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Region Cham
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Sicherheit

Zu Besuch bei Polizei und Zoll in Furth

MdB Karl Holmeier, MdL Dr. Gerhard Hopp, Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Sandro Bauer überbrachten Weihnachtsgrüße.
Von Monika Kammermeier

Die vier Politiker informierten sich über die Arbeit der Polizei- und Zollbeamten an der Grenze. Foto: Kammermeier

Furth im Wald.MdB Karl Holmeier, MdL Dr. Gerhard Hopp, Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Sandro Bauer haben der Polizei und dem Zoll einen weihnachtlichen Besuch abgestattet. Zugegen waren Polizeihauptkommissar Ludwig Kreitl, Michael Leitermann, stellvertretender Kommissariatsleiter der Kriminalpolizei Regensburg, Standort Furth im Wald, Polizeihauptkommissar Konrad Freimuth und die stellvertretende Fahndungsgruppenleiterin Sonja Meindl.

Bürgermeister Sandro Bauer (links) hatte für Polizei- und Zollbeamte Präsente mitgebracht. Foto: Kammermeier

Thomas Burkhard von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit begrüßte die Abordnung in den Räumen des Zollamts. Dort seien zwei Arbeitsbereiche vertreten, stellte er vor, der Bereich der Prüfungen und der der komplexen Ermittlungsverfahren. Zuständig sei man für den Landkreis, sagte Burkhard. Man sei hier gut beschäftigt und habe gute Ermittlungserfolge.

Kräfte werden gebündelt

Mit der Einführung des Mindestlohns seien die Aufgaben mehr geworden. Der Sozialversicherungsschaden belaufe sich in diesem Sektor im bis zu siebenstelligen Bereich und ziehe Haftstrafen von drei bis vier Jahren nach sich. Für solche Verfahren brauche es geschultes Personal, erklärte Wolfgang Braun von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Die Firmen seien trickreich im Verschleiern.

1,8 Millionen Beschäftigte erhalten noch nicht den Mindestlohn. Dabei werden oft die Arbeitszeiten nicht vergütet, sagte Braun. Zum Beispiel zahle man im Einzelhandel nach Öffnungszeiten, die Arbeitenden kämen aber früher und gingen später. Burkhard sagte, man kontrolliere vor Ort und spreche mit den Beschäftigten. Man brauche die Arbeitszeitaufzeichnungen, und es sei so, dass jede Firma im Prinzip diese aufschreibe. Dabei sei es auch wichtig, ob Ruhezeiten eingehalten würden. Burkhard sagte, dass man von etwa neun Euro pro Stunde Mindestlohn spreche und stellte die Frage in den Raum, ob man von diesem Geld leben könne. Seiner Meinung nach nicht unbedingt.

Landrat Löffler sagte, dass man am Standort Furth im Wald eine Bündelung von Kräften habe. Die Grenze habe ein anderes Gesicht bekommen, doch der Verkehr fahre hier durch. Die Bevölkerung solle sicher leben. Die Arbeit, die hier erledigt werde, sei wertvoll und diene dem Wohlstand und dem Sicherheitsgefühl. Man sei dankbar für die Arbeit, die die verschiedenen Bereiche leisteten. Der Mindestlohn sei ein