mz_logo

Region Cham
Donnerstag, 23. November 2017 3

MZ-Serie

Wo THX ganz einfach Danke heißt

Wenn Eltern nur Bahnhof verstehen, dann schreiben Kinder im „ChatSlang“. Netz-Expertin Birgit Zwicknagel erklärt den Jargon.
Von Birgit Zwicknagel

Viele Kinder und Jugendliche schreiben im sogenannten „ChatSlang“ oder „Netzjargon“. Foto: dpa

Cham.Diese Woche hatte ich mal ein äußerst lustiges Erlebnis: Eine Mutter hat mir eine WhatsApp-Antwort ihres 13-jährigen Sohnes gezeigt und mit völlig verzweifelter Miene gesagt: „Ich verstehe kein Wort von dem, was er da geschrieben hat…“ Da stand als Antwort: „np bb“ … Nichts ungewöhnliches, wenn die Kinder im sog. „ChatSlang“ oder „Netzjargon“ schreiben. Es ist ganz normal geworden, dass Begriffe oder sogar Teilsätze durch die jeweiligen Anfangsbuchstaben abgekürzt werden. Häufig sind das dann auch noch die englischen Begriffe, wie bei der Nachricht hier. Das „np“ steht für „no problem“, also „kein Problem“ und das „bb“ für „bis bald“. Ganz einfach, wenn man’s weiß. Auch die bei uns gängige bayerische Mundart wird häufig geschrieben und nicht zu vergessen die unzähligen Smilies bzw. Emoticons, die jeden Satz umrahmen. Da kann man als Elternteil schon mal verzweifeln oder selbst ganz schnell mal den falschen Emoticon auswählen.

Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik

Nun gibt es die Eltern, die sofort das Ganze als kompletten Unsinn abwinken und den Kindern das auch so sagen. Sätze wie „Könnt ihr nicht mehr normal schreiben. So ein Schmarrn“, höre ich recht häufig. Das Ergebnis: die Eltern sind für ihre Kinder uncool, altmodisch und von gestern. Mein Rat: bleiben Sie einfach Up-to-date. Wir müssen nicht jeden Trend der jetzigen Zeit VERSTEHEN, aber wir sollten ihn auch nicht von vornherein ablehnen und mit Sätzen unserer Großeltern abwerten wie „früher war das alles anders“. Wer sich in die Welt der Kürzel hineinlesen will, sollte einfach mal danach im Internet suchen. Oft wird man mit Suchbegriffen wie „Chatiquette“ oder „Kürzel im Chat“ schon fündig und erhält eine Übersicht der gängigsten Abkürzungen. Und glauben Sie mir: Ihren Kindern gehen die Augen über wenn Sie in ihrer Sprache antworten ;). Und keine Sorge darüber, ob unsere Kinder wegen dieses ChatSlangs verdummen. Ich kenne viele Schüler, die ausschließlich „kürzeln“ und in Deutsch trotzdem eine gute Note haben.

Trotzdem sollte man am Ende unterscheiden, WO man diese Kürzel schreibt. Im Chat, einer WhatsApp oder SMS ist das völlig o.k. Aber im geschäftlichen Schriftverkehr – egal ob per Brief oder Mail - hat diese „Punkt-Komma-Strich“-Sprache dann doch nichts zu suchen!

In diesem Sinne „CU“ (spätestens nächsten Monat), „THX“ für Ihre Lesertreue und *wink*… na, alles verstanden? :D

Birgit Zwicknagel hält in Schulen regelmäßig Vorträge über Gefahren im Internet. Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel vom Verein die Computermäuse im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam und schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Eine Hilfe und eine Broschüre zum Thema gibt es unter www.clever-ins-netz.de

Weitere Kolumnen unserer Autorin finden Sie hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht