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Region Cham
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Strafe

Wegen eines Schokoriegels vor Gericht

Ein Mann aus Michelsneukirchen stahl Süßes und legte sich mit dem Filialleiter eines Rodinger Discounters an.

Das Gericht folgte dem Plädoyer der Verteidigung. Foto: Arne Dedert/dpa

Roding.In einem Discounter kam es Anfang April zu einem Zwischenfall. Der Filialleiter beobachtete einen Ladendieb beim Entwenden eines Schokoriegels. Daraufhin versuchte er, den Dieb zu stellen, worauf dieser probierte zu flüchten. Es kam zu einem Gerangel an der Eingangstüre, der Filialleiter stolperte und zog sich leichte Verletzungen zu. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht, der Täter – kein unbeschriebenes Blatt – musste sich nun vor dem Chamer Amtsgericht verantworten.

In seiner Aussage erklärte er, dass er den Diebstahl begangen habe. Er sei am 7. April in Roding gestrandet und habe kein Geld bei sich gehabt. Um seinen Hunger zu stillen, habe er keine Alternative zum Diebstahl des Schokoriegels gesehen. Allerdings habe er keineswegs nach dem Filialleiter gegriffen, sondern sich lediglich weggerissen, um aus dem Geschäft zu kommen. Zudem sei er unter Drogeneinfluss gestanden. Generell sei die Drogenproblematik Grund allen Übels. Er möchte nun eine Therapie machen und strengt Bemühungen diesbezüglich in der JVA an. Nach der Zeugenvernehmung kam die Bewährungshelferin des Angeklagten zu Wort. Obwohl der Klient bereits in Haft sitzt, hat er noch weitere Bewährungen offen. Neben der aktuell zu verbüßenden Restfreiheitsstrafe von fünf Monaten erwartet er noch ein härteres Urteil in einer anderen Sache vom Landgericht Regensburg. Er sei vor der Haft im Substitutionsprogramm gewesen und habe Anfang des Jahres seine Arbeit verloren.

Die Staatsanwaltschaft reduzierte nach der Beweisaufnahme die Klage von vorsätzlicher hin zu fahrlässiger Körperverletzung. Sie beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten, gebildet aus dem Diebstahl und der fahrlässigen Körperverletzung. Eine Bewährung käme nicht mehr in Frage. Die Verteidigung schloss sich den Ausführungen im Wesentlichen an, war aber der Auffassung, dass vier Monate Gesamtfreiheitsstrafe ausreichen, zumal das Urteil vermutlich in das „Regensburger Verfahren“ mit einbezogen wird. Das Gericht folgte dem Plädoyer der Verteidigung. (cai)

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