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Region Cham
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Freizeit

Senioren erkundeten das „Café Waffel“

Der Novemberausflug ging vom Bahnhof in Chamerau mit der Lokalbahn nach Miltach, wo es Essen im Waggon von damals gab.
Von Hermann schropp

Der Novemberausflug der Senioren wird allen in Erinnerung bleiben. Foto: che

Chamerau.Langweilig wird es den Chamerauer Senioren auf keinem Fall. Dafür sorgt schon das Betreuerteam, das sich um die Pfarrsenioren kümmert und wieder einen für diesen November kurzen, aber attraktiven Ausflug auf die Beine stellte und eine abwechslungsreiche Veranstaltung anbot. Am Mittwoch waren wieder über 30 unternehmungslustige Senioren unterwegs nach Miltach.

Im „Café Waffel“, konnten die Ausflügler neben Kaffee und Kuchen auch kleine warme Mahlzeiten oder eine Brotzeit genießen. Nach 21 Jahren Dornröschenschlaf wurde dieser einst bedeutungsvolle Bahnhof wieder zum Leben erweckt. 2014 wurde das leerstehende Objekt durch die Firma Beier erworben, grundlegend saniert und umgestaltet. Der Charme des Miltacher Bahnhofs wurde dabei erhalten. So entstand hier das Café Waffel nebst Raum für den Werksverkauf. Große Bewunderung löste der Umbau des alten „Kötztinger Bahnhofwaggons“ aus, der nun in ein behagliches modernes Café einlädt.

Der besondere Hingucker war der rote historische Eisenbahnwaggon, einstmals gebaut für die Mitropa der Deutschen Reichsbahn in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik. Die installierten Lichteffekte zaubern aus dem sonst braunen Kaffee eine rötliche Färbung hervor, worüber der eine oder andere erst einmal rätselte.

Die Reichsbahn in der DDR

  • Gründung:

    Unter dem Namen Deutsche Reichsbahn (DR) wurde die Staatsbahn in der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) betrieben.

  • Vorläufer:

    Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Teilen der Deutschen Reichsbahn weitergeführt, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone und in Berlin befanden.

  • Ende:

    Sie ging mit dem Einigungsvertrag in Bundesbesitz über und bestand nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zum 31. Dezember 1993 – ab da gehörte sie zur Deutschen Bahn.

Eine 20-minütige Filmvorführung im Untergeschoss des Bahnhofsgebäudes entführte die Besucher in die Entstehungs-Geschichte und über die verschiedenen Produktionsabläufe in der Firma Otto Beier. Der Lebzelter und Zuckerbäcker Otto Beier legte 1933 in Pilnikau im Sudetenland den Grundstein für seine kleine Waffel- und Lebkuchenfabrik. Nach 13 Jahren musste die florierende Feinbäckerei umziehen und siedelte mit der Herstellung von Waffeln und Lebkuchen nach Blaibach über.

Noch im selben Jahr wurde die Produktion aufgenommen, und um die Produktionsfläche zu vergrößern, wurde im Nachbarort Miltach ein Grundstück erworben. Nun führen Markus und Alexander Beier in dritter Generation das Unternehmen. Mit 140Mitarbeitern ist die Waffelfabrik Beier ein wichtigster Arbeitgeber in der Region. Mit einer aktuellen Gesamtbetriebsfläche von 41 000 Quadratmetern gehört sie heute zu den größten Waffelherstellern Europas.

Dass sich am Ausflug wieder über 30 Personen beteiligten, ist ein Beweis dafür, wie gerne die Senioren noch auf Reisen gehen. Zum Schluss kamen alle aus dem Staunen nicht mehr heraus; bisher konnten sie sich die ausgedehnte Größe der Fabrikanlage nicht vorstellen. Außerdem hörten sie zum ersten Mal, dass Beier den Markt weltweit bedient. Natürlich durfte abschließend der Gang durch den Laden nicht fehlen. Mit vielen schönen Eindrücken ging es danach wieder per Lokalbahn nach Hause.

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