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Region Cham
Mittwoch, 22. November 2017 3

Kultur

Stehende Ovationen der 160 Zuhörer

Die Klosterkapelle bot hervorragende Akustik für das Solokonzert des Florentiner Luis Berra. Ein musikalischer Gewinn für den Landkreis Cham.
Von Jakob Moro

  • Die Klosterkirche war selten so gut besucht, an die 160 Musikbegeisterte kamen und hörten ein grandioses Konzert. Fotos: Moro
  • Zwei Stunden Klavierspielen, ohne Noten, alles Eigenkompositionen
  • Die Freude war groß, bei Luis Berra und Schwester Priorin Anette Fecker.

Strahlfeld.So etwas hat es in Strahlfeld noch nicht gegeben. In der Klosterkapelle gab der Florentiner Luis Berra ein Klavierkonzert, dass seines gleichen sucht. Der anschließende Beifall sprach Bände. Er wurde mit stehenden Ovationen der rund 160 Gäste belohnt.

Priorin Schwester Annette Fecker hieß die vielen Gäste aus nah und fern, einige Freunde und die Familie des Künstlers begleiteten ihn, willkommen. Schwester Annette: „Wir freuen uns riesig! In der Klosterkapelle fand vieles statt, aber ein Klavierkonzert hatten wir noch nicht. Es ist heute für uns und unseren Gast, Luis Berra, eine Premiere. Etwas Besonderes anlässlich unseres 100-jährigen Jubiläums.“

Klassische Musik war angesagt

100 Jahre Strahlfelder Missionsdominikanerinnen ist eine Erfolgsgeschichte, die gehörig gefeiert wird. Auch mit Musik. Es begann am 1. Januar mit dem Oberpfälzer Musikpoeten Hubert Treml, der mehrmals ein Konzert gab, setzte sich fort mit einer Sommerserenade im Klosterhof an einem Sommerabend im Juli. Jetzt war klassische Musik angesagt. Der Florentiner Berufsmusiker, den die Liebe nach Cham „verschlagen“ hat, Luis Berra, bot am vergangenen Sonntagnachmittag ein musikalisches Schmankerl der Extraklasse in der Klosterkirche. Fast zwei Stunden am Klavier spielen, ohne Noten, das ist unvorstellbar, doch wahr.

Wann gibt es schon in unserer Heimat ein Klavierkonzert zu hören, dachten sich viele, rund 160 Musikliebhaber, und machten sich auf den Weg nach Strahlfeld, in die Abgeschiedenheit der Klosterkirche. Das schwere Ravenstein-Klavier aus dem Theresiensaal schleppte der Künstler, tatkräftig unterstützt durch die Familie und Freunde in die Klosterkirche. Schraubte die Verblendungen ab, damit der Klang seiner Musik besser hörbar wurde. Musik verbindet, dies konnte man hören und spüren bei den Zuhörern.

Viele Zuhörer schlossen einfach die Augen und genossen die Klänge der Musik des Ausnahmekünstlers aus Florenz, als dessen Finger über die Tasten glitten. An Beifall nach den einzelnen Stücken und vor allem am Ende sparten die vielen Gäste nicht.

Die hervorragende Akustik der relativ kleinen Klosterkirche trug zum Gelingen der Veranstaltung bei. Eigenkompostionen des Künstlers waren ein echter Hörgenuss. Luis Berra brachte mit Leidenschaft und Hingabe die unterschiedlichsten eigenen Kompositionen auch seiner ersten CD „Getaways“ zu Gehör und sorgte für ein absolut entspanntes Zuhören. Dazwischen gab es immer wieder begeisterten Beifall und Bravo-Rufe aus den Reihen des Publikums.

Besonders ins Ohr gingen dabei nicht nur die ruhigen Klangfolgen, sondern auch die schwungvollen Nummern, bei denen die Finger geradezu über die Elfenbeintasten flogen und tanzten. Das Feingefühl, die großartige Fingerfertigkeit ließen die verschiedenen Musikstile freien Lauf. Sämtliche Stücke kamen ausschließlich aus dem Gedächtnis, kein einziges Blatt zierte die Notenablage.

An Beifall wurde nicht gespart

Im Vorraum der Klosterkirche wurden Erfrischungsgetränke, Kräutermix und Holundersaft kredenzt. Ferner wurden die Festschrift 100 Jahre Missionsdominikanerinnen und der immerwährende Kalender des Klosters angeboten. Auch der Künstler, Luis Berra“ bot eine CD mit 15 Musiktiteln an, die gerne erworben wurden.

Nach Zugaben und einem nicht enden wollenden Applaus war es Schwester Annette eine große Freude, dem Ausnahme-Pianisten für sein Engagement, auch im Namen des Klosters und des begeisterten Publikums Vergelt’s Gott zu sagen.

Luis Berra ist eine musikalische Bereicherung unserer Heimat, sind sich Musikliebhaber einig und zollten im ihren Respekt für sein Können und für seine Leidenschaft. Seine Musik berührt einem, so auch Schwester Geraldine beim Gespräch. Der Künstler lobte das Publikum und unterzeichnete gerne seine CD „Getaways“ mit 15 Musiktiteln.

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