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Region Cham
Samstag, 16. Dezember 2017 5

Brauch

Nikolaus zu sein, macht Spaß

Vier „Heilige“ und vier Krampusse der Kolpingsfamilie haben in diesem 40 Familien besucht – und erzählen von ihren Erfahrungen.

  • Nikoläuse und Krampusse haben sich fertig gemacht für den Besuch der Kinder. Foto: fsa
  • Diese Kinder hatten keine Angst vor dem Nikolaus und Krampus. Foto: fsa
  • Poldl Ringle war wieder der dienstälteste Krampus. Foto: fsa

Furth im Wald.In der Grenzstadt gehört es zum guten Brauch, dass ein Nikolaus am 5. Dezember Familien besucht. Diese melden sich frühzeitig bei der Kolpingsfamilie an. Gstandne Männer schlüpfen an diesem Tag in ein Nikolausgewand. Erfahrungsgemäß macht ein Nikolausbesuch für Kinder ab etwa drei Jahren Sinn. Es kann auch ein Krampus mit Rute mitkommen, doch dieser soll den Kindern keine Angst machen.

Innerhalb Minuten haben sich die Beteiligten am Dienstagabend im Kolpinghaus als Aushilfs-Heilige verkleidet. Hilfe dazu brauchen sie nicht, denn viele von ihnen machen dies schon seit mehreren Jahren. Als Nikolaus stellten sich diesmal Thomas Meindl, Johannes Igl, Michael Igl und Markus Hirsch in den Dienst der Kolpingfamilie. Aus Hans Hastreiter, Christa Rank, Tobias Hirsch und Luitpold Ringle wurden Krampusse. Den Fahrdienst übernahmen Josef Bauer, Helmut Meindl, Anton Seidl und Alfred Mühlbauer. Insgesamt 40 Familien wurden wieder besucht, alles verlief reibungslos. Bei einigen Familien musste der Krampus vor der Türe warten, um die Kinder nicht zu erschrecken. Verlangt wird für den Auftritt des Nikolauses nichts. Wenn jedoch die Familien eine Spende geben, freut sich die Kasse der Kolpingsfamilie.

Warum schlüpften eigentlich die Erwachsenen ins Nikolaus- oder Krampus-Kostum, entern überhitzte Wohnzimmer und setzen sich der Gefahr aus, von vorlauten Kindern verbal vorgeführt zu werden? „Es macht einfach Spaß, der Besuch der Kinder wird immer zu einen besonderen Ereignis“, lautet die Antwort. „Der Nikolaus ist immer noch eine eine positive Autorität, wenn auch die Kinder im fortschreitenden Alter frecher werden.“

Wichtig ist beim Auftritt, dass die Kleinen ihre Angst verlieren. Spannend ist, dass kein Nikolaus weiß, was ihn bei der Familie erwartet. Manche Kinder freuen sich, andere bekommen weiche Knie. Aber nicht alle Kinder haben Respekt vor dem Bischof mit dem roten Mantel, dem weißen Bart, der Mitra, dem Stab und dem Goldenen Buch.

Der Besuch des Nikolaus läuft in der Regel so ab: Die Kinder werden mit ihren guten oder weniger guten Eigenschaften konfrontiert. Nicht alle haben den nötigen Respekt, doch die meisten versprechen Besserung. Die Kritik an die Kinder beinhaltete alles Mögliche: Vom nicht aufräumen ihrer Zimmer, bis zum mangelnden Zähneputzen über das Unpünktlichsein bis hin zum Unfolgsamsein. Trotz aller mahnenden Worte werden die Kinder schließlich beschenkt. Ab diesem Zeitpunkt sind die Kinder mit dem Nikolaus oft auf Du und Du. (fsa)

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