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Region Cham
Dienstag, 21. November 2017 7

Umweltschutz

„Wir machen das nicht aus Jux“

Flussmeister und Bürgermeister verteidigen die Abholzungen rund um den Silbersee gegen Kritik von Naturschützern

Jakob Dessinger (5. v. r.) erläuterte den Vertretern aus Tiefenbach und Treffelstein die Pflegemaßnahmen. Foto: wbf

Treffelstein. Treffelstein. Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg wird in den nächsten zwei bis drei Jahren am Silbersee umfangreiche Pflegearbeiten durchführen. Dabei werden Sträucher und Büsche am Uferstreifen entfernt. Das hat Naturschützer auf den Plan gerufen. Deshalb lud Flussmeister Jakob Dessinger vom Wasserwirtschaftsamt die Bürgermeister und Gemeinderäte der Silbersee-Gemeinden Tiefenbach und Treffelstein zu einem Ortstermin ein. Er erklärte, warum die Arbeiten am Wasserspeicher nötig sind.

Idyllisch liegt der Silbersee in der Senke zwischen Tiefenbach und Treffelstein. Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Badestrand, Beachvolleyballfeld und Rundwanderweg sind nur drei von vielen Freizeitmöglichkeiten. Der Silbersee ist nicht als Badesee, sondern vor allem als Hochwasserrückhaltebecken errichtet worden. Der hauptsächliche Zweck des Speichers sind Hochwasserschutz und Energieerzeugung. Freizeit und Erholung stehen an zweiter Stelle, so Dessinger. Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, seien Pflegemaßnahmen unbedingt erforderlich.

Als der Stausee in den 1960er Jahren gebaut wurde, war der Uferbereich frei von Bäumen und Stauden. Seltene Gräser und Seggen (Sauergrasgewächse) wurden angepflanzt. Diese wurzeln tief und bewegen sich mit dem Wasser. Erst am Ende des Staubereichs wurden Bäume gesetzt. Im Laufe der Jahre, so Dessinger, begann ein zunehmender Wildwuchs am Uferstreifen. Er ist im Staubereich eine Gefährdung für den Hochwasserspeicher. Gerade im Winter, wenn das Wasser steigt, der See gefriert und dann die Schmelze einsetzt, oder bei starken Regenfällen brechen Äste von den Büschen und verstopfen den Grobrechen vor der Einlauftrompete beim Damm. Dessinger: „Eine kontrollierte Wasserabgabe ist dann nicht mehr möglich.“ Um das zu vermeiden, müsse man Pflegemaßnahmen durchführen, betonte der Flussmeister. Der Bund Naturschutz stehe dabei beratend zur Seite. Mit den Arbeiten wurde im Bereich neben dem Badestrand auf der Treffelsteiner Seite bereits begonnen. Schritt für Schritt wird man sich rund um den See arbeiten. Dabei werden nicht nur die Büsche abgeschnitten, sondern auch deren Wurzeln entfernt. Die abgeholzten Flächen werden wieder zu Naturwiesen als Lebensraum für Insekten. Stehen bleiben die großen Bäume zwischen Damm und Badestrand auf der Steiner Seite. Während der Pflegemaßnahme wird der See geringfügig abgesenkt. Dessinger: „Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei.“

Deshalb warb Treffelsteins Bürgermeister Helmut Heumann um Verständnis. Den Gemeinden liege der Naturschutz am Herzen, jedoch stehe die Sicherheit der hinterliegenden Orte wie Witzelsmühle im Vordergrund. „Das ist keine Willkürmaßnahme“, betonte auch sein Tiefenbacher Amtskollege Ludwig Prögler. Er sei sicher, dass der Silbersee trotz der Pflegemaßnahme genug Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere bietet. (wbf)

Der Silbersee

  • Der Silbersee

    wurde im Jahr 1968 als Hochwasserrückhaltebecken mit einer Länge von 1,5 Kilometern gebaut.

  • Sein Wasser

    von einem 285 Meter langen Erddamm aufgestaut.

  • Im Wasserkraftwerk

    des Speichers wird Strom erzeugt.

  • Bei normalem Wasserstand

    überflutet er eine Fläche von 38 Hektar.

  • Bei Vollstau

    stünden 118 Hektar mit einer Wassermenge von gut fünf Millionen Kubikmetern zur Verfügung. (wbf)

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