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Region Cham
Mittwoch, 13. Dezember 2017 5

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Wald-Verein kämpft um neue Mitglieder

Die Further Sektion gibt es seit 1884. Doch heute leidet sie an starker Überalterung. Dabei hat sie einiges zu bieten.
Von Evi Paleczek

Die Wanderungen des Wald-Vereins, Sektion Furth im Wald, führten die Teilnehmer unter anderem auch schon nach Ilz. Foto: Wald-Verein

Furth im Wald.Die Vorstandsmitglieder des Wald-Vereins wissen, dass das gleiche Problem viele Vereine haben, aber aufgeben wollen sie auf keinen Fall. Schließlich wurde die Sektion bereits 1884 gegründet, und ihre Vorgänger im Vorstand haben sich auch immer bemüht, den Verein am Leben zu erhalten, sagen Vorsitzender Walter Spieß, Hauptwanderwart Hans Schlosser, Chronist Werner Perlinger und Beisitzer Gerhard Teichmann im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Der Wald-Verein kämpft mit Überalterung. Die Sektion hat zwar 368 Mitglieder, davon sind aber nur etwa 50 aktiv. Und: Die sind zwischen 60 und 90 Jahre alt, die große Mehrheit über 70. Das bedauern die Vorstandsmitglieder zum Einen, zum Anderen macht es ihnen Sorgen im Hinblick auf die nächsten Neuwahlen, die 2019 anstehen.

Seniorenausflug: Für die älteren Mitglieder des Wald-Vereins finden immer wieder Seniorenausflüge statt, bei denen sich die Teilnehmer auf ein unterhaltsames Programm freuen dürfen.

Es ist nicht so, dass keiner weitermachen möchte im Vorstand, aber sie wünschen sich einfach eine Verjüngung, betont Spieß. Daneben wäre es wünschenswert, wenn auch mehr Frauen – derzeit sind es lediglich zwei von 19 – im Vorstands-Team wären: Denn die haben wieder ganz andere Ideen als die Männer. Um nun erst mal Ideen und Anregungen zu sammeln, was man ausbauen oder anders machen könnte, um passive Mitglieder in die Aktivität zu holen und neue zu gewinnen, hat der Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung in Bezug auf die Zukunft des Vereins angesetzt: am 24. November um 19 Uhr im Kolpinghaus. Alle aktiven und passiven Mitglieder sowie alle Interessierten sind zu diesem Termin willkommen, um sich über den Wald-Verein zu informieren und anbringen zu könne, was sie sich von der Sektion gern an Angebot wünschen würden.

Wie soll informiert werden?

Themen: Ausflüge und Wanderungen zu bestimmten Themen sind beliebt, sagen die Vorstandsmitglieder. So führte etwa Heribert Mühlbauer die Waldvereins-Mitglieder durch das LBV-Zentrum.

Und nicht nur das: Der Vorstand will auch etwa wissen, auf welchem Weg die Leute über Programmpunkte informiert werden möchten. Um diesbezüglich und auch in Bezug auf die Wünsche Auskunft zu erhalten, wurden Fragebögen an alle Mitglieder verschickt. Zusammen mit einem Anschreiben, in dem der Vorstand bittet, als Mitglied Mitverantwortung für den Verein zu tragen.

Und der Vorstand hofft vor allem, dass sich auch wieder viel mehr Mitglieder unter 70 Jahren an den Aktivitäten beteiligen. Die Beitragszahler sind schließlich zwischen 20 und 90 Jahre alt und nicht nur über 70. Mittlerweile ist es auch einfach so, dass bei Ausflügen, bei denen man früher mühelos zwei Busse besetzen konnte, gerade mal einer voll wird, zusammen mit den Mitgliedern der Chamer Sektion.

Die Ansprüche der Leute haben sich verändert in der heutigen Zeit, meinen die Vorstandsmitglieder. Jugendliche zu gewinnen sei sehr schwer, der Wald-Verein wäre schon zufrieden damit, ein paar jüngere Mitglieder ab 50 Jahren zu den Aktiven zählen zu können. Es wäre einfach schön, wenn bei den Wanderungen wieder mehr Leute mit dabei wären.

Kultur: Wenn nicht nur gewandert wird, sondern auch Kulturelles auf dem Programm steht, dann sind viele Mitglieder mit von der Partie. Hier erzählt Werner Perlinger vom Schloss am Voithenberg.

Die Sektion hat ihr Angebot auch schon verändert in Richtung Kultur- und Naturthemen. Es kommt gut an bei den Leuten, wenn nicht nur gewandert wird, sondern auch Sehenswürdigkeiten wie die Verschwundenen Dörfer und das Schloss am Voithenberg auf dem Weg liegen, und jemand, der sich auskennt, dort ein wenig von der Geschichte erzählt. Diesbezüglich ist der Verein froh um Perlinger, der oft diesen Part bei den „Kultur-Wanderungen“ übernimmt. Aber auch mit Drachensee-Experte Heribert Mühlbauer waren die Wald-Vereins-Mitglieder bereits unterwegs, um die Vogelwelt dort kennen zu lernen.

Programm: Der Vorstand stellt das Jahresprogramm zusammen; von links: Hauptwanderwart Hans Schlosser, Beisitzer Gerhard Teichmann, Vorsitzender Walter Spieß und Chronist Werner Perlinger.

Außerdem gibt es in der Sektion immer Möglichkeiten für „Auto-Wanderer“: Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, kann mit dem Auto an den Zielpunkt der Wanderer kommen und mit ihnen einkehren. Insgesamt hat der Wald-Verein etwa 30 Aktivitäten jährlich im Angebot. Dazu gehören zwei Tagesfahrten zusammen mit der Sektion Cham, Unternehmungen gemeinsam mit den NaturFreunden, ein Jahresausflug, ein Seniorenausflug, zusammen mit dem Touristikclub Domazlice die Wanderungen zur Öffnung und Schließung des Böhmischen Brunnens, Maiandachten an den Marterln und Wegekreuzen, ein bis zwei Radtouren, eine Weihnachtsfeier, Halbtagswanderungen mit Einkehr im Winter und die Pflege von etwa 40 Bänken.

Der Verein soll attraktiv sein

Radltouren: Auch Radtouren stehen auf dem Programm des Wald-Vereins. Ein bis zwei Mal im Jahr rücken die Mitglieder nicht mit Wanderschuhen, sondern auf dem Drahtesel aus, um die Natur zu erkunden.

Der Verein macht viel, und 50 aktive Mitglieder sind auch noch okay, sagen die Vorstandsmitglieder. Da der Altersdurchschnitt so hoch ist, machen sie sich aber Gedanken über die Zukunft und wollen vorarbeiten. Ein attraktiver Verein soll ihren Nachfolgern Motivation sein, Verantwortung in der Sektion zu übernehmen. Der Verein solle wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden und einen gewissen Stellenwert haben.

Die nächste Wald-Vereins-Aktivität ist am Samstag eine Laternenwanderung durchs Pastritztal mit Einkehr in der NaturFreunde-Hütte. „Auto- Wanderer“ und Nichtmitglieder sind willkommen. Start ist um 17 Uhr am Bahnhof.

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