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Spurensuche

Sie gab der Schule eine Seele

36 Jahre war Martina Mathes in Waldmünchen Lehrerin. Mit sechs von hunderten Ehemaligen versuchen wir eine Würdigung.
Von Petra Schoplocher

Martina Mathes vor einem Bild „ihrer“ Wirtschaftsschule. Diese verlässt sie zum Ende des Schuljahres. Wie sehr diese ihre Handschrift trägt, lässt sich nur erahnen – und in ein paar Fragmenten darstellen. Foto: Schoplocher

Markus Schröpfer

Markus Schröpfer

„Ich greife immer noch auf vieles von dem zurück, was ich während meiner Schulzeit in Waldmünchen gelernt habe. Danke dafür!“ Diese Worte richtet Markus Schröpfer an die Adresse von Martina Mathes. Der ehemalige Wirtschaftsschüler betreibt heute in Duisburg als Franchisenehmer fünf Mc Donald’s Filialen und hat Verantwortung für 300 Mitarbeiter.

„Kaum zu glauben, dass die quirlige, engagierte und couragierte „kleine“ Mathes tatsächlich schon in den Ruhestand gehen soll“, staunt er. Der Familienvater kann sich „noch gut daran erinnern, wie sie zu uns kam und alle dachten, wir hätten eine neue Mitschülerin bekommen. Das jugendliche Aussehen hat ihrem Durchsetzungsvermögen aber nicht entgegengestanden und so war uns bald klar, dass wir mit ihr eine ganz beachtliche Lehrerin bekommen haben, mit der das Lernen auch noch richtig Spaß machen konnte.“ Schröpfer denkt an ein sehr engagiertes Lehrerteam („den Hausmeister nicht zu vergessen!)“, das ihm den Spaß am Lernen zurückgebracht habe. „Die Atmosphäre an der Schule war fast familiär.“

Elisabeth Lintl

Elisabeth Lintl ist heute 46 und Richterin am Nürnberger Landgericht. Zuvor hat sie unter anderem im Bundesjustizministerium und dem deutschen Notarinstitut gearbeitet. Was das mit Martina Mathes zu tun hat? „Ich glaube schon, dass ihre Art, immer alles möglich machen zu wollen und über den Tellerrand zu blicken, mit ein Anstoß für mich war“, sagt die Waldmünchenerin. Mit ihrer früheren Lehrerin – Lintls Abschlussjahr war 1987 – verbindet sie die Offenheit für’s Französische und andere Länder. Gut möglich, dass dies die Entscheidung für Studiensemester im Ausland und Praktika in Cheb, Prag und bald noch in Bukarest begünstigt hat.

Markus Urban

Markus Urban

Vom Wirtschaftsschüler zum Priester – das ist der Weg von Markus Urban, derzeit Pfarrer der Gemeinschaft Schwarzhofen-Dieterskirchen. Er schloss 1995 seine Schulzeit ab. Vieles an BWL und Rechnungswesen, was seine Klasse von Martina Mathes erlernt hat, ist dem 38-Jährigen „heute im Priesterberuf zum Vorteil und in guter Erinnerung“.

Die Lehrerin hat er als herzensguten Menschen und „hervorragende Pädagogin“ im Gedächtnis. Sie habe später seine Entscheidung, Priester zu werden, mitgetragen und ihn mit ihrem Rat begleitet. Urban schließt seine Erinnerung sehr persönlich: „Für all ihre Mühen sage ich ihr heute ein großes Vergelt’s Gott und wünsche ihr alles Gute, viel Gesundheit und Gottes reichsten Segen für ihre weitere Zukunft!“

Ingrid Balk

Ingrid Balk (links)

Neben ihrem Engagement im Stadtrat, im Kreistag und als Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Waldmünchen-Combourg leitet Martina Mathes schon viele Jahre ehrenamtlich einen Französisch-Stammtisch. Diesen besuchen bis zu zehn Leute, die Teilnehmer – früher lief das wöchentliche Treffen über die VHS – haben längst ein freundschaftliches Verhältnis, wie Ingrid Balk weiß.

Über das Sprechen zu aktuellen Themen in Frankreich und Deutschland hinaus, meist anhand von Martina Mathes ausgesuchten Texten, unternahm die Gruppe auch immer wieder (perfekt vorbereitete) Fahrten. Dank ihrer profunden Geschichtskenntnisse sei nie ein Reiseführer nötig gewesen. „Da braucht es nur Martina“, meint Ingrid Balk, die stellvertretend für die „Stammtischler“ Auskunft gibt.

Alexander Imm

Alexander Imm

Ähnlich pointiert wie zu seiner Zeit als Trenck bringt es Alexander Imm auf den Punkt: „Sie war eine Super-Lehrerin!“ Mit Prinzipien und großem Gerechtigkeitssinn, wie der Schüler des Abschlussjahrgangs 1986 heraushebt.

Er sei sicher, dass viele Schüler ihr viel zu verdanken hätten, ihm persönlich habe zudem der Schreibmaschinenkurs geholfen.

Elfriede Pöppel

Elfriede Pöppel

„So eine Schule muss man suchen!“ Auch im Ruhestand ist Elfriede Pöppel, die 34 Jahre als Sekretärin tätig war, voll des Lobes. Martina Mathes habe sich um alles gekümmert, so den absoluten Überblick gehabt und es zugleich verstanden, alle mit einzubeziehen. Für Schüler, Referendare und Lehrer habe sie sich eingesetzt und „war für sie da“. Nicht zuletzt dank des untrennbar mit ihrer Art und Person verbundenen Klimas an der Schule seien die Referendare stets mit schwerem Herzen weitergezogen.

Mathes habe stets den Spagat geschafft, dann einzugreifen, wenn es nötig ist und nicht, wenn es keine Notwendigkeit gibt. Nicht zuletzt sei es ihr Verdienst, die Schule zu Beginn ihrer Amtszeit in ruhige Fahrwasser geführt zu haben. In diesem befinde sich die Schule heute noch. dank ihr“.

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Zur Person: Martina Mathes

  • Anfänge:

    Als Referendarin ist Martina Mathes am 1. April 1981 an die Wirtschaftsschule gekommen.

  • Aufstieg:

    Zur Schulleiterin wurde die heute 62-Jährige am 1. April 1990 ernannt.

  • Ausbildung:

    Die Diplom-Handelslehrerin unterrichtet(e) Wirtschaftswissenschaften, Französisch und Deutsch.

  • Auffassung:

    Um alle Schüler kennenzulernen, übernahm sie als Chefin stets eine siebte Klasse in Deutsch. (ps)

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