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Region Cham
Montag, 11. Dezember 2017 5

Notfallhilfe

So funktioniert Luftrettung in der Nacht

Notfallsanitäter Stefan Neppl informierte Feuerwehrleute aus dem Landkreis Cham über problematische Hubschrauber-Einsätze.

Der Rettungshubschrauber flog im Jahr 2016 im Landkreis Cham 1262 Einsätze. Foto: Archiv

Cham. Gerade wenn ein Rettungshubschrauber gebraucht wird, geht es häufig um jede Minute für die betroffenen Patienten. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten der Deutschen Luftrettung und den jeweiligen Feuerwehren.

Am Dienstabend referierte daher Notfallsanitäter Stefan Neppl vor Vertretern der Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis. Der „Blick von oben“ verdeutliche die Schwierigkeiten beim Anflug und gab wertvolle Erkenntnisse.

Herausforderung Nachtflüge

Vom Kreisfeuerwehrarzt Dr. Stefan Enderlein kam die Idee, die Feuerwehren im Landkreis für die Erfordernisse bei der Landung von Hubschraubern, insbesondere bei Nachtflügen, zu sensibilisieren.

Zunächst stellte Stefan Neppl die Organisation der „DRF Luftrettung“ vor. Die Flotte der DRF setzt sich aus modernsten Helikoptern, aktuell dem Modell H 145, zusammen. „Erst vor kurzem wurden acht Helis gekauft, mit einem Stückpreis von rund 8,5 Millionen Euro“, wusste Neppl. Ein Großteil der Luftrettung werde von den Krankenkassen finanziert. Insgesamt beschäftigte die Luftrettung mit Hauptsitz in Stuttgart 80 Techniker, 160 Piloten, 200 Rettungsassistenzen sowie 120 Mitarbeiter in der Verwaltung. Rund 600 Notärzte arbeiten quasi nebenbei in der Luftrettung. In Bayern gibt es mit Nürnberg, Regensburg und München aktuell drei Standorte, an denen auch in der Nacht geflogen werden könne. Für den Nachtflug stehen den Piloten modernste Nachtsichtbrillen zur Verfügung. Die Technik dazu kommt aus dem militärischen Bereich. Neppl erklärte, dass die Brillen auf einer Phosphor-Technik basieren und hierfür eine spezielle Cockpit-Beleuchtung notwendig sei. Der Rettungssanitäter verdeutlichte die Vorteile: „Zwar sind Nachtflüge auch ohne die Brille möglich, jedoch können Hindernisse damit sehr viel besser erkannt werden.“

145 Einsätze im Landkreis

Anschließend widmete sich Neppl den Rettungseinsätzen am Standort Regensburg und speziell im Landkreis Cham. So rückte der Rettungshubschrauber im Jahr 2016 zu 1262 Einsätzen aus. Davon waren 748 Notfalleinsätze bei Tag, 129 bei Nacht und 379 Verlegungsflüge. Wegen schlechter Witterung und aus anderen Gründen mussten 150 Flüge abgesagt werden. Im Landkreis Cham sind die Einsatzzahlen im Bereich der Luftrettung im Jahr 2016 ebenfalls erheblich angestiegen. 145 Notfalleinsätze für den Helikopter sind verzeichnet, das Ganze vor dem Hintergrund insgesamt steigender Einsatzzahlen im Rettungsdienst. An der Station in Regensburg leiste ein Pilot bei Tag und zwei bei Nacht Dienst. Hinzu kommt in jeder Schicht ein Rettungssanitäter, außerdem ein Notarzt im 24-Stunden-Dienst. „Am Tag fliegen wir auf Sicht, nachts sind wir radarüberwacht“, so Neppl. Er erklärte die Positionslichter am Helikopter und ging auf die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren ein. (wbs)

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Luftrettung in der Nacht

  • Probleme:

    Insbesondere in der Nacht ist die Luftrettung auf eine gute Ausleuchtung angewiesen. Hochspannungsleitungen und Telefonleitungen seien nicht oder nur schwer zu erkennen. Deshalb drehe der Pilot vor der Landung eine Linksrunde zur Hocherkundung.

  • Landeplatz:

    Die Einsatzkräfte vor Ort entscheiden über den richtigen Platz, so der Referent. Ein Landeplatz habe im Idealfall eine Größe von 35 x 70 Meter. An den Eckpunkten sollten vier Scheinwerfer aufgestellt und Hindernisse ausgeleuchtet werden. (wbs)

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