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Region Cham
Samstag, 18. November 2017 5

Natur

Seit 50 Jahren Revierpächter

Ewald und Willi Plach aus Mitterkreith übernahmen vor 50 Jahren die Jagdpacht von ihrem Vater Otto Plach.

  • Seit 50 Jahren haben die Plachs die Friedersrieder Jagd inne, seit Jahren ist Ludwig Hofstetter dabei. Foto: rjm
  • Ewald Plach bringt Kindern Natur und Jagd näher. Foto: rjm

Friedersried.Ein und dieselben Jagdpächter seit 50 Jahren: Ewald und Willi Plach aus Mitterkreith haben das seltene Jubiläum im Gasthaus Breu in Friedersried kräftig gefeiert. Ewald und Willi Plach luden dazu nicht nur ihre Jagdgenossen ein, sondern auch viele Freunde sowie Bürgermeister Herbert Bauer, seinen Vorgänger, den ehemaligen Bürgermeister Alfred Lang sowie Pfarrer Siegmund Kastner, der auch Jagdgenosse ist, weil die Dorfkirche Grundbesitz in Friedersried hat.

Ewald Plach blickte auf die Anfänge als Jagdpächter zurück: „I ho vor 50 Joar no net gwißt, wo Friedersried ist, als ich erste Kontakt aufnahm.“ Stamsrieds Bürgermeister Herbert Bauer und Jagdvorstand Josef Mühl würdigten das beste Verhältnis zwischen Jagdgenossen und den Jagdpächtern. Herbert Bauer wörtlich: „Ich habe Respekt vor eurer Lebensleistung. Hätten wir lauter solche Jagdpächter.“

Die Friedersrieder Frauen sorgten für selbst gebackene Kuchen, Torten und Kücheln. Hildegard Ries hatte 50 Kücheln extra gebacken. Manfred Hruby und Sepp Spagl sorgten für Unterhaltung.

Besondere Jagdmomente

Täglich sieht man Ewald Plach in seinem Revier. Seit 50 Jahren gehen die passionierten Jäger Ewald und Willi Plach in Friedersried auf die Jagd. Einige Jahre vorher war ihr Vater, Otto Plach, Jagdpächter. Ewald Plach erzählt: „Wir waren Rodinger und verkehrten, da unser Vater ein Bahnerer war, beim Bahn-Pusl in Wirtshaus. Willi Stockerl, der Bahnpusl-Wirt, stammte aus Friedersried und erzählte uns, dass die Jagd in Friedersried frei verhandelt würde. Sie hatte vorher der Riederer aus Stamsried. Die Gelegenheit nahmen mein Vater Otto und ich wahr. Jagdvorsteher in Friedersried war damals Johann Gebhard (Lehatl). Im Wirtshaus in Friedersried wurde die Jagd „ausgmacht“. Alle Bauern trafen sich dort und verhandelten direkt mit uns. Von 1967 bis 1971 waren mein Vater und ich Jagdpächter, anschließend einige Jahre ich allein, bis 1983 mein Bruder Willi gleichberechtigter Mitpächter wurde.

Ludwig Hofstetter ist seit 1993 anfangs als Jagdgast und seit 2004 Mitpächter des über 600 Hektar großen Jagdgebietes rund um Friedersried. Ewald Plach, sein Bruder Willi und Ludwig Hofstetter sind zuverlässige Jagdpächter, sagen die Friedersrieder. Sie hegen und pflegen ihr Jagdgebiet und kennen jeden Winkel.

Wie sich der Wildbestand und damit auch die Natur im Jagdgebiet veränderten, spiegelt sich in dem Bericht von Ewald Plach wieder: „Am 1. Oktober 1974 habe ich meine erste Wildsau geschossen. Seit 1978 haben ich und meine Mitpächter weder einen Fasan, noch ein Rebhuhn geschossen. In den letzten 50 Jahren erlegten wir 231 Wildsauen, rund 900 Rehe, 550 Fuchsen, dies sind im Durchschnitt elf Stück pro Jahr. Durchschnittlich erlegten wir jährlich 18 Rehe.“

Auch Jagdglück hatten die Friedersrieder Jäger: 1984 wurde ein Rothirsch von Ewald Plach, 2007 von Ludwig Hofstetter ein Sechsender Rothirsch erlegt. Die Rothirsche wechselten durch ihr Jagdrevier. „Der Obst- und Gartenbauverein Friedersried verlieh in diesem Jahr Ewald Plach in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um den Naturschutz den Natur- und Umweltschutzpreis „Grüner Daumen“. Ewald Plach erhielt die Ehrennadel des Kreisverbandes Gartenbau im Landkreis Cham, Die Verdienstnadel in Bronze des Deutschen Jagdschutzverbandes und die Treuenadel für 50-jährige Mitgliedschaft beim Bayerischen Jagdschutzverband.

Täglich im Revier präsent

Die Plachs haben seit eh und je die Natur im Auge. Sie sind längst ein Teil Friedersrieds. Tagtäglich, oftmals sogar mehrmals am Tag, sind sie in ihrem Jagdgebiet anzutreffen, um nach dem Rechten zu sehen. Bei vielen Vereinen, bei der Feuerwehr war Ewald Plach Schirmherr und ist Ehrenmitglied. Die Mitgliedschaft bei fast allen Friedersrieder Vereinen ist selbstverständlich. So ist Ewald Plach Mitglied bei der Feuerwehr, beim Schützenverein Schwärzenburg, beim Obst- und Gartenbauverein und den beiden Kapellenvereinen Thanried und Raubersried. Da blieb es nicht aus, dass er um die Schirmherrschaft gebeten wurde. 1981 beim 100-jährigen und 2006 beim 125-jährigen Feuerwehrfest. (rjm)

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