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Region Cham
Montag, 22. Januar 2018 7

Gebrauchtmarkt

Neue Räume für den Chamer Werkhof

Das Sozialkaufhaus der Diakonie zieht in die Altenstadter Straße 19 um. In der Gartenstraße hat der Ausverkauf begonnen.
Von Andreas May

Freude bei allen Beteiligten über die neuen Räume für den Werkhof, hinten von links ein Werkhof-Mitarbeiter, Wolfgang Rießelmann, Roswitha Mertens, Dekan Walter Kotschenreuther, vorne Oswald Probst, Markus Friedrich sowie Bettina und Michael HellerFoto: May

Cham.Markus Friedrich zeigte sich spürbar erleichtert. Seit Oktober hatte der Projektleiter des Diakonischen Werks gemeinsam mit Geschäftsführer Oswald Probst und weiteren Mitarbeitern intensiv nach einem neuen Standort für den Chamer Werkhof gesucht. Dass die Suche nun erfolgreich beendet worden ist, sei auf mehrere glückliche Begebenheiten zurückzuführen.

Zunächst hatte man 22 potentielle Objekte in der und um die Kreisstadt herum ausfindig gemacht und begann Kontakte herzustellen. Zahlreiche Telefonate, persönliche Gespräche und Verhandlungen waren die Folge. Auch bei Bürgermeisterin Karin Bucher und Landrat Franz Löffler war der Werkhof vorstellig geworden. Bei der Stadt sei man ebenso wie bei allen anderen Anlaufstellen im Rahmen der Suche stets auf offene Ohren gestoßen und habe Unterstützung erfahren. Als entscheidend sollte sich ein Anruf von Wolfgang Rießelmann erweisen. Der Mitarbeiter des Gesundheitsamts wurde durch Presseberichte auf das Problem aufmerksam und erinnerte sich an ein leerstehendes Objekt in der Altenstadter Straße 19.

Verkaufsflächen ähnlich groß

Der Werkhof griff die Idee sofort auf und bereits eine Woche später wurde ein Termin vereinbart. Der Kontakt zum Vermieterehepaar Bettina und Michael Heller wurde hergestellt und eine Objektbesichtigung vorgenommen. Mit etwa 1000 Quadratmetern erwiesen sich die Räume als Glücksgriff für den Bedarf eines Sozialkaufhauses, auch preislich erschien eine Anmietung realistisch. Die Größen der Verkaufsflächen werden somit auch in Zukunft ähnlich ausfallen.

Das Vermieter-Ehepaar Bettina und Michael Heller und Markus Friedrich bei der Mietvertragsunterzeichnung Foto: May

In der Folge der Vorgespräche räumten alle Beteiligten weitere Hindernisse aus dem Weg. Ein Brandschutzkonzept, das mittlerweile abgesegnet wurde, musste erstellt werden. Noch ausstehend ist die Bewilligung des umfangreichen Bauänderungsantrags, aber auch hier sieht es nach positiven Signalen durch die Behörden aus.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Sonderpostenfirma Thomas Phillipps entstand nach und nach eine gute Kooperation. Der Unternehmer Phillipps zeigte sich zunächst wenig angetan von der Idee eines angrenzenden Sozialkaufhauses, wie es am Montag hieß, sah jedoch schnell die Vorteile für beide Seiten. Die Sortimente sollten keine Konkurrenzsituation entstehen lassen. Auch die soziale Komponente wusste letztendlich zu überzeugen.

Durch die Unterschrift unter den Mietvertrag ist nun ein Objekt vermietet worden, das jahrelang als unvermietbar galt. Daran war insbesondere die Parkplatzsituation Schuld. Auch in diesem Bereich konnte sich der Werkhof mit Vermieter und Unternehmer einig werden, die Parkplätze in der Gegend bleiben allerdings knapp.

„Das Sozialkaufhaus schafft nicht nur geringfügige Jobs, sondern bietet auch sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten. Diese sind dem normalen Arbeitsmarkt zuzuordnen.“

Dekan Walter Kotschenreuther

Dekan Walter Kotschenreuther gratulierte den Werkhofmitarbeitern zur Anmietung des neuen Objektes. Er freute sich über den Erhalt der Arbeitsplätze für Menschen, die nur auf den ersten Blick für den ersten Arbeitsmarkt schwer vermittelbar scheinen. „Das Sozialkaufhaus schafft nicht nur geringfügige Jobs, sondern bietet auch sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten. Diese sind dem normalen Arbeitsmarkt zuzuordnen“, so der Dekan. Ein zentraler Gedanke des Kaufhauses sei es, dass Menschen dauerhaft Erfolgserlebnisse durch ihre Arbeit erzielen könnten. Umso essentieller sei die Erhaltung und der anstehende Umzug in das neue Objekt ein Glücksfall.

Arbeitsplätze bleiben gesichert

Der Werkhof der Diakonie

  • Abholung:

    Im Werkhof können alle Dinge, die zu einem Haushalt gehören, angeliefert werden. Wenn nötig, werden diese Sachen auch vom Werkhof-Team direkt abgeholt.

  • Einrichtung:

    Es darf kein Ramsch sein, sondern es sollte sich um moderne Einrichtungsgegenstände handeln.

  • Kleidung:

    Auch Kinder- und Erwachsenenbekleidung und Spielsachen werden nach Prüfung angenommen.

  • Bedingungen:

    Bedingung ist, dass sich alles in ordentlichem Zustand befindet. Einkaufen kann hier jeder.

  • Öffnungszeiten:

    Die Öffnungszeiten im Sozialkaufhaus sind Montag bis Freitag von 10 bis 16 und Samstag von 9 bis 12 Uhr.

  • Stadtteil:

    Das Sozialkaufhaus ist im Jahr 2011 im Stadtteil Katzbach eröffnet worden und war seit 2015 in der Gartenstraße 17 beheimatet.

Zur Zeit beschäftigt der Werkhof drei feste Mitarbeiter ohne Befristung, drei weitere arbeiten mit befristeten Verträgen. Außergewöhnlich ist die geschaffene Arbeitsstelle für Migranten. Insgesamt fünf Menschen mit Migrationshintergrund können hier Beschäftigung finden, zwei Stellen sind noch unbesetzt. Die sogenannten Zuverdienststellen richten sich hingegen an Menschen mit psychischen Problemen. Auch Suchtkranke können sich nach abgeschlossener Therapie für einen solchen Arbeitsplatz bewerben. Die Objekterschließung sichert darüber hinaus ebenfalls die Arbeitsplätze von Praktikanten und ehrenamtlich Tätigen.

Die verbleibenden Tage des Dezembers und den Januar möchte man für die Vorbereitung des Umzugs nutzen. Neben der Rabattaktion können auch wieder Waren angenommen werden. Hier sei man zwar noch selektiv, aber interessierte Personen können, wie gewohnt, Bilder von Waren per E-Mail einsenden. Der Umzug in die neuen Räume stehe dann im Februar bevor. Die Kooperationsbereitschaft des alten Vermieters Georg Rappl wurde von Markus Friedlich sehr geschätzt. Nur so habe man die Möglichkeit, den Umzug zu stemmen und der Zeitfaktor sei kein Hindernis mehr.

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