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Region Cham
Samstag, 17. Februar 2018 11

Justiz

Schläger muss in den Jugend-Arrest

Der 21-jährige Angeklagte attackierte Besucher einer Chamer Bar. Nur seine Lebensumstände bewahrten ihn vor einer Haftstrafe.

Wäre nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt worden, wären für den Angeklagten bereits Freiheitsstrafen im Raum gestanden. Foto: Armin Weigel dpa/lby

Cham.In einer Chamer Bar kam es am 10. Juli zu einem unschönen Zwischenfall. Über einen längeren Zeitraum hinweg provozierte ein 21 Jähriger in Begleitung seines Freundes wohl grundlos eine Besuchergruppe. Doch es blieb nicht nur bei Provokationen, ein junger Mann wurde in Richtung einer Glasscheibe geschubst und am Hals gepackt, wodurch er eine länger anhaltende Rötung erlitt.

Die Bedienung der Bar verwies den Täter und seine Begleitung des Lokals und rief im Anschluss die Polizei. Nachdem Strafanzeige gestellt wurde, musste sich der Mann nun vor dem Chamer Amtsgericht etwa wegen Körperverletzung verantworten. Der Angeklagte gab in seiner Aussage zu Protokoll, dass er an diesem Sommertag stark betrunken gewesen sei. Er könne sich kaum noch an Einzelheiten erinnern. Dennoch zeigte er sich geständig und könne sich nur noch beim Opfer und den anderen Personen aus der Gruppe entschuldigen. Er gehe mittlerweile kaum noch weg und versuche, Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen.

Wie Zeugen berichteten, habe der Angeklagte bei Eintreffen der Polizei einen äußerst aggressiven Eindruck gemacht. Er beleidigte die Beamten, die nur unter größeren Anstrengungen in der Lage waren, den Mann zu überwältigen. Die Beteiligten aus der geschädigten Personengruppe schilderten zudem, dass die Provokationen auch mit direkten Beleidigungen einhergingen. Der Angeklagte soll zudem ständig gefragt haben, ob sie etwas gegen Homosexuelle hätten, was die jungen Leute verneinten. Auch sonst habe es keinen Anlass für das Verhalten des Täters gegeben – im Gegenteil: Man wollte lediglich einen schönen Abend verbringen, habe das Tun des Angeklagten nicht verstanden und noch versucht deeskalierend auf ihn einzuwirken.

So war es wenig überraschend, dass zum eigentlichen Tatvorwurf Körperverletzung, auch noch mehrere Fälle der Beleidigung hinzukamen. Nach einem Bericht der Jugendgerichtshilfe, plädierte der Staatsanwalt für die Anwendung von Jugendstrafrecht. Der mehrfach vorgeahndete Angeklagte lebe zu Hause und habe es bisher in keine Weise geschafft, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er stehe nicht auf eigenen Beinen, bisherige Strafen, etwa finanzieller Natur beglich seine Mutter. So empfahl die Staatsanwaltschaft dem Gericht die Verhängung eines Freizeitarrests von einem Wochenende und zusätzlich 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Richter Wolfgang Voit erhöhte das Strafmaß beim Arrest auf eine Woche, reduzierte aber die Arbeitsstunden auf 150. Der Angeklagte hat nun vier Monate Zeit, um die Stunden abzuleisten. Es müsse nun eindeutig aufgezeigt werden, dass solchen Verhalten nicht ungeahndet bleiben könne. Wäre nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt worden, wären ohnehin bereits Freiheitsstrafen im Raum gestanden. (cya)

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