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Ermittlungen

Tote Luchse: Hausdurchsuchung in Lohberg

„Es gibt einen Anfangsverdacht“: In der Gemeinde Lohberg wurde ein Anwesen durchsucht. Nun werden Spuren ausgewertet.

Einen Hinweis aus der Bevölkerung zu den getöteten Luchsen ging die Polizei in Lohberg nach. Foto: dpa

Lohberg.Ein stattliches Polizeiaufgebot sorgte am Dienstag für erhebliches Aufsehen in der Gemeinde Lohberg. Wie Oberstaatsanwalt Dr. Markus Pfaller aus Regensburg am Telefon bestätigte, habe eine Durchsuchung eines Anwesens in Zusammenhang mit der Tötung der beiden im Mai vergangenen Jahres aufgefundenen Luchse stattgefunden. „Es ergaben sich aufgrund eines eingegangenen Hinweises neue Ermittlungsansätze. Es besteht ein Anfangsverdacht gegen eine Person. Ob sich dieser erhärtet, werden erst die weiteren Ermittlungen ergeben“, sagt Dr. Pfaller.

Zunächst müsse gesichertes Spurenmaterial ausgewertet werden. „Dann wird man weiter sehen. Ergebnisse stehen bislang noch aus“, gab der stellvertretende Pressesprecher Auskunft. Aus Datenschutzgründen nannte er weder Namen noch genauere Wohnschriften. „Es wird durchaus geraume Zeit dauern, bis man mit Resultaten rechnen kann“, konnte Dr. Pfaller noch keinen Zeitrahmen nennen. Er rechnet aber heuer mit keinem endgültigen Ergebnis. Anstoß für den Zugriff war ein eingegangener Hinweis. Bei der Durchsuchung wurden Spuren gesichert. „Ob sich der Verdacht erhärten wird, werden erst die Ergebnisse zeigen, die nach der Auswertung des Spurenmaterials vorliegen. Mehr können wir im Moment nicht sagen“, erklärte der Oberstaatsanwalt.

Luchse sind streng geschützt

Zur Erinnerung: Ende Mai vergangenen Jahres wurden vier abgeschnittene Vorderbeine von Luchsen in der Gemeinde Lam in der Nähe einer Fotofalle gefunden, die wissenschaftlichen Zwecken dient. Die Tiere, die es im Freistaat erst wieder seit der Grenzöffnung zu Tschechien Ende der 1990er Jahre gibt, sind streng geschützt. Obwohl auch zuvor schon Luchse getötet und vergiftet wurden, was als schwerwiegende Straftat gilt, wurde diese Tat im Sommer als gezielte Provokation betrachtet. „Wer mehrere Luchse auf einmal tötet und die Beine in der Kühltruhe aufbewahrt, bevor er sie auslegt, der hat enorme kriminelle Energie“, brachte es eine Schlagzeile auf den Punkt. Wegen der Interessenskonflikte standen auch die Jäger im Fokus.

Das Landesamt für Umwelt und andere haben Anzeige erstattet. Die abgeschnittenen Beine wurden im Auftrag der Behörde untersucht, vor allem wegen möglicher DNA des oder der Täter. Lange Zeit tappte die Polizei im Dunkeln. Nun ging sie einem Hinweis aus der Bevölkerung nach. (kli)

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