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Region Cham
Dienstag, 21. November 2017 10

Gericht

Plakate der Disko-Konkurrenz geklaut?

Verschwanden 600 Plakate in einer einzige Nacht? Das glaubte selbst der Staatsanwalt nicht: Freispruch vor Chamer Amtsgericht

Freispruch gab’s vorm Chamer Amtsgericht für eine Diskobetreiberin, der vorgeworfen wurde, sie habe die Plakate der Konkurrenz verschwinden lassen. Foto: dpa

Cham. In der Nacht zum 26. November 2016 soll eine 44-jährige Frau aus Oberbayern mehrere Plakate von öffentlichen Flächen, unter anderem in Cham, gestohlen haben. Die Inhaberin einer Diskothek soll damit versucht haben die beworbene Konkurrenz zu schädigen. Insgesamt seien 600 Plakate Nacht abhanden gekommen, alleine der Schaden in der Novembernacht beliefe sich auf 720 Euro.

Beim Prozess vor dem Chamer Amtsgericht verweigerte die Angeklagte die Aussage. Der Geschädigte, ein Plakatierer aus Cham, beschrieb das Ärgernis der Diebstähle. Immer wieder seien ihm aufgehängte Plakate in der ganzen Region abhanden gekommen. Teilweise habe er einige seiner Schilder bei Fahrten durch den Chamer Landkreis in Straßengräben gesehen, andere seien erst gar nicht mehr aufgetaucht.

Aus seiner Sicht erstaunlich sei, dass nach seiner Anzeige bei der Polizei gegen die Angeklagte die Diebstähle unmittelbar aufhörten. Die gefundenen Plakate konnte er zweifelsfrei identifizieren, da sie mit einem speziellen Draht versehen waren, der exklusiv für die Montage seiner Werbung verwendet wird. Auf Nachfrage gab er zu Protokoll, dass er etwa 2000 Plakate pro Woche anbringt. Der Verteidigung meldete von Beginn an Zweifel an der Anklage an. Sie stellte zunächst die Frage wie die Mandantin alleine und unbemerkt 600 Plakate in einer Nacht an sich genommen haben soll.

Darüber hinaus sei prinzipiell unklar, wie die Verbindung zur Mandantin zustande kommen soll. Die Diskothekenbesitzerin sei zwar irgendwann beim Abmontieren von Plakaten beobachtet worden, auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft musste der Geschädigte aber einräumen, dass es für besagte Nacht keine Zeugen gab.

Die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass die Beweislage für eine Verurteilung in keinem Fall ausreiche, und beantragte Freispruch. Die Verteidigung schloss sich natürlich an.

Richter Wolfgang Voith reagierte in seinem Urteil den Anträgen entsprechend: Freispruch. (cai)

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