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Region Cham
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Tragödie

Wenn der Urlaub zum Alptraum wird

Familie Kraus aus Wetterfeld wird bei Venedig von einem Unwetter überrascht. Und plötzlich kracht ein Baum auf ihr Mobilheim.
Von Thomas Mühlbauer

Das heftige Unwetter, in das Familie Kraus aus Wetterfeld in Italien geraten ist, hat eine Spur der Verwüstung gezogen. Fotos: Kraus

Roding.Wie schnell aus dem Traumurlaub ein Alptraum werden kann, erlebte am Donnerstag Familie Kraus aus Wetterfeld am eigenen Leib. Auf einem Campingplatz in Italien hatte sie ein schweres Unwetter überrascht. Der Sturm fegte über das Mobilheim der Familie hinweg und hinterließ ein Trümmerfeld.

Doch, von vorne: Die vierköpfige Familie – Maike, Günther, Celina und Marco – war dabei, ihren Sommerurlaub in Italien zu verbringen. Man wollte Außergewöhnliches erleben, hatte sich deshalb dazu entschieden, nicht in ein Hotel zu gehen und an überfüllten Hotelstränden zu „relaxen“. Nein, in diesem Jahr zog es die Familie vor, auf einem Campingplatz zu urlauben, hatte daher einen Aufenthalt in einem Mobilheim gebucht.

Am vergangenen Sonntag brach die Familie auf nach Italien, wo sie zunächst am Gardasee einen Zwischenstopp einlegte, ehe es einen Tag später weiter ging in Richtung Cavallino nahe Venedig. Hier wollte die Familie den zweiten Teil des Urlaubs am Campingplatz Mediterraneo verbringen.

Schneise der Verwüstung

Familie Kraus aus Wetterfeld kann sich glücklich schätzen, das heftige Unwetter am Campingplatz nahe Venedig gottlob gut überstanden zu haben.

Der Urlaub an der Adria endete am Donnerstag abrupt. Während heftiger Unwetter über Norditalien blieb auch der Campingplatz in Cavallino nicht verschont. Das Unwetter zog eine Schneise der Verwüstung. Die desaströse Folge am Campingplatz waren umgestürzte und entwurzelte Bäume, ferner ein hoher Sachschaden. Auch das sogenannte Mobilheim von Familie Kraus war in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein Baum war direkt draufgefallen, vom Mobilheim so gut wie nichts mehr übrig geblieben. Selbst noch einen Tag danach, am Freitag, als unser Medienhaus Günther Kraus am Handy erreichen konnten, steckte dem zweifachen Familienvater der Schrecken noch in den Gliedern: „Es war für uns ein ganz normaler Urlaubstag, genau so wie man sich die schönsten Tage im Jahr vorstellt. Wir waren zunächst am Strand und haben hier einen herrlichen Tag genossen.“ Da aber konnte noch niemand ahnen, welch unwirtlichen Verlauf vor allem der späte Nachmittag noch nehmen sollte: „Es war gegen 16.30 Uhr, als es plötzlich schwarz geworden war am Himmel und es leicht zu regnen begann. Man hatte es dann auch blitzen gesehen. Wir sind dann alle vier zurück in unser Mobilheim gegangen und haben eigentlich darauf gewartet, dass sich eine Wetterbesserung einstellt“.

Lesen Sie hier: Stürme, Hagel und starke Regenschauer richteten in Norditalien größere Schäden an. Mehrere Menschen mussten ins Krankenhaus.

Weit gefehlt, über den Campingplatz fegte wohl ein „kleiner Tornado“, beziehungsweise eine Windhose. Der Familienvater ließ wissen: „Das war alles innerhalb von fünf Minuten wieder vorbei“. Doch, was in den fünf Minuten alles passiert ist, daran wird die vierköpfige Familie noch lange zurückdenken: „Wir waren im Mobilheim, und plötzlich haben wir gemerkt, wie ein Baum neben dem Haus auf unser Auto fiel, und schon wenige Augenblicke später krachte der zweite Baum herab und fiel diesmal direkt auf unser Mobilheim“. Dann ging alles sehr schnell: „Da denkst du nicht mehr viel, du schaust einfach nur, dass du rauskommst.“ Nur wenige Meter weiter war das Campingmobil einer niederländischen Familie aufgestellt. Wie durch ein Wunder blieb es unversehrt. Hier fand die Familie aus Wetterfeld Unterschlupf, wohl der Beginn einer neuen deutsch-niederländischen Freundschaft.

Schlimme fünf Minuten

Die Rettungskräfte hatten derweil am Campingplatz damit zu kämpfen, dass die Zufahrt erschwert wurde, weil die Zufahrtsstraße von zahlreichen umgestürzten Bäumen versperrt war. Einen Tag danach, am Freitag, wurde auch das ganze Ausmaß der schlimmen fünf Minuten deutlich. Günther Kraus versuchte das Erlebte in Worte zu fassen: „Wenn man das sieht, dann begreift man erst langsam, welch unglaubliches Glück wir alle vier hatten, dass wir das unverletzt überstanden haben“. Während des Sturms – beziehungsweise kurz danach – ist es meist wie so häufig in brenzligen Situationen: Der Körper ist mit Adrenalin „vollgestopft“, und man funktioniert einfach nur noch ...

Eine Bildergalerie mit einigen Eindrücken finden Sie hier:

Unwetter wüten in Caorle und Jesolo

Das Mobilheim am Campingplatz wurde durch den Sturm dem Erdboden gleich gemacht. Familie Kraus selbst hatte hier kein Inventar mit eingebracht, da dies in Italien größtenteils gestellt wird. Hart aber trifft die Familie, dass das Auto stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Froh über das Glück im Unglück

Bereits diesen Samstag wird die Familie, nachdem man noch eine Nacht in einem zur Verfügung gestellten Hotel verbracht hat, die Rückreise nach Wetterfeld antreten. Und ihr Fazit fällt entsprechend aus: „Der Urlaub hat schön begonnen, aber leider ein Ende genommen, so wie wir uns es nicht vorgestellt haben“. Trotz all dem Schaden und Ärger ist die Familie aber auch glücklich. Dieser Urlaub hätte weitaus schlimmere Folgen haben können. Auf jeden Fall war es für die Wetterfelder ein Urlaub, den sie so schnell nicht mehr vergessen werden.

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