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Region Cham
Samstag, 17. Februar 2018 11

Ausbildung

Studenten profitieren von Berufsschule

Wenn Studenten vom Campus Cham ihre Ideen in der Praxis testen wollen, dann sind sie an der Berufsschule bestens aufgehoben.
Von Hans Schmelber

Einige der Campusstudenten mit (hinten von links): Bernhard Eisch, Christian Schötz, Prof. Dr.-Ing. Peter Firsching und Siegfried Zistler.Fotos: fsh

Cham.Die Symbiose zwischen der neuen Berufsschule an der Badstraße und dem danebenliegenden Technologie-Campus trägt Früchte. Genau wie Landrat Franz Löffler, Schulleiter Siegfried Zistler und der Chef vom Technologiecampus (TC) Prof. Peter Firsching es vorausgesagt und vorausgeplant haben. Studierende des TC absolvieren beginnend mit dem Dienstag ein Praktikum zur Vorlesung „Elektrische Maschinen und Antriebe“ – die Vermittlung der praxisnahen Inhalte passiert dabei im Labor an der Berufsschule Cham.

„Normalerweise müsste ich mit den Studenten nach Deggendorf fahren, um solche Versuche machen zu können“, sagte Prof. Peter Firsching am Dienstag in der Berufsschule. „Wobei ich mit Neid sagen muss, dass die Ausrüstung hier in Cham deutlich modern ist als die in Deggendorf. Ein richtig schöner Laborbetrieb, der mit den modularen Strukturen bestens für die Praxis geeignet ist“, bemerkte er. Hier können die Studenten zum ersten Mal die gelernte Theorie in die Praxis umsetzten. Man kann die Module umstecken und sieht sofort, ob es richtig oder falsch war.

15 Studierende im Labor

An den Geräten der Berufsschule können Studenten ihre Ideen auf die Praxistauglichkeit testen.

Heute sind über 15 Studierende aus dem fünften Semester Mechatronik hier. „Das heute ist sozusagen Pilotprojekt“, stellte Firsching fest. Schulleiter Zistler bemerkt dazu, dass es auch schon andere Maßnahmen gegeben hat. Zistler stellte mit Christian Schötz den Abteilungsleiter Elektrotechnik an der Schule vor und der ist mittlerweile auch an der Regierung der Oberpfalz tätig als Fachmitarbeiter und zuständig für die gesamten Berufsschulen in der Oberpfalz.

Zistler sagte, dass er das Lob über die Anlagentechnik weitergeben muss an Lehrer wie Christian Schötz und Bernhard Eisch. „Da sieht man, dass auf das richtige Pferd gesetzt wurde“, betonte der Schulleiter. „Unsere integrierten Fachräume mit den Anlagen sind damit anwendbar für Studierende und anwendbar für unsere Berufsschüler, und das hat sich mittlerweile einfach bewährt“, legte er nach. Landrat Löffler habe immer betont, dass berufliche und akademische Bildung zueinander kommen müssten. Das sei hier wirklich sehr gut gelungen, sagte Zistler.

„Für mich ist es eine große Freude, weil ich unter den Studierenden Schüler gesehen habe, die bei uns an der Berufsschule waren. Da sind heute einige mit dabei und das ist genau das, was wir wollen. Diese Durchgängigkeit im Landkreis Cham mit Berufsschule, Berufsschule Plus und Technologie Campus“, sagte der Schulleiter.

„Die Bindung hier im Landkreis funktioniert natürlich auch bei uns über Studium und über die Tatsache, dass die Studierenden mit dem Dualen Studium eine zusätzliche feste Bindung an den Landkreis haben und bei vielen Firmen im Landkreis so schon tätig sind“, sagte Firsching. Damit ist sichergestellt, dass Fachkräfte in und für die Region ausgebildet werden.

Zusammenarbeit in der Badstrasse

  • Technologiecampus

    Studenten am Technologiecampus können die Labore der Berufsschule für eigene Experimente und Praxistests nutzen.

  • Berufsschule

    Schüler der Berufsschule können an Seminaren zur Robotik und zur additiven Fertigung teilnehmen und dort dazulernen.

Es dürfte in Bayern keinen Landkreis geben, in dem so viel in die Bildung investiert wird, wie im Landkreis Cham. Das werde mittlerweile auch deutschlandweit registriert, sagte Zistler und weiter: Auch Schüler profitierten von der Nachbarschaft in den Fachrichtungen Robotik und additive Fertigung sowie durch Teilnahme an Mechatronik-Foren. Firsching sagte, die Nachbarschaft sei ideal. Der Campus könne die Schüler der Berufsschule in seine Veranstaltungen mit einbinden. Durch diese Synergieeffekte werde die hohe Auslastung der Labore, sagte der Schulleiter. Das steigere die Effektivität.

„So eine Zusammenarbeit wie jetzt dargestellt, ist bayernweit einmalig“, bemerkte dazu Abteilungsleiter Christian Schötz. „Wir werden von den Kollegen an anderen Schulen natürlich um diese Situation beneidet und auch überregional nimmt man das sehr positiv zur Kenntnis. Mich freut auch besonders, dass unsere Ausstattung – wie schon bemerkt – Hochschulniveau hat“, gab er kund.

Vorteile für Bewerbungen

„Diese drei Tage an der Berufsschule sollen unseren Studenten die praktischen Inhalte der Automatisierung ein bisschen näher bringen“, erklärte der TC-Chef noch. „Die Studenten programmieren hier Steuerungen, visualisieren und nehmen Anlagen in Betrieb und das alles sehr praxislastig“, so Firsching.

Das bringt den Campus auch weiter bei Bewerbungen für das duale Studium am TC. Der Campus wäre schlecht beraten, wenn er dies nicht für Werbezwecke nutzen würde, versicherte Firsching. „Wir haben hier die modernste Ausrüstung stehen und koppeln uns damit in praktische Feld zurück. Mit dem TC steigt auch die Auslastung für unsere Geräte“, bemerkte Bernhard Eisch. Damit sei ein häufigerer Generationswechsel der Geräte einfacher. Bei der Steuerungstechnik kann man damit rechnen, dass so etwa alle zwei Jahre neue Technik auf den Markt kommt, bei anderen Geräten kann man schon mit fünf bis zehn Jahren Gebrauchsdauer rechnen. (fsh)

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