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Region Cham
Donnerstag, 23. November 2017 4

Tradition

Trachtler baten zum Tanz

Rundherum ging es im Polka- und Walzerschritt bei der Probe in Arrach.

Auch dieses Tanzpaar hatte Freude beim Tanzen. Foto: krp

Arrach.In Bayern gibt es eine Fülle an Volkstänzen, die es in ihrer schlichten Schönheit mit abwechslungsreichen Eigenarten zu entdecken gilt. Der Bayerische Waldgau sieht den Erhalt der traditionellen Tanzformen als vordringliche Aufgabe an, um die überlieferten Volkstänze nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Aus diesem Grund treffen sich die 36 angeschlossenen Vereine alljährlich zum Volkstanztreffen.

Im Vorfeld dazu werden von Gauvortänzer Eugen Sterl jeweils sechs Tänze aus dem reichen Schatz an Tänzen ausgewählt. Dabei wagte er auch einen „Blick über den Tellerrand“. Erst bei der Veranstaltung erfahren die Tanzgruppen, welchen der sechs Tänze sie an diesem Abend zur Aufführung bringen. Davor gilt es, die Tänze ausreichend zu üben, was bei zwei Gebietstanzproben und weiteren vereinsinternen Tanzproben geschieht.

Bei der Herbst-Gebietstanzprobe des Bezirkes, die im Gasthaus Aschenbrenner in Arrach stattfand, waren Tanzpaare der Vereine D’Enzianbuam, D’Ossabuam, Stoarieda, Tannenecker, D’Riedlstoana, Wochtstoana, Regentaler, D’Waldlerbuam und Pastritztaler zugegen. Gebietsvortänzerin Martina Münsterer konnte unter den 30 anwesenden Trachtlern auch Musikant Karl Hartl sowie ihren Amtsvorgänger Adolf Breu willkommen heißen.

In den folgenden zwei Stunden kamen alle ganz schön ins Schwitzen, bis die von Martina Münsterer und Tanzpartner Andreas Ammon vorgezeigten Tänze richtig saßen. Der „Rediwa“, ähnlich der Wechselpolka, stellte eine Abfolge von Polka- und Walzerschritten dar und ist ein sogenannter Sprachinseltanz aus dem Donauraum. Aus heimischen Gefilden stammt der „Maxberger“. Eine Geschichte, nämlich die des Müllerhandwerks, erzählte die „Müllerburschenpolka“. Sie kommt aus Schlatzendorf und wurde von Volkskundler Wolfgang A. Mayer vom Institut für Volkskunde in München 1973 dort aufgezeichnet. Er zeichnet sich durch Kreuztupfschritte und Stampftritte aus. Für Abwechslung sorgte die Tanzfolge „Haxnschmeißer – Webertanz – Marschierpolka“. Als Tanz zu dritt wurde der „Obfelder Dreier“ geübt. Ein besonderer Zwiefacher war der „Weiß-Blau“ mit seinen Taktwechseln zwischen Dreher- und Polkaschritten. Aufgezeichnet hat ihn Wolfgang A. Mayer in Kumreut (Markt Röhrnbach, Lkrs. FRG-Grafenau).

Martina Münsterer wies am Ende des offiziellen Teils auf das Volkstanztreffen 2018 hin, das am 28. April in der Mehrzweckhalle in Teisnach stattfindet. Davor treffen sich die Vereine aber nochmals im Frühjahr zu einer weiteren Tanzprobe, die am 2. März in Bad Kötzting im Gasthaus Januel/Mathes (Zum Leboid) stattfindet. (krp)

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