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Region Cham
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Bauausschuss

Vandalen machten aus Umkleide Brennholz

Nachdem Besucher die Wände des Hauses in Untertraubenbach eingeschürt hatten, will die Stadt jetzt zerstörungssicher bauen.
Von Christoph Klöckner

Außer dem Balkenskelett und dem Dach ist nicht mehr viel übrig vom Umkleidehaus am Flussschwimmbad in Untertraubenbach. Es soll jetzt erneuert werden, fast wartungsfrei sowie vandalensicher sein und vor allem als Wetterschutzhaus dienen. Foto: Klöckner

Cham.Im Naturschutzgebiet Regentalaue bei Untertraubenbach wird gebaut. Das ist eher selten – doch in diesem Fall längst überfällig. Seit Jahren steht am Flussschwimmbad in Untertraubenbach ein Umkleidehaus, das viel Einblick bietet. Wer sich hier auszieht, um in Badesachen zu schlüpfen, kann dies auch gleich unter freiem Himmel tun – denn das Haus hat keine Wände mehr.

Besucher, die grillen oder sich wärmen wollten, haben über die Jahre kurzerhand die Holzwände des Hauses abgerissen und verbrannt. Vielleicht auch, um die Natur um den Platz zu schonen oder einfach, weil dort sonst auf die Schnelle kein trockenes Holz zu finden war.

Nur mehr ein Skelett

Der Aussichtsturm beim Schwimmbad wird gerade saniert und bekommt eine Lärchenholzwand anstelle des freien Treppenaufgangs. Foto: Klöckner

Jedenfalls blieb am Ende nur das Holzbalkenskelett des Hauses mit dem Dach darauf. Das Haus soll nun neu gebaut werden – das hat am Mittwoch der Bauausschuss der Stadt beschlossen. Eigentlich war der Plan, dass gesamte Haus mit Bodenplatte zu entfernen, wie Bürgermeisterin Karin Bucher erläuterte. Doch nachdem die Untertraubenbacher selbst ein neues Haus wünschten – auch, um bei Feiern vor Ort einen Regenschutz zu haben –, gingen die Planungen in Richtung Neubau.

Stadtbaumeister Franz Pamler stellte die Pläne für das neue Haus vor. Es soll schlichter werden, dazu vom Wandmaterial widerstandsfähig gegen Wetter und Vandalismus. Die Wände sollen aus hartem, 13 Millimeter dickem Kunststoff bestehen, die mit einem Stahlgerüst verschraubt sind. Darüber soll ein Wellblechdach gespannt werden. Zwischen Dach und Wänden ist dabei Abstand vorgesehen, um Licht ins Haus kommen zu lassen, das keine Fenster, sondern nur geschlossene Wände hat. Das Haus wird auf der bestehenden, betonierten Bodenplatte aufgebaut und soll 27 000 Euro kosten. Möglich sei es auch, dort noch eine Umkleidestelle einzubauen, so Pamler.

Die Nutzung des Platzes habe sich durch das Naturschutzgebiet verändert, sagte Bürgermeisterin Karin Bucher. So sei etwa Zelten untersagt, Kanufahrer dürften hier aber anlanden, um eine Pause einzulegen und Schwimmen sei auch noch erlaubt. Deshalb gebe es Gründe für solch ein Wetterschutzhaus.

„Was mir an der Planung fehlt, sind Toiletten.“

Stadtrat Edi Hochmuth

Der Stadtrat für Untertraubenbach, Walter Dendorfer, betonte die Notwendigkeit, um beim Johannifeuer oder anderen Festen eine Unterstellmöglichkeit zu haben. Das geplante Haus reiche dafür voll aus, sagte er. Es sei ein Kompromiss zwischen Mensch und Naturbedürfnissen.

Dixie-Klos reichen aus

Stadtrat Edi Hochmuth erinnerte sich daran, wie er früher mit seinen Kindern dorthin zum Schwimmen gefahren sei. Was ihm bei der Planung fehle, seien Toiletten. Karin Bucher verwies auf die Dixie-Klos, die dort im Sommer aufgestellt seien. Alles andere werde zu teuer.

Stadtrat Josef Griesbeck bedauerte, dass hier mit Kunststoffwänden und Blechdach statt Holz geplant werde. Privatleuten, die im Außenbereich bauen dürften, schreibe die Stadt Holz vor. Bürgermeisterin Bucher begründete das mit der Alleinlage des Hauses, das unbewacht am Flussschwimmbad stehe. Deshalb müsse es möglichst robust sein.

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