mz_logo

Region Cham
Sonntag, 17. Dezember 2017 10

Kreiswerketag

Wer sich nicht verändert, der geht unter

Professor Dorner zeigt die Folgen der Digitalisierung auf und stellt die Frage, ob in Zukunft jeder ein eigenes Auto braucht.

Die Digitalisierung schreite auf allen Gebieten voran und lasse sich nicht aufhalten. Große Plattformen wie Amazon, Facebook, eBay, Alphabet oder WhatsApp nutzen laut Wolfgang Dorner „den Netzwerkeffekt, um Einfluss zu gewinnen“. Foto: dpa

Waldmünchen.Beim letzten Kreiswerketag dieses Jahres lautete das Thema „Digitalisierung und Mobilitätskonzepte der Zukunft“. Mit Professor Wolfgang Dorner hatten die Organisatoren des Zukunftsbüros der Kreiswerke Cham wieder einen kompetenten Referenten eingeladen. Dorner ist Leiter des Technologie Campus Freyung und des Instituts für angewandte Informatik. Seine Themenfelder sind unter anderem Positionierungsdienste, Elektromobilitätsforschung, Navigation und Geoinformatik. In seinem kurzweilig und spannend vorgetragenen Vortrag ging Professor Dorner zum besseren Verständnis auch auf Randaspekte der Thematik ein.

Firmen bleiben auf der Strecke

Professor Wolfgang Dorner referierte. Foto: wbf

„Innovation bedeutet: Aus Ideen und Erfindungen werden Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren, die erfolgreich Anwendung finden beziehungsweise den Markt durchdringen“, definierte Dorner den Entwicklungsprozess. Das Neue setze sich auf dem Markt durch, aber es ersetze etwas Altes. Beispiele dafür sind die Entwicklung der Festplatte bis zum heutigen SSD oder die Entwicklung der Fotografie von der analogen zur heutigen digitalen Technik. Dabei bleiben zwangsläufig viele ehemals führende Unternehmen, die den Anschluss an die Veränderung verpasst haben, auf der Strecke.

Die Digitalisierung schreite auf allen Gebieten voran und lasse sich nicht aufhalten. Große Plattformen wie Amazon, Facebook, eBay, Alphabet oder WhatsApp, um nur einige zu nennen, nutzen laut Dorner „den Netzwerkeffekt, um Einfluss zu gewinnen“. Nach Robert Metcalfe „wächst der Nutzen eines Netzwerkes proportional zu den möglichen Verbindungen zwischen den Teilnehmern. Die Kosten wachsen aber nur proportional zur Teilnehmerzahl“.

„Die Elektromobilität ist nur eine Antriebsalternative.“

Professor Wolfgang Dorner

Die Gefahr durch die Netzwerke bestehe dabei in der Monopolisierung zum Beispiel der Handelsplattformen. Wer heute etwa eine Handkreissäge über das Internet bestelle oder auch nur Informationen einhole, erhalte automatisch Hinweise wie „Andere Kunden, die eine Handkreissäge gekauft haben, interessierten sich auch für...“. Diese personalisierte Werbung sei möglich durch die digitalisierte Erfassung der Kundendaten.

Die steuernde Intelligenz

Nach diesem Exkurs in die Entwicklung der Digitalisierung zeigte der Referent Ansätze für die individuelle Personenbeförderung der Zukunft. Die Elektromobilität sieht er dabei nur als eine Antriebsalternative. Für ihn stellt sich die Frage, ob wir in Zukunft vielleicht gar kein eigenes Fahrzeug mehr benötigen. Auch für das fahrerlose Fahren gebe es bereits viele Beispiele sowohl bei der Deutschen Bahn als auch im Pkw- und Busverkehr. Die steuernde Intelligenz werde hier die Mobilität wesentlich beeinflussen.

Andere Lösungsansätze wie das Carsharing oder ähnliche Systeme werden laut Dorner dazu beitragen, über die Notwendigkeit eines eigenen Fahrzeuges nachzudenken. Benzin-, Diesel- und Erdgasantrieb werden möglicherweise bald aus der Mode kommen und durch neue Antriebssysteme ersetzt werden. Diese Systeme könnten der Auslöser für völlig neue digitale Geschäftsmodelle sein. Welche Innovationen sich durchsetzen und den Markt dominieren werden, das werde die Zukunft zeigen. (wbr)

Weitere Themen aus Waldmünchen lesen Sie hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht