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Mittwoch, 22. November 2017 3

Kommune

Zell fühlt sich nicht wohl

Der Gemeinderat beklagt, dass die Stadt Schüler abzieht und so die Mittelschule in Wald gefährdet. Jetzt liebäugelt man mit Nittenau.

Bleibt die Schule im Ort für die Zeller Kinder? Die Gemeinde kämpft darum. Foto: Archiv rsu

Zell.Die Schulen sollen im ländlichen Raum erhalten und unterstützt werden, so das Resümee der letzten Sitzung des Gemeinderates Zell. Der erste Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der neuen Schulleitung für die Grundschule Zell zum neuen Schuljahr.

Karl Weinbeck, Rektor der Grundschule Wald, wird die Leitung der Grundschule Zell mit übernehmen. In Zell wird die bestehende Schulleiterstelle mit einer Konrektorin besetzt. Karl Weinbeck und die Konrektorin Elisabeth Höchbauer wurden in der Sitzung vorgestellt, nachdem die Ära Stubenrauch mit dem verdienten Ruhestand zu Ende gegangen ist.

Rektor Weinbeck erläuterte, dass aufgrund des Geburtenrückgangs und Lehrermangels derzeit größere Einheiten unter einer Schulleitung gebildet werden. Die Eigenständigkeit der beiden Schulen sei davon aber nicht beeinträchtigt. Weinbeck war bereits zu Beginn seiner Lehramtstätigkeit von 1977 bis 1981 an der Grundschule Zell. Der Ort liege ihm am Herzen, sagte er: „Mit Zell hat meine Schulzeit begonnen, mit Zell endet sie auch.“

Die neue Schulleitung

Konrektorin Elisabeth Höchbauer stammt aus Falkenstein und war bisher in Oberbayern und zuvor im Referendariat in Walderbach. Ein Schwerpunkt ist ihr die musische Erziehung, die sie studiert hat. Beide wollen die Grundschule voranbringen, erklärten sie. Mit dem Zusammenschluss soll die musikalische Ausbildung gefördert und technische Möglichkeiten der Grund- und Mittelschule Wald sollen mit genutzt werden. Im Schuljahr 2017/18 gibt es drei Klassen. Eine Kombiklasse mit den Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie eine 3. und 4. Klasse. In der Kombiklasse ist für acht Stunden eine zweite Lehrkraft (Förderlehrer) mit eingesetzt, so dass hier auch getrennt unterrichtet werden kann. Als nächstes befasste sich das Gremium mit der Änderung des Kooperationsvertrags für den Schulverbund Roding, die eine längere Diskussion mit sich brachte. In der Sitzung am 24. Juli wurde beschlossen, dass eine Ergänzungsvereinbarung dazu abgelehnt wird. Bürgermeister Thomas Schwarzfischer erklärte, im Schulverbund finde eine solche Kooperation derzeit nicht statt. In den zwei Sitzungen, die es mit dem Kooperationspartner gegeben hat, sei von der Stadt Roding jeweils eine Kostenerhöhung gefordert worden. Die Gemeinde Wald habe die Änderung des Kooperationsvertrages abgelehnt. Als Alternative hätten bereits Gespräche mit Nittenau stattgefunden.

Gründe für den Schüler-Rückgang

Rektor Weinbeck merkte an, dass die erforderliche Schülerzahl zur Klassenbildung der Mittelschule Wald und Walderbach an der Untergrenze liegen. Grund für die rückläufigen Schüler sei vor allem der starke Strom zur gebundenen Ganztagsschule in Roding. In einem Elternrundschreiben wurde das Erfordernis eines Ganztagsangebots abgefragt mit dem Ergebnis, dass hierzu kein Interesse besteht. Desto unverständlicher sei der Abgang zum gebundenen Ganztagesunterricht nach Roding, so der Rektor.

