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Region Cham
Samstag, 20. Januar 2018 10

Glaube

Sternsinger sammeln gegen Kinderarbeit

Nicht nur Ministranten ziehen in diesem Jahr durch Cham. Auch Firmlinge helfen mit. Und im Notfall springt der Kaplan ein.
Von Claudia Peinelt

Rund 40 Ministranten und Firmlinge hat die Pfarrei Sankt Jakob am Neujahrstag als Sternsinger ausgeschickt. Fotos: Peinelt

Cham.„Ja wie, seid ihr ned in Rom?“ So begrüßte Landrat Franz Löffler die Sternsinger in seinem Landratsamtszimmer. Lotte, Elisabeth, Valerie und Laura kamen als die Sternsinger am Dienstagnachmittag zum Landrat. Begleitet wurde sie vom Oberministranten aus der Pfarrei Sankt Jakob, Michael Treml, und Kaplan Pater Johannes Bosco. Am Neujahrstag gegen Abend hatte der Kaplan zusammen mit Diakon Alfred Dobler und Gemeindereferentin Michaela Maier die Sternsinger ausgesandt. Pater Johannes bat die Kirchengemeinde, die Sternsinger in den Häusern liebevoll zu empfangen, denn für einige der Heiligen Drei Könige war es das erste Mal, dass sie von Haus zu Haus zogen und mit ihren Liedern und Texten den Segen in die Familien brachten.

Roter Glitzer, goldene Bordüren

Ziemlich aufgeregt waren die kleinen und größeren Waisen aus dem Morgenland am Neujahrstag. Im Pfarrsaal von Sankt Jakob wurden sie von der Leiterrunde der Ministranten und Kaplan Johannes begrüßt. Viele hatten bereits einige Tage vorher ihre Sternsingergewänder und ihre Kronen abgeholt. Einige bekamen sie erst an diesem Abend. Sie sahen schon gut aus, mit ihren goldenen und rot glitzernden langen Kleidern. Das Funkeln der goldenen Bordüren und das schimmernde Grün ließ die Gewänder sehr edel aussehen. Erst im vergangenen Jahr hatten sich hier einige Mamas an die Nähmaschine gesetzt und für die Sternsinger zu nähen begonnen.

Auch Landrat Franz Löffler hat den Segen der Sternsinger an seiner Bürotüre stehen. Fotos: Peinelt

Lisa, Elena und Bernadette gehen heuer bereits zum dritten Mal. Und jede von ihnen macht es Spaß. In erster Linie, weil sie für Kinder Geld sammeln können, denen es bei weitem nicht so gut geht wie ihnen. „Aber es ist auch schön, wenn man sieht, wie sich die Leute freuen, wenn wir singen und ihnen mit Kreide das C + M + B an die Haustüre schreiben“, erzählt Bernadette. Nur ganz selten kommen sie mal an eine Haustüre, an der die Leute etwas grantig auf ihren Besuch reagieren, sagt Lisa und Elena ergänzt: „Ja, das ist wirklich nur ganz selten“.

Auch Firmlinge, die in diesem Jahr die Firmung in St. Jakob empfangen, konnten sich für den Sternsingerdienst melden. Oberministrant Michael Treml und die Ministrantenleiterrunde hatten hier die Organisation übernommen. Kaplan Pater Johannes ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei und steht mit Rat und Tat gerne zur Verfügung. „Und wenn Not am Sternsinger ist, dann springe ich da gerne mal mit ein und geh’ mit der Spendenbüchse mit“, erklärt er und grinst. Und sofort sind da zwei Mädchen, die noch einen dritten Sternsinger brauchen könnten. Taucht also an einer Eingangstür ein großer und mächtiger Sternsinger auf, dürfte das ein verwandelter Kaplan und Pater sein.

Alles muss in die Spendendose

  • Dürfen Kinder Geld behalten?

    Zur Spendendose gibt es jedes Jahr wieder verschiedenen Meinungen. Dürfen die Sternsinger auch Geld für sich annehmen, wenn es ausdrücklich an der Tür von den Spendern gesagt wird? Ein eindeutiges Nein kommt hier von Seiten des Kaplans von Sankt Jakob, Pater Johannes Bosco: „Es ist eine Aktion für bedürftige Kinder und da muss alles in die Spendendose rein“. (cci)

Hilfe für Kinder in Indien

Diakon Alfred Dobler und Kaplan Pater Johannes Bosco Fotos: Peinelt

Die aktuelle Aktion steht unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“. Über 150 Millionen Mädchen und Jungen auf der Welt müssen arbeiten, und Indien ist das Land mit den meisten arbeitenden Kindern weltweit. Auf dem diesjährigen Flyer ist ein indisches Mädchen zu sehen. Sie heißt Sangam und lebt in einem kleinen Dorf in Nordindien. Jeden Tag sitzt sie zehn Stunden auf einer schmalen Holzbank und knüpft Teppiche. Ihr größter Wunsch ist es, in die Schule zu gehen und zu lernen. Dass unter anderem Sangans Wunsch in Erfüllung geht, dafür gehen in diesen Tagen an die 40 Ministranten und Firmlinge aus der Pfarrei Sankt Jakob und viele andere Sternsinger aus allen Pfarreien in ihren Ferien von Haus zu Haus und sammeln Geld dafür.

„Es ist auf jeden Fall eine ganz besondere Erfahrung, wenn man als Sternsinger bei jedem Wetter die Straßen in den Orten entlang geht und weiß, man friert nicht umsonst. Das Geld das ich in die Spendendose bekomme, bekommen Kinder, denen es an vielen Dingen fehlt“, sagt Oberministrant Michael Treml. Er selber ist zehn Jahre lang als Sternsinger unterwegs gewesen und hat als Dank Unmengen an Schokolade, Plätzchen, Obst und Bonbons mit nach Hause gebracht. Pater Johannes Bosco hört das und sagt grinsend: „Ja, da geht doch der Kaplan gleich noch viel lieber als Sternsinger mit.“

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