mz_logo

Region Cham
Montag, 22. Januar 2018 10

Justiz

Tabakdieb muss zwei Monate ins Gefängnis

Der mehrfach vorbestrafte 31-Jährige wollte den Tabak gegen Rauschmittel eintauschen. Nun saß er vor dem Chamer Richter.

Für den Diebstahl in Furth im Wald erhielt der Angeklagte zusätzlich zwei Monate. Foto: Peter Steffen/dpa

Furth im Wald.Die Ladendetektivin eines Einzelhandelsmarktes in Furth im Wald hatte Mitte Juni dieses Jahres einen Mann beim Griff in das Tabakregal ertappt. Dort hatte er augenscheinlich zwei Packungen Tabak herausgenommen und diese eingesteckt. Die Alarmglocken läuteten allerdings erst, als der Dieb niedrigpreisigere Ware auf das Band legte, nicht aber den Tabak.

Zuvor hatte der Mann bereits die Aufmerksamkeit der Detektivin erregt, weil er längere Zeit die Umgebung beobachtet hatte. Ein zweiter Mann sei nach kurzer Zeit in den Laden gekommen und habe sich das Tabakregal aufsperren lassen, wonach auch der spätere Dieb zugriff, schilderte die Detektivin im Zeugenstand. Sie hielt den Mann fest, und die Marktleitung erstattete Anzeige. Es entstand ein eher geringfügiger Sachschaden von 10.70 Euro.

Der mehrfach vorbestrafte Dieb, der sich bereits in Haft befindet, musste sich dennoch erneut wegen Diebstahls vor dem Chamer Amtsgericht verantworten. Der 31-Jährige aus Niederbayern räumte die Tat vollumfänglich ein und begründete sie mit Beschaffungskriminalität.

Er sei zur Drogentherapie in Furth im Wald gewesen, erzählte der Angeklagte. Aber seine Medikation habe nicht ausgereicht. Er sei an ein Substitutionsprogramm angegliedert gewesen. Den Tabak habe er gegen stärkere Rauschmittel eintauschen wollen. Geld habe er zur damaligen Zeit keines gehabt. Der 31-Jährige blicke auf eine lange Drogenkarriere zurück, habe mehrere längere Abstinenzphasen gehabt, aber sei seit einigen Jahren wieder verstärkt rückfällig geworden. Er habe im Prinzip sämtliche auf dem Markt erhältliche Drogen konsumiert, versuche aber sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, war in der Gerichtsverhandlung zu vernehmen.

Richter Wolfgang Voith berücksichtigte zwar das Geständnis des Angeklagten sowie den geringfügigen Schaden zu seinen Gunsten. Im Urteil kam der Richter aber aufgrund der massiven Vorstrafen sowie des Verstoßes gegen zum Tatzeitpunkt zwei offene Bewährungen nicht mehr an Haft ohne Bewährung vorbei.

Für den Diebstahl in Furth im Wald erhielt der Angeklagte zusätzlich zwei Monate. Das Urteil entsprach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen gehofft, für den Mandanten nochmals eine Bewährungsstrafe erzielen zu können – vergeblich. (cya)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht