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Dienstag, 26. September 2017 20° 2

Projekt

Völkerverständigung mit der Maurerkelle

14 Jugendliche aus neun Nationen gestalten mit dem Team des Rötzer Stadtbauhofes ein Freizeitgelände an der Schwarzach.
Von Franz Bucher

Die jungen Frauen beweisen, dass auch sie anpacken und mit der Maurerkelle umgehen können. Fotos: Bucher

Rötz.Neue Plätze für Freizeit und Erholung schaffen – unter diesem Motto arbeiten derzeit 14 Jugendliche aus neun Ländern gemeinsam an der Gestaltung des Freizeitgeländes an der Schwarzach. „Ein besonderes Projekt“, sagte Thomas Gollwitzer, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, am Dienstag, zum Start des Workcamps. „Hier wird Völkerverständigung praktiziert“, freute er sich. Was hier zusammen mit dem Bauhof, der Stadt Rötz und dem Amt für Ländliche Entwicklung entsteht, ist eine außergewöhnliche Situation.

Zum Auftakt des Projekts waren auch Teresa Meyer vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), Landschaftsarchitekt Matthias Rembold und Vertreter der Stadt gekommen. In deren Namen begrüßte Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Spießl die Jugendlichen. Er erinnerte an die Planungen, deren Ergebnisse nun in die Tat umgesetzt würden.

Kräftig anpacken heißt es derzeit für 14 Jugendliche bei einem internationen Workcamp. Die Jugendlichen, die daran mitarbeiten, sind zwischen 16 und 21 Jahren alt. Sie kommen aus Algerien, Armenien, Frankreich, Italien, Japan, Polen, Spanien, der Türkei und Deutschland. Fotos: Bucher

Im Herbst vergangenen Jahres sei die Flurneuordnung beschlossen worden und am 29. März das Projekt an der Schwarzachbrücke. Die Idee habe das Amt für Ländliche Entwicklung gehabt, informierte Spießl. Rembold bezeichnete das Projekt als nicht alltäglich. Das Zusammenwirken von Jugendlichen, Stadt, Bauhof und ALE nannte er außergewöhnlich. „Wir machen das miteinander“, freute er sich. An der Schwarzach entstehe ein Freizeit- und Erholungsraum für Jung und Alt, bei dem viele fleißige Hände mitarbeiten.

Baurätin Teresa Meyer vom ALE in Tirschenreuth freute sich, dass die Maßnahme in Kombination mit der Goldsteig-Einkehrroute als erste Maßnahme mit Jugendlichen aus neun Ländern zum Tragen komme. Dies sei ein Glücksfall, da die Anlage zusammen mit dem Rötzer Bauhof entstehe und keine Fremdfirmen eingesetzt werden. Der Baumaßnahme wünscht sie einen guten Verlauf.

Es ist ein Projekt aus dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept Cerchov plus und gleichzeitig die erste Maßnahme, die im Flurneuordnungsverfahren Rötz umgesetzt wird. In den nächsten zwei Wochen soll ein Teilbereich des Freizeitgeländes an der Schwarzach gestaltet werden.

Die Jugendlichen, die daran mitarbeiten, sind zwischen 16 und 21 Jahren alt. Sie kommen aus Algerien, Armenien, Frankreich, Italien, Japan, Polen, Spanien, der Türkei und Deutschland. Gemeinsam mit örtlichen Fachkräften werden sie Spielgeräte aufbauen, einen Barfußpfad und Fußweg anlegen, Feuerstelle pflastern, Bänke, Bienenschaukästen und Weidenhütten bauen sowie Bäume pflanzen.

Teamarbeit ist gefragt bei den Arbeiten – ob beim Ausheben der Löcher für die Spielgeräte, oder auch beim Pflastern der Wege. Fotos: Bucher

Die Stadt Rötz als Träger der Maßnahme wird vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz mit einer Förderung von 85 Prozent (maximal 50 000 Euro) unterstützt. Das ALE Oberpfalz arbeitet seit 1990 mit dem Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (ijgd) beim zehnten Workcamp zusammen. Gemeinsam mit Jugendlichen aus der ganzen Welt wurden in Fuhrn ein Jugendtreff gebaut oder in Stamsried ein geomantischer Lehrpfad angelegt.

Gollwitzer betonte, dass ein internationales Workcamp für die Jugendlichen und die Stadt eine Bereicherung ist. Neben ehrenamtlichem Engagement lernen die jungen Erwachsenen sich selbst zu organisieren, die unterschiedlichen Kulturen kennen und erhalten einen Einblick in das Leben in Deutschland beziehungsweise Bayern.

Auftakt: Zu Beginn der Arbeiten schauten auf der Baustelle unter anderem vorbei: Wolfgang Spießl, der stellvertretende Rötzer Bürgermeister; Thomas Gollwitzer, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz sowie Baurätin Teresa Meyer vom Amt für Ländliche Entwicklung Fotos: Bucher

Die Jugendlichen werden vierzehn Tage, vom 19. August bis zum 2. September an dem Projekt mitarbeiten. Untergebracht sind sie in der Schulturnhalle, wo sie sich selber verpflegen. Zur Abwechslung hat das Tourismusbüro für sie Ausflüge organisiert. Auch ein Besuch des Further Drachenstichs stand auf dem Programm. Workcamp-Leiter Linus Läpple freute sich, dass alles bisher sehr gut geklappt habe und bedankte sich für die herzliche Aufnahme. (wbx)

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