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Statistik

Zahl der Unfälle steigt stetig

Polizei Waldmünchen: „Nicht so erfreulich wie letztes Jahr, aber noch kein Grund zur Sorge“. In einem Jahr passierten fast 200 Wildunfälle.
Von Wulf Hiob

  • Tragisch mit dem Tod eines jungen Mannes endete im Vorjahr ein Verkehrsunfall auf der B 22 zwischen Schönthal und Rötz.Foto: Archiv Sturm
  • Stationsleiter Siegfried Meckl und POK Josef Kussinger erläuterten die Verkehrsunfallbilanz.Foto: Hiob

Waldmünchen.„Nicht so erfreulich wie im Vorjahr, aber nicht besorgniserregend“, lautete das Fazit von Polizeihauptkommissar Siegfried Meckl bei der Vorlage der Unfallstatistik im Bereich der Polizeistation Waldmünchen, der seit 2008 den gesamten Altlandkreis umfasst. Deshalb lassen sich erstmals die Zahlen langfristig vergleichen, die seitdem langsam aber beständig steigen – mit einem „positiven Ausreißer nach unten im Jahr 2011“. Diese Entwicklung entspricht insgesamt dem allgemeinen Trend in Bayern, stellt der Stationsleiter klar.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle hat sich zwar drastisch von 322 um rund 30 Prozent auf 421 erhöht, doch hielten sich dabei die Unfälle mit Personenschaden (54) in Grenzen, ebenso wie die mit schwerem Sachschaden (66), die um einen Fall rückläufig waren. Zum besseren Verständnis erläuterte PHK Siegfried Meckl, dass es bei Unfällen mit schwerem Sachschaden nicht um die finanzielle Schadenshöhe geht, sondern ob der Unfallverursacher mit einer Geldbuße belegt wird oder mit einer Verwarnung davonkommt.

Null Disco- oder Schulwegunfälle

Den größten Teil des Unfallgeschehens machten die Kleinunfälle aus, von denen im Vorjahr 301 registriert wurden (+40,65 Prozent), wobei es sich bei fast zwei Dritteln davon um Wildunfälle handelte. Als sehr erfreulich bezeichnete Meckl die Null-Nummern bei den „Freizeitunfällen“ (hinter diesem Begriff verbergen sich die oft tragisch endenden Disco-Fahrten junger Leute) und bei den Schulwegunfällen.

Speziell bei letzterem galt sein Dank deshalb POK Josef Kussinger, der täglich auf den Schulwegen unterwegs ist und die Kinder im Verkehrsunterricht schult sowie den Schülerlotsen, Schulweghelfern und auch den Busfahrern, die besonders im Winter große Sorgfalt walten lassen.

Zehn Autofahrten unter Drogeneinfluss wurden bei den Kontrollen festgestellt, als Unfallursache kamen sie in keinem Fall in Betracht. Mit Alkohol am Steuer sind 18 „folgenlose Trunkenheitsfahrten“ bei Kontrollen aufgeflogen, wobei sich zehn Fahrer im Vergehensbereich zwischen 0,5 und 1,09 Promille befanden, während acht mehr als 1,10 Promille im Blut hatten. Spitzenreiter war hier ein Wert von 1,87 Promille. Eine klare „Zielgruppe“ konnte die Polizei nicht feststellen, „das geht querbeet durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten und ist auch am Geschlecht nicht festzumachen“, erklärte Siegfried Meckl.

Hohe Aufklärung bei Fahrerflucht

Bei fünf Unfällen war allerdings Alkohol am Steuer mit die Ursache, eine Person kam dabei ums Leben, zwei wurden verletzt. In zwei Fällen ging es glimpflich mit Sachschäden aus. Stolz verwiesen die Polizeikräfte auf die Aufklärungsquote von 43, 5 Prozent bei den Fahrerfluchten nach Unfällen, bei der sie weitgehend auf die Beobachtungen und Hinweise von Zeugen angewiesen sind, weil es sich oftmals um „Parkplatzrempeleien“ handelt.

Gefahrenstellen entschärft

Unfallschwerpunkte lassen sich seit Jahren nicht mehr in der Polizeistatistik erkennen, die einzelnen Fälle verteilen sich auf das gesamte Einsatzgebiet im Altlandkreis. Dies spricht nach Ansicht von Siegfried Meckl für vernünftiges Verhalten der Verkehrsteilnehmer sowie für die gute Sicherungsarbeit der Polizei. Gefahrenstellen würden bei regelmäßigen Verkehrsschauen ins Visier genommen und – soweit möglich– mit geeigneten Maßnahme entschärft. Als ein Beispiel führte er die früher unfallträchtige Kreuzung der Hussitenstraße bei Eglsee an, die nach einer baulichen Verlegung der Einmündung keinen „Durchschuss“ mehr zulässt.

Keine konkreten Zahlen liegen der Polizeistation über die Ergebnisse der Radarmessungen der Verkehrsinspektion Regensburg vor. Sie selbst hatte die Laserpistole im Vorjahr an 58 Stunden in Betrieb. Dabei gab es insgesamt 73 Beanstandungen, so Meckl, wobei sie nicht Jagd auf kleine Temposünder im Bereich von 10 oder 15 km/h zu schnell machten, sondern die richtigen „Ausreißer“ bremsen wollten.

Längst vom Tisch sind die kommunalen Geschwindigkeitsüberwachungen, die noch vor wenigen Jahren heiß diskutiert wurden. „Selbst über einen Zweckverband rentiert sich der Einsatz nicht und eine Gemeinde allein kann sich das sowieso nicht leisten“, erklärt dazu Meckl.

Unfallursachen in Prozent

Mit 24 Prozent führten „restliche Ursachen“ zu den meisten Unfällen. Darunter fallen u. a. unzureichende Ladungssicherheit, Parkplatz-Rempler oder unzulässiges Halten bzw. Parken.

Mit 20 Prozent folgen Fehler beim Wenden, Rückwärtsfahren, Abbiegen, Ein- oder Ausfahren.

17 Prozent der Unfälle beruhen auf Nichtbeachten der Vorfahrt.

12 Prozent sind zurückzuführen auf falsche Straßenbenutzung oder Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebots.

In 11 Prozent der Fälle war überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache.

Sieben Prozent machte ein ungenügender Sicherheitsabstand aus.

Nur fünf Prozent der Unfälle passierte aufgrund von Alkohol, Drogen, anderer berauschender Mittel (Medikamente) bzw. Übermüdung am Steuer.

Vier Prozent gehen auf Fehler beim Überholen, Vorbeifahren oder Nebeneinanderfahren zurück.

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