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Region Cham
Samstag, 23. September 2017 19° 1

Soziales

Wohin mit den Kindern in den Ferien?

Was mit den Kleinen tun, wenn die Eltern nicht so lange frei haben? Firmen bieten im Landkreis Cham keine Kinderbetreuung.
Von Steffi Bauer

In den Firmen des Landkreises gibt es keine Kinderbetreuung für den nachwuchs der Mitarbeiter.

Cham.Alles reine Ansichtssache: Für Schulkinder, aber vielleicht auch schon für das ein oder andere KiTa-Kind, könnten die Sommerferien noch ewig dauern. Die Eltern hingegen stellen die Wochen, in denen die gewohnte Fremdbetreuung ihrer Sprösslinge wegfällt, oft vor eine Herausforderung – bekanntermaßen gibt es das ganze Jahr hindurch mehr Ferientage, als der durchschnittliche Angestellte Urlaub nehmen kann.

Viele Krippen und Kindergärten nehmen nach einer Sommerpause erst Ende August wieder ihren regulären Betrieb auf, und bis die Schulferien zu Ende sind, muss man in Bayern wie jedes Jahr bis Mitte September warten.

Manches größere Unternehmen hat diese Problematik erkannt und bietet, um die Schließzeiten der Kindertagesstätten und Schulen zu überbrücken, eine Ferienbetreuung für die Kinder seiner Mitarbeiter an. Auch in Cham?

„Bedarf nicht vorhanden“

So wie es aussieht, eher weniger. Einzig bei der Molkerei Goldsteig wurde dieses Thema von der Geschäftsleitung vor einigen Jahren einmal angedacht, erinnert sich der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Stefan Stockerl. „Aber wirklich nur als Randnotiz, denn im Endeffekt ist bei uns der Bedarf nicht ausreichend vorhanden.“ Die „Teilzeit-Mamis“ brächten ihre Kinder meist in die nahegelegene Kindertagesstätte. Auch bei Stangl & Kulzer ist die Ferienbetreuung kein Thema. „Wir sind bis jetzt noch nie von unseren Angestellten dahingehend angesprochen worden. Aber wir sehen auch immer zu, dass die Mitarbeiter im Bedarfsfall frei bekommen“, so Hans Stangl. Ähnlich sieht es bei der Firma Zollner in Zandt aus, dem Kaufhaus Frey in Cham oder der Stadtverwaltung Cham, und auch bei den Gewerkschaften, wie Verdi, der IG Metall oder der NGG, gibt es für die Region kaum offizielle Anfragen nach firmeneigenen Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Die arbeitenden Eltern scheinen sich anderweitig arrangiert zu haben. Wer sich bei der Ferienbetreuung nicht mit dem Partner abwechseln oder Verwandte und Freunde einspannen kann, hat beispielsweise die Möglichkeit, die Angebote des „Lokalen Bündnisses für Familie im Landkreis Cham“ zu nutzen. In einem Flyer, der auch online einsehbar ist, ist zusammengefasst, welche Möglichkeiten einer verlässlichen Ferienbetreuung es generell im Landkreis gibt, informiert die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Maria-Luise Segl.

Ein Info-Flyer für die Eltern

Tanz auf dem Seil beim ASV

Das Faltblatt listet Angebote an Kinder-Ferienbetreuungen von Städten, Vereinen und freien Trägern auf. Auch Hinweise zu offenen Freizeit-Angeboten in den Ferien, zu Freizeit-Einrichtungen im Landkreis und zu Möglichkeiten der Kinderbetreuung durch Tagespflegepersonen oder in Kindertageseinrichtungen werden darin aufgeführt. „Der ASV Cham zum Beispiel ist in dieser Hinsicht sehr aktiv“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Spaß mit dem CircusMobil haben die Kinder derzeit bei der Ferienbetreuung des ASV Cham. Dabei geht es auch um Integration durch Sport. Für Kurzentschlossene sind bei der Ferienfreizeit des ASV Cham für Kinder von vier bis 12 Jahren bis 1. September noch Plätze frei.Fotos: ASV Cham

Vom Landratsamt wird übrigens mit den „Landkreis-Mäusen“ in einem Nebengebäude eine eigene Betreuung für die Kinder von Mitarbeitern angeboten, eine sogenannte „qualifizierte Großtagespflegestelle“, die mittlerweile auch von Externen genutzt wird, wie Maria-Luise Segl weiß. Maximal acht bis zehn Kinder im Alter von null bis drei Jahren werden hier aufgenommen, für 2018/19 gibt es eine Warteliste. Die Betreuungszeiten bei den „Landkreis-Mäusen“ entsprechen in etwa denen der meisten Kindertagesstätten, aber in den Sommerferien ist nicht lange geschlossen, in diesem Jahr nur vom 10. bis 26. August.

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