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Region Cham
Dienstag, 16. Januar 2018 6

Gestaltung

Seine bunten Kegel werben um Touristen

Christian Vill ist Grafikdesigner und gibt der Tourismusregion um Waldmünchen und Furth ihr neues Symbol.
Von Martin Hladik

  • Christian Vill hat ein Symbol für die Ferienregion um Waldmünchen und Furth entworfen.Foto: Hladik
  • An den E-Bike-Ladestationen sollen die Kegel (unten) zuerst verwirklicht werden.Fotomontagen: Labor 2

Waldmünchen. Künftig könnten bunte Kegel verschiedener Größe auf Schaufenstern, an Ortseingangstafeln, an Kreisverkehren oder an touristischen Anziehungspunkten für die Tourismusregion „Im bayerischen Wald ganz oben“ werben. Sie sollen das gemeinsame Erkennungszeichen von zehn Gemeinden von Rötz über Waldmünchen und Furth bis nach Neukirchen werden. Als Erstes verwirklicht wird diese Designidee, die als gemeinsames Gestaltungselement gedacht ist, an rund 30 E-Bikestationen. Weitere Nutzungen sind unter anderem von Fördermitteln abhängig.

Die Idee aus den bunten Kegeln ein gemeinsames Erkennungszeichen einer Tourismusregion zu schaffen, hatte Christian Vill. Der Herr der Kegel ist Grafikdesigner in Bad Kötzting und war beispielsweise auch für das neue Designkonzept der Medien des Landratsamtes Cham zuständig. Seine Aufgabenstellung für die Tourismusregion sei nicht gewesen, ein neues Markenlogo zu schaffen, sondern ein Symbol, das Urlaubern und Einheimischen zeigt, sie sind in der Urlaubsregion „Bayerischer Wald ganz oben.“

So sieht die Grundform des neuen Symbols für die Urlaubsregion „der Bayerische Wald ganz oben“ aus. Berge, Türme, Wälder , Seen und Landschaft sind darin stark abstrahiert wiedergegeben. So ist das Symbol frei interpretierbar. Fotomontagen: Labor 2

In einer Visualisierungsformel zeigt Vill, wie das Gestaltungselement entstanden ist. Er hat die Formen der Landschaft Wald, Berge und Seen aufgenommen, die Türme, aber auch die Formen der Biogasanlagen grafisch zu Kegelformen abstrahiert. Die einzelnen Kegel symbolisieren aber auch die zehn Kommunen, die die Tourismusregion bilden. Bei der Farben ließ sich Vill von den bunten Häuserfassaden der Altstädte der Region inspirieren, gleichzeitig greift er aber auch die Vielfalt der Urlaubsregion auf. „In den Kaiserzeitbädern Tschechiens dominieren im Gegensatz dazu die Farben gelb und weiß“, sagt Vill.

Warum lieber Kegel?

Warum aus den Oberpfälzer Bergkuppen Kegel geworden sind? „Ein abstraktes Symbol ist oft praktischer, weil sich da mehr hineininterpretieren lässt,“ erklärt Vill. Die Kegel lassen sich als Berge deuten, als Tannen, oder als grafischer Ausdruck des Begriffes ganz oben. Gefreut hat sich Vill darüber, dass der Further Bürgermeister Sandro Bauer sogar ein abstraktes Symbol für den Further Drachen in dem Zeichen sah. Daran habe Vill selbst gar nicht gedacht. Genau das zeige aber, dass das Symbol funktioniere.

„Ein abstraktes Symbol ist oft praktischer.“

Christian Vill Grafikdesigner

Eine Idee zu dieser Gestaltung habe er schon gehabt, als er sich im Dezember 2015 auf die Ausschreibung der Urlaubsregion beworben habe, sagt Vill. Für die Vorstellung seines Konzeptes sei er durch die Region gefahren und habe versucht, sie mit dem Blick eines Touristen anzusehen und sich vorgestellt wie an Ortseingängen solche Gestaltungselemente wirken könnten. Als Grafiker habe er selbstverständlich darauf geachtet, dass seine Kegel in verschiedenen Druckgrößen – von der kleinen Randverzierung an einem Prospekt bis bin zu einem großen Ortseingangschild wirken. Auch als Landmarken oder wiedererkennbare Einzelelemente sind die Kegel nutzbar.

Das Foto zeigt die Gestaltung der Symbole an einem Ortseingangsschild. Für diese Schilder fehlt derzeit aber eine Fördermöglichkeit. Die bunten Kegel sollen aber auch auf Prospekten erscheinen.Fotomontagen: Labor 2

Ende November 2017 hatte er den Bürgermeistern und Touristikern der zehn Gemeinde gezeigt, dass die Kegel auch als dreidimensionale Objekte in Kreisverkehren aufgestellt werden könnten. Urlauber würden so sofort wissen, dass sie jetzt im Urlaubsland „Bayerischer Wald ganz oben“ sind. Auch einzelne bunte Kegel bei touristischen Highlights haben schon diesen Wiedererkennungswert.

Die Kegel sind aber auch dreidimensional nutzbar. Sie könnten an wichtigen Verkehrsknoten auf die Urlaubsregion hinweisen und hätten hohen Wiedererkennungswert.Fotomontagen: Labor 2<br id="d1793887e378"/>Fotomontagen: Labor 2

Das Designkonzept für die Tourismusregion ist nicht das einzige Konzept, dass Vill in seinem kleinen Büro in Bad Kötzting entwickelt hat. Wie genannt hat er fürs Landratsamt ein Corporate Design entwickelt oder zum Beispiel die Webseite für die neue Stadthalle Cham gestaltet. Die Beschriftung im Rettungszentrum Furth im Wald ist von ihm, ebenso das Mediendesign für Sinokur in Bad Kötzting. „50 bis 60 Prozent meiner Aufträge kommen aus der Region“, sagt Vill. Der Rest kommt aus München, wo er früher ein Büro hatte, oder aus dem Ausland. Beispielsweise habe er ein Grafikdesign für den Bundesstaat Maine in den USA entwickelt oder sei aktuell dabei, die Medien für ein Elefantenreservat in Frankreich zu gestalten. Dort sollen künftig alte Zirkuselefanten untergebracht werden.

Der heute 45-jährige Christian Vill wurde in Bad Kötzting geboren und machte dort seine Mittlere Reife. „Schon mit 16-17 Jahren hatte ich mein erstes Gewerbe“, sagt Vill. Er habe schon immer gerne gezeichnet. Eines Tages habe er ein Logo für ein Vereins-T-Shirt herstellen sollen. Schließlich habe er dazu bei einer Druckerei das Siebdruckverfahren gelernt.

Von München nach Bad Kötzting

Sein eigentlicher Berufswunsch wäre Druckvorlagenhersteller gewesen. Gekommen sei es aber anders. Er habe bei Wanninger Schauwerbegestalter lernen können. Er durfte Schaufenster gestalten. Zwischendrin habe er sich aber immer wieder mit Werbetechnik beschäftigt. Nach der Bundeswehr habe er sich mit einer Mappe bei der Akademie für Kommunikationsdesign in München beworben und sei genommen worden. Nach seiner Ausbildung habe er zunächst bei der Werbeagentur ggh gearbeitet, die namhafte deutsche Kunden vertritt. 1999 habe er sich mit einem Studienkollegen unter dem Namen „Das Labor“ in München selbstständig gemacht. Seit 2002 sei er wieder in Bad Kötzting und betreibe hier in der Fritz-Weigl-Straße seine Designagentur Labor2.

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