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Region Cham
Montag, 11. Dezember 2017 3

Aktion

Rodings XXL-Stollen nimmt Form an

Für den guten Zweck kreieren drei Bäcker Rodings längsten Christstollen. Ulli Kraus setzt auf jede Menge Butter und Teigruhe.
Von Bastian Schreiner

Konditormeister Ulli Kraus formt die „Rohlinge“ und schiebt das Backblech im nächsten Arbeitsschritt in den Ofen. Fotos: Schreiner

Roding.Einen Zehn-Meter-Stollen haben sich die drei Konditormeister Ulli Kraus, Hermann Weiß und Manfred Schwarzfischer als Ziel gesetzt. Wie lang Rodings längster Stollen am Ende wirklich ist, wird sich erst am Sonntag beim Rodinger Christkindlmarkt am Paradeplatz zeigen, wenn die Bäcker ihre „süßen Bausteine“ auf einer Tafel aneinanderreihen. Die Aktion soll zwar für Aufsehen sorgen, dient aber primär einem guten Zweck: Der Erlös ist für Fördervereine der Schulen bestimmt.

Doch bevor es am Wochenende soweit ist, heizen Rodings Stollenbäcker ihre Öfen ordentlich sein. Ulli Kraus von der gleichnamigen Bäckerei fertigt seinen Anteil an diesem Montag. Rund 20 Kilogramm Teig hat er mit seinem Bäckermeister Franz Dirschedl vorbereitet. Daraus werden acht Laibe mit je einer Länge von rund 60 Zentimetern. „Rechnet man die Endstücke weg, kommen wir auf 4,50 Metern“, sagt er.

Wasser, Mehl und Hefe

Für den Teig verwendet die Bäckerei Kraus Mehl, Eier, Butter, Zucker, Salz, Hefe und Wasser. Foto: Kraus

Einen Tag zuvor werden die Rosinen, Orangeat und Zitronat sowie Mandeln in Rum eingelegt. Am Backtag selbst machen sich die Stollenbäcker an den Vorteig, der nur aus den drei Zutaten Wasser, Mehl und Hefe besteht. Dieser bekommt dann eine Auszeit zum Ruhen verpasst. Als nächsten fügen die beiden dem „Dampfl“, wie der Vorteig in der Fachsprache genannt wird, Eier, Zucker, etwas Wasser, eine Prise Salz, und jede Menge Butter zu. „Wir machen einen schweren Hefeteig, also mit viel Fett beziehungsweise Butter“, sagt Kraus und grinst. Anschließend werden die Trockenfrüchte und die Mandeln untergeknetet. Die Rührmaschine vermengt den Teig für die Bäcker. Kraus fügt noch ein spezielles Stollengewürz für die „weihnachtliche Note“ hinzu.

Konditormeister Ulli Kraus und Bäckermeister Franz Dirschedl (v. l.) Foto: Schreiner

Der fertige Teig erhält dann noch einmal eine Ruhepause. Zugedeckt wird er an einem warmen Ort „gehen gelassen“, bis er sich vergrößert. „Die Reifezeit ist sehr wichtig, denn dabei kann sich das Mehl entspannen und der Geschmack entwickeln“, erklärt Konditormeister Ulli Kraus. Deutschlands traditionsreichstes Weihnachtsgebäck, der Stollen, sei seiner Meinung nach weiterhin beliebt bei den Bürgern – auch in Roding und Mitterdorf. Neben dem Christstollen hat die Bäckerei Kraus in der Advents- und Weihnachtszeit auch Plätzchen und Lebkuchen im Sortiment. „Die beiden Leckereien sind zwar aufwendig, gehören aber zu dieser Jahreszeit“, sagt er. Nach dem Weihnachtsfest stehe der Fasching mit den Krapfen vor Tür.

Ein „Rohling“ wiegt 1100 Gramm

Zurück zum Stollen: Nach der Ruhezeit portioniert Dirschedl den schweren Teig-Koloss. Ein „Rohling“ soll 1100 Gramm wiegen. Als nächsten „rundwirken“, so wird das Formen bezeichnet, Dirschedl und Kraus die Rohlinge, drücken sie flach, schlagen sie ein und geben sie in die Stollenform. Bei 180 Grad wird der Stollen circa 55 Minuten im Ofen gebacken. „Also nicht allzu heiß“, ergänzt Kraus.

Bei 180 Grad wird der Stollen eine knappe Stunde gebacken. Zum Schluss bestreuen ihn die Bäcker mit Zimtzucker. Foto: Schreiner

Ist das Backwerk fertig, wird es mit flüssiger Butter eingepinselt. „Für den Geschmack und die Haltbarkeit“, erklärt er. Der Zimtzucker verleiht dem Stollen schlussendlich sein typisches Antlitz. Der Christstollen kann dann einen Tag auskühlen, ehe er verpackt wird. Das Gebäck könne ruhig vier Wochen liegen, da es dank der großen Menge Butter und der Rosinen, die der Masse Rum abgeben, auch saftig bleibt.

Am Sonntag können die Marktbesucher ab 14 Uhr ein Stück ergattern. „Es wird interessant, wir sind drei Konditormeister und haben somit auch drei verschiedenen Stollen“, ist sich Kraus sicher. Dreimal echte Handarbeit. Die Mitglieder der beiden Fördervereine werden den Stollen zusammen mit den drei Experten am Paradeplatz verkaufen – für den guten Zweck. „Es geht um die gute Sache, da haben wir gleich zugesagt“, sagt Kraus.

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