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Region Cham
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Unterhaltung

Schallendes Gelächter und viel Applaus

Im Kampf um den Ostbayerischen Kabarettpreis lag Rix Rottenbiller am Ende vor Ralf Winkelbeiner, Tom Gubik und Markus Langer.
Von Heidi Meier

Alle Künstler stellten sich mit Walter Thanner und Moderator Franz Joseph Machatschek zum Erinnerungsfoto. Foto: cmi

Runding.Zweifellos die schwerste Aufgabe des Abends hatte die Jury zu bewältigen. Am Samstag ging zum neunten Mal der Ostbayerische Kabarettpreis über die Bühne. Das Robinson war bis auf den letzten Platz ausverkauft, denn längst ist der Ostbayerische Kabarettpreis kein Geheimtipp mehr. Wer einmal dabei war, kommt wieder und so entdeckt man unter den Besuchern häufig Gesichter aus den Vorjahren, die nicht selten Bekannte mit ihrer Begeisterung für diesen besonderen Kabarettabend anstecken konnten.

Vier noch relativ unbekannte Künstler bekommen hier die Gelegenheit, sich und ihr Programm vorzustellen und diese Chance erhält nicht jeder. Die Liederbühne Robinson steht für Qualität und Walter Thanner hat ein feines Gespür dafür, wer das nötige Talent besitzt, um sich würdig zu erweisen. Nachwuchskünstler besitzen oft noch kein abendfüllendes Programm und auch der Kartenverkauf würde eher zäh vonstatten gehen. Da er aber auch immer wieder neuen Talenten eine Chance geben möchte, kam er vor einigen Jahren auf die Idee mit dem Kabarettpreis.

Ausschließlich männliche Künstler

Ralf Winkelbeine war der erste, der ins Rennen ging. Der Oberbayer hatte seinen elfköpfigen Fanclub aus seinem Heimatdorf dabei, in dem somit nur noch neun zuhause sind. Kaschieren wolle er mit dem schwarzen T-Shirt kein Bauchfett, sondern nur die Schwellung nach einem entzündeten Nabelpiercing. Foto: cmi

Die Gelegenheit, sich hier zu präsentieren, wollten dieses Jahr 36 Kabarettisten nutzen. Ein Video nach dem anderen traf in der Vierau ein. Auffallend war, dass sich dieses Mal ausschließlich männliche Künstler und nur ein Duo um einen Auftritt bewarben. Die Vorauswahl war Chefsache. Am Ende standen Ralf Winkelbeiner, Tom Gubik, Markus Langer und Rix Rottenbiller als Gewinner fest, denn Gewinner waren sie alle, schließlich entpuppte sich die nur wenige Quadratmeter große Vierauer Bühne in der Vergangenheit bei nicht wenigen mittlerweile weithin bekannten Künstlern als Sprungbrett. Größen der Szene, wie Kinseher, Gruber und Mittermeier waren hier in ihren Anfangsjahren zu bewundern und auch Karrieren von Künstlern aus der Region wie Huawa, Meier und I oder Helmut A. Binser starteten auf der Liederbühne. Vor zwei Jahren wurde im Robinson „da Boobe“ zum Preisträger gekürt, der mittlerweile Festzelte füllt.

Tom Gubik war der einzige Künstler des Abends – außer Moderator Machatschek – der auch Lieder integrierte und sich dabei mit der Gitarre begleitete. Nach Berichten über seine neue Wohnsituation therapierte er mit dem Publikum jenes Problem, vor dem jeder in seinem Leben zwangsläufig steht: „Duz i di, oder siez i di?“ Foto: cmi

Als Moderator des Abends wurde der Österreicher Franz Joseph Machatschek gewonnen. Nachdem ihm solch eine Aufgabe zum ersten Mal anvertraut wurde, hatte sich Machatschek im Vorfeld dazu Gedanken gemacht, was „Moderator“ eigentlich bedeute. Er resümierte, dass nicht umsonst das Adjektiv „moderat“ darin enthalten sei und dies mit seiner Wiener Gelassenheit kein Problem sein dürfte. Ein solches „Problem“ unauffällig und spurenlos zu entsorgen, falls jemand im Publikum eine nervige Schwiegermutter oder ähnliches zuhause hätte, bot er in der folgenden musikalischen Darbietung an.

Die Spannung bei Ralf Winkelbeiner stieg dabei wahrscheinlich enorm, denn kurz darauf hies es: Bühne frei für den Auftritt des ersten Wettbewerbsteilnehmers. Jeweils 20 Minuten hatten die Künstler, um Publikum und Jury zu überzeugen. Wer genau hinsah, bemerkte, dass alle vier beim Bühnenoutfit in schwarz gekleidet waren. Doch wie der Rix Rottenbiller scherzhaft anmerkte: „Wenn man schwarz trägt, um zu kaschieren, sollte man wissen, auch schwarz hat seine Grenzen!“

Punktgenau gesetzte Pointen

Laut Markus Langer hat es Mann mit Frau überhaupt nicht leicht. Er hätte nie behauptet, dass seine Angetraute nicht gut kocht, sondern nur angemerkt, dass sie die einzige Familie seien, deren Hund nicht am Tisch bettle. Läuft es dann richtig mies, sieht er sich das Hochzeitsvideo rückwärts an. Foto: cmi

Das Publikum ging ab dem ersten Moment mit. Schallendes Gelächter – Musik in den Ohren eines Kabarettisten – wechselte mit Zwischenapplaus bei punktgenau gesetzten Pointen. Bereits in der ersten Pause wurde bei den über 140 Gästen heiß diskutiert und nach allen vier Auftritten mochte keiner so recht in der Haut der Jury stecken. Die Künstler hatten zwar alle das gleiche Ziel – das Publikum bestmöglich zu unterhalten – doch war der Stil jedes einzelnen völlig unterschiedlich, sodass ein Vergleich äußerst schwer fiel.

Rix Rottenbiller kam ziemlich übelgelaunt zu seinem Auftritt, denn die Deppen würden immer mehr. Darum ginge er nun auf die Bühne, um seiner Seele Luft zu machen. Er hätte es auch beim Psychologen probiert, aber der sei nach zehn Minuten eingeschlafen. Foto: cmi

Nach den Auftritten zogen sich die Juroren zur Beratung in das Gastzimmer zurück. Matthias Meier, Klaus Meier und Reinhard Traurig sind allesamt keine Neulinge im Bewertungsteam, das in den Kategorien Inhalt, Umsetzung, Niveau und Auftreten Punkte vergibt. Auch das Feedback des Publikums wird miteinbezogen. Und die war wieder einmal gar nicht so leicht. Ein richtiger „Krimi“ soll sich laut Walter Thanner im Gastzimmer abgespielt haben. Zwei Künstler lagen fast punktgleich und hatten vor allem durch Bühnenpräsenz und Schauspiel überzeugt. Am Ende hatte dann Rix Rockenbiller die Nase vorn und wurde von Walter Thanner zum 9. Sieger des Ostbayerischen Kabarettpreises gekürt.

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