Bei dem gebundenen Ganztagesunterricht finde auch Nachmittagsunterricht statt. Die Schüler haben nach der Schule alle ihre schulischen Aufgaben erledigt, was zu einer Entlastung der Eltern führt. Im nächsten Schuljahr 2017/18 werden die 5. und 6. Klasse nach Roding geholt, wegen der Schulhaussanierung in Roding müssen jedoch andere Klassen ausgelagert werden. Eine Anregung zur Auslagerung nach Wald oder Walderbach blieb erfolglos. Nachgefragt wurde, ob auch von einem neuen Schulverbundpartner ein Einziehen der Schüler an einen zentralen Schulstandort möglich ist, wie es derzeit mit Roding der Fall ist. Rektor Weinbeck erläuterte, dass aufgrund des Einbruchs der Schülerzahlen die Schulen Wald und Walderbach alleine nicht die erforderlichen Zahlen aufweisen können, um eigenständig zu bleiben. Die Klassenbildung unterliege dem Schulverbundkoordinator, dem Rektor der Schule in Roding.

Rektor Weinbeck erläuterte, dass im kommenden Schuljahr 2017/18 in den 4. Klassen der Grundschulen Wald, Walderbach und Zell 60 Schüler sind, so dass voraussichtlich im Schuljahr 2018/19 wieder eine 5. Klasse in Wald oder Walderbach gebildet werden kann.

Kommt es zur Kündigung?

Ein Bestehen der Mittelschulen ohne einen Schulverbund sei für beide Schulen nicht möglich, da drei Faktoren erfüllt werden müssten: M-Zug, Ganztagsbetreuung, drei fachpraktische Fächer. Angemerkt wurde hierzu, dass sehr viele Eltern in Roding arbeiten und ein Bezug nach Nittenau fehle. Zudem sollen vor einer endgültigen Entscheidung die Eltern beteiligt werden. Der Kooperationsvertrag kann frühestens zum Ende des Schuljahres 2018/19 gekündigt werden mit einer Frist von einem Jahr, so dass noch ein Jahr für das Ausloten von Optionen besteht. Das Gremium nahm den Sachverhalt zur Kenntnis.

Gemeinderat in Kürze

Für das Leaderprojekt „Bewegung-Begegnung-Besinnung Burg Lobenstein“ beginnen die Bauarbeiten in zwei bis drei Wochen.

Nachgefragt wurde, wann die Gastherme in Rathaus erneuert wird. Die Arbeiten sollen im August/September durchgeführt werden.

Die Bordsteine im Talweg müssen befestigt werden.

Die Klärkanäle in Martinsneukirchen riechen übel, die Firma Sedlmeier soll die Zyklen überprüfen und gegebenenfalls die Intervalle der Pumpe anpassen.

Moniert wurde das lose liegende Kabel der Telekom in der Kirchstraße. Die Leitung kann jetzt wieder verlegt werden. Eine Asphaltierung ist aber derzeit nicht sinnvoll, da die Kirchstraße mit Gehweg eventuell 2018 saniert wird. Über eine entsprechende Entschädigung wird derzeit verhandelt.

An der Straße nach Hammühle ist das Bankett abgefahren und soll ausgebessert werden. Eine Senkung der Straße zum Anwesen Schafberger Hochholz bei der Querung der Megal-Leitung wurde angemahnt. Angeregt wurde in diesem Zusammenhang, den Volleyballplatz in Schillertswiesen zu mähen.

Der Geh- und Radweg Zell-Beucherling soll an der Perlenbachstraße über den Perlenbach weiterführen und die bereits vorhandenen Wege (Am Waldrand) mit einbeziehen, bis er am Scheitelpunkt der Staatsstraße entlang dieser nach Kiesried verläuft. Voraussichtlich wird hierzu eine Aufschüttung erforderlich sein, um die Steigung zu verringern. Der Gemeinderat zeigte sich mit der Trassenführung einverstanden.

Die Straße Lackberg wird nicht saniert, da die meisten Beschädigungen im Falkensteiner Gebiet sind. Willetstetten wird mit der Kreisstraßensanierung noch dieses Jahr durchgeführt. (rsu)

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