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Region Cham
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Michelsdorf

Tanzen wie der Lump am Stecken bis ins hohe Alter

Ihren Humor hat Maria immer behalten.

Die Jubilarin Maria Achaz inmitten einiger ihrer Gratulanten

Michelsdorf.Seit 40 Jahren bereits Witwe und viel mitgemacht in ihrem Leben, doch das Lachen hat die lustige Jubilarin nie verlernt. Geboren am 14. September 1927 in St. Katharina in der Tschechei, mit 18 Jahren, zusammen mit ihrer älteren Schwester schwarz geflohen, fünf Kinder auf die Welt gebracht und sehr ihren Ehepartner verloren. Ja, das war ihr Leben. An ihrem Geburtstag regnet es wie aus Kübeln und die Feier wurde kurzerhand in die Garage verlegt. Doch Maria freut sich, dass sie zusammen mit ihrer Familie feiern kann. „So viele bunte Luftballons habens mir aufgehängt und das alles, weil i 90 werde“, freut sich Maria Achaz. Auch Bürgermeisterin Karin Bucher kommt zum Gratulieren nach Michelsdorf und lässt sich von Marias Leben erzählten. Nach ihrer illegalen Flucht hat sie in Rittsteig immer wieder mal bei Bauern gearbeitet. Dann kam sie mir ihrem zukünften Ehemann Willi zusammen, den sie bereits aus ihrem Heimatort kannte. Im Februar 1949 haben sie schließlich geheiratet, und im Laufe der Jahre bekamen sie fünf Kinder. Maria selber hatte noch einen Bruder und zwei Schwestern. Mittlerweile gehören zwölf Enkel, elf Urenkel und ein Ururenkel zur großen Familie. Seit 25 Jahren ist sie jeden Sonntag nach Haid bei Pitzling zum Tanztee gefahren. Bis zum Januar dieses Jahres ist sie dort ihrer großen Leidenschaft des Tanzens nachgekommen. Doch jetzt wollen die Füße nicht mehr so recht. „Is scho schade, dass i nimma tanzen gehen kann, wo i doch immer tanzt hab wie der Lump am Stecka“, sagt sie. Im Jahre 1950 kam sie zusammen mit ihrem Mann nach Michelsdorf, 1966 haben sie dort dann auch ein Haus gebaut. Dort wohnt sie auch heute noch zusammen mit ihrem Sohn Erich und dessen Frau Carola. Gerne liest sie Liebes- und Ärzteromane und die Tageszeitung. Und wenns nicht regnet, sieht man die rüstige 90-Jährige täglich mit dem Rollator eine Runde um das Dorf gehen. Zweimal im Monat geht sie zum Kaffeekränzchen ins Sportheim Michelsdorf und ist Mitglied beim Kapellenverein. Bürgermeisterin Karin Bucher hat Maria gefragt, wie sie im Nachhinein ihr Leben betrachtet. „Mei, mol wars schee, mol wars ned so schee. Doch den Mut, den darfst nicht verlieren, sonst hast verloren“. (cci)

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