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Region Cham
Samstag, 18. November 2017 5

Natur

So gibt’s Tomatenpracht im Garten

Der Chamer Heinz Hager macht vor, wie man daheim die süßesten Früchte wachsen lassen kann. Er verrät seine besten Tipps.
Von Claudia Peinelt

Heinz Hager zeigt stolz seine Tomatenpracht, die bei ihm in einem Gewächshaus heranwächst. Fotos: Peinelt

Cham.„Wow“, mehr kann ich in diesem Augenblick erstmal gar nicht sagen. Ein Blick in das Gewächshaus vom Hager Heinz verschlägt mir die Stimme, und das will schon was heißen. Cocktail-, Tomosa-Gigant-Merit und Ochsenherztomaten lachen mich aus dem Glashaus an.

Und noch besser strahlt Heinz Hager. Mit Liebe und Können hat er sein Gewächshaus bepflanzt. Nicht nur, dass er jedes Jahr mehr als vier Zentner Tomaten ernten kann, über diesen Paradiesfrüchten hängen die Gurken, in allen Arten und Formen.

Tomaten und Gurken auf engstem Raum beinander – verträgt sich das? „Alles Humbug“, sagt er zu solchen Gartenweisheiten. Es komme allein auf die richtige Belüftung und die korrekte Bewässerung an.

Im März werden Samen gesetzt

Heinz Hager bringt seine Tomatensamen jedes Jahr am 27. März aus. „Am 26. kommen wir immer aus Gran Canaria zurück, und einen Tag drauf beginne ich zu säen“, erzählt er. Innerhalb von nur fünf Tagen sprießen die Samen, und nach weiteren 14 Tagen kann er die Sprossen bereits pikieren. „Und die kommen dann gleich schon ins Glashaus.“ Unter die pikierten Pflänzchen wird eine wärmende Matte gelegt und obendrüber ein Flies. „So haben es die Kleinen von oben und unten warm und können auch schon das Licht genießen“, erklärt Hager. Gegen Mitte April kommen die Pflänzchen dann in die Erde. Je länger die Pflanzen bis dahin geworden sind, desto tiefer kann er sie in die Erde pflanzen. So können sie genügend Wurzeln bilden, und der Stamm wird kräftiger. Gut einen halben Meter entblättert Hager seine Tomatenstauden schließlich. Durch die Erde im Glashaus hat er einen Perlschlauch gelegt, und darüber schlummert ein Rasenschnitt. „Der soll auf keinen Fall dicker als einen halben Zentimeter sein, sonst fängt er an zu faulen“, erklärt er. Der Rasenschnitt ist stickstoffhaltig und gibt diesen an die Erde und somit an die Pflanzen ab. Die Perlschläuche sorgen für eine gleichmäßige Feuchte im Boden. Einmal am Tag schaltet er diese Bewässerungsart für eine halbe Stunde an. „Das ist auch ausreichend. Viele gießen die Pflanzen zu oft und zuviel.“ Werden die Pflanzen jedoch zuwenig gegossen, wird die Haut der Früchte hart und reißt dann auf.

Cremige Tomatensuppe mit Kokosmilch

Die gefährlichste Tomatenkrankheit ist die Kraut- und Braunfäule. Sie wird durch einen Pilz verursacht. Seine Sporen werden durch den Wind über weite Strecken verbreitet und lösen auf der feuchten Blattoberfläche schnell eine Infektion aus. Auch hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen unter 18 Grad Celsius begünstigen den Befall. Beim geringsten Verdacht eines Braunfäule-Befalls müssen sofort die infizierten Blätter entfernt werden. Eine wirkungsvolle Vorbeugung sei eben ein „Dach über dem Kopf“ der Tomaten.

Rankhilfen und Ausgeizen

Mit Ausnahme der Buschtomaten brauchen alle Tomaten eine Rankhilfe. Praktisch und leicht zu reinigen sind Spiralstäbe aus Edelstahl oder Aluminium. Die Stäbe müssen im Frühjahr mit einem Gasbrenner oder hochprozentigem Alkohol desinfiziert werden, um schädliche Pilzsporen vom Vorjahr abzutöten.

Eine wichtige Pflegemaßnahme ist das Ausgeizen: Darunter versteht man das regelmäßige Ausbrechen der Seitentriebe, die in den Blattachseln entstehen. Lässt man sie einfach wachsen, bilden die starkwüchsigen Pflanzen mit der Zeit ein undurchdringliches Dickicht. Außerdem bleiben die Früchte kleiner und reifen nicht so gut aus.

Das „Gemüse“ ist eine Beere

Ein Blick in das Gewächshaus der Hagers zeigt. Sie haben alles richtig gemacht. Traubenweise hängen hier die roten Tomaten. „Die Blätter werden jetzt aber schon braun, und die Ernte geht schön langsam zu Ende“.

Ach ja und noch eins, die Tomate ist aus der Familie der Nachtschattengewächse. Und eigentlich sagt man zu der roten Frucht Gemüse, doch sie ist eine Beere. Solche Beeren hat der Heinz mir dann schließlich mit nach Hause gegeben. Eine ganze Tüte voll. Aus denen habe ich eine Tomatensuppe gemacht – einfach ein Gedicht.

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