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Region Cham
Dienstag, 21. November 2017 10

Gericht

Spielsüchtige bestahl die Oma

15 000 Euro abgehoben: Bewährungsstrafe und Wiedergutmachung.

Waldmünchen.29 Mal ging sie zum Geldautomat und hob verschiedene Beträge in drei- oder vierstelliger Höhe vom Konto ihrer Großmutter ab. So entstand ein Gesamtschaden von über 15 000 Euro. Dafür musste sich eine Waldmünchenerin nun im Strafprozess vor einem Schöffengericht am Chamer Amtsgericht verantworten.

Die mittlerweile in Hamburg lebende Angeklagte räumte unter Tränen ein, die Gelder zur Finanzierung ihrer Spielsucht 2015 verwendet zu haben. Sie sei durch einen Zufall erstmals in ein Casino gegangen und seitdem in kürzester Zeit abhängig geworden. Das Spielen habe sie regelrecht gefangen genommen.

Die geschädigte Großmutter der Angeklagten lebte zum damaligen Zeitpunkt in einem Pflegeheim in Bad Kötzting und ist mittlerweile verstorben.

Die Angeklagte nutzte nach Tatvorwurf das besondere Vertrauensverhältnis schamlos aus, sie hatte als pflegende Angehörige Zugang zu den Geldern. Ihr tue alles aufrichtig leid und sie sei auch nach Cham gekommen, um reinen Tisch zu machen. Sie sei nun dabei, sich ein neues Leben aufzubauen und habe es auch durch die Unterstützung ihres Ehemannes geschafft, sich von Spiellokalitäten zu distanzieren. Der Verteidiger erwähnte zudem, dass sich die Angeklagte um eine Wiedergutmachung des Schadens bemüht habe, dies aber auch aufgrund der Sucht noch nicht möglich gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft plädierte für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, welche zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Auch der Wertersatz zugunsten bundesweit verstreuter Erben der verstorbenen Großmutter sei anzuordnen. Die Verteidigung argumentierte mit der positiven Sozialprognose und der aufrichtigen Reue der Mandantin. Ein Jahr Freiheitsstrafe zur Bewährung seien daher ausreichend.

Richter Andreas Lecker entschied sich für ein Urteil in der Mitte der Anträge. Ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung. Daneben wird der Angeklagten ein Bewährungshelfer am neuen Wohnort zugeordnet.

Die Bewährungszeit dauert drei Jahre, die Einziehung von Wertersatz im Zuge der Erbschaft wurde angeordnet. Ferner muss die Frau sich in eine ambulante Spielsuchttherapie begeben, ordnete das Gericht an. (cai)

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