfect Girl“, aber auch Stücke von Deep Purple und AC/DC. Die meisten Lieder aus ihrer eigenen Feder handeln von Krieg, Gewalt und Droge. Nach drei Zugaben spendete Notker Wolf noch allen im Konzertsaal den Segen, bevor im Foyer noch Gespräche mit der Band möglich waren, die auch Bücher und CDs signierten.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht