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Region Cham
Sonntag, 22. Oktober 2017 12° 7

Wahlkampf

Radweg- und Rektorenmangel

Karl Holmeier, Franz Löffler und Dr. Gerhard Hopp stellen sich bei Podiumsdiskussion den Sorgen der Rimbacher.

MdB Karl Holmeier, MdL Dr. Gerhard Hopp sowie Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler standen drei Stunden lang den Rimbachern Rede und Antwort. Foto: kvo

Rimbach.Prominent besetzt war der Diskussionsabend des CSU-Ortsverbands unter dem Motto „Jetzt red ´s ihr und wir hör´ n zu“ am Dienstag im Kollmerhof in Rimbach. Mit MdB Karl Holmeier, MdL Dr. Gerhard Hopp, sowie Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler standen drei Gesprächspartner Rede und Antwort. Drei Stunden lang hörten sich die Politiker die Fragen der Zuhörer an und nahmen dazu Stellung.

Ob die Rektorenstelle an der Grundschule in Rimbach wieder besetzt wird, wollte der erste Fragesteller wissen. Für die Rektorenstelle in Rimbach sei keine Bewerbung gekommen, da die damit verbundene Mehrarbeit zu wenig honoriert werde, antwortete Dr. Gerhard Hopp.

Übertrittsquote in Ordnung

Landrat Franz Löffler war mit der vergleichsweise geringen Übertrittsquote in das Gymnasium durchaus zufrieden. Was nütze es schließlich wenn viele Kinder ins Gymnasium gehen, dort aber nicht zurecht kämen. Der Landrat sprach sich dafür aus, in kleineren Orten die Grundschule zu erhalten, „wenn es irgendwie geht“. Die vor Jahren stark umstrittenen Kombiklassen beispielsweise hätten sich mittlerweile zu einem praktikablen System entwickelt. Zur Zukunft der Schülerbeförderung sagte Löffler, dass via App eine Mitfahrgelegenheit angeboten oder abgerufen werden kann. MdB Klaus Holmeier ergänzte, dass Bildung Ländersache sei und bleiben müsse.

Eine weitere Frage bezog sich auf den Bau von Radwegen, konkret den Lückenschluss zwischen dem Regental- und dem Chambtalradweg, da Rimbach nicht an das Radwegenetz angeschlossen sei. Dies könnte dann auch mehr Bereitschaft mit sich bringen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Bezüglich dem Bau von Radwegen und auch Ladestationen für E-Bikes gebe es Förderprogramme. Löffler bot zum „Lückenschluss“ über Rimbach nach Furth im Wald an, sich mit der Gemeinde zusammenzusetzen. Angesprochen wurde weiter, dass die Umstellung von Analog- auf Digitalempfang gerade auch im Lamer Winkel nicht optimal sei. Im Sinne der Gleichwertigkeit der Regionen sollte hier Abhilfe geschaffen werden.

Gehört der Wolf in den Wald?

Die Frage nach der Regulierung von Schäden durch Biber war ein weiteres Thema. Während die Schäden von Privatpersonen durch Ausgleichszahlungen entschädigt werden, bekommen Kommunen keine Entschädigung. Löffler bekannte sich klar zur Arterhaltung. Wenn aber die Natur aus dem Gleichgewicht komme und Schaden entsteht, der nicht mehr reparabel sei, dann müsse eingegriffen werden. Hier stelle sich auch die Frage ob der Wolf zu unserer Heimat gehört. Bei Treffen mit Landratskollegen aus Regionen, in denen es Wolfsrudel gibt, habe er erfahren, dass es durchaus nicht so unproblematisch sei, wie es von den Befürwortern vermittelt wird. Zu Schäden durch Unwetter erklärte der Landrat, dass alles was versicherbar sei auch versichert werden müsse.

Dem Hinweis, dass im ländlichen Raum Fachpersonal in Firmen fehle und Geschäfte schließen, weil viele in die Städte abwandern, stellte Landrat Löffler entgegen, dass der Landkreis Cham seit vier Jahren wieder steigende Einwohnerzahlen verzeichnen kann. Durch die Ansiedlung von Unternehmen die hochwertige Arbeitsplätze bieten, habe sich der Arbeitsmarkt verbessert. Gleichzeitig müsse aber darauf geachtet werden, dass ein Einwanderungsgesetz nicht jedem die Tür nach Deutschland öffne.

Einkaufen – dezentraler wird’s nicht

Was getan werden könne um die Einkaufsmöglichkeit zu verbessern, nachdem es in Rimbach keinen Lebensmittelladen mehr gibt? Hierzu erklärte Bürgermeister Ludwig Fischer, dass keine Lebensmittelkette Interesse an Ansiedlung habe. Ein Markt fragte an, aber dann scheiterte das Vorhaben an der Grundstücksfrage. Von Seiten der Gemeinde werde seit geraumer Zeit die Möglichkeit angeboten, mit einem Bus zum Einkaufen zu fahren. Dies werde gut angenommen und wohl auch weiter so praktiziert. Landrat Franz Löffler ergänzte dazu, dass Verbraucher ein üppiges Angebot, möglichst einen Parkplatz vor der Tür und günstige Preise wollen. Dies können kleine Läden nicht immer bieten. Zudem sei der Online-Versandhandel auf dem Vormarsch. Auch hier haben die ortsansässigen Geschäfte wenig Chancen dagegen zu halten.

Zur Flüchtlings- und Asylpolitik kam eine konkrete Nachfrage zur Abschiebung von jungen Männern aus Äthiopien. Diese seien arbeitswillig und bereit sich zu integrieren, aber die Identität sei nicht geklärt. Löffler lobte die ehrenamtlichen Helfer, wofür ihnen großer Dank gebühre. Im Landkreis Cham gebe es derzeit 1600 Asylbewerber deren Recht auf Asyl geprüft werde.

Menschen, die aus Ländern kommen, die nicht als gefährlich eingestuft wurden, werden zurückgeschickt. Dies sei wohl nicht immer zu verstehen, aber man müsse eine klare Linie praktizieren. Gerade was straffällige Asylbewerber betreffe, wie das Beispiel Arnschwang zeige, müsse konsequent gehandelt werden. Es gelte deutsches Recht und Leitkultur, woran sich Asylbewerber halten müssten. (kvo)

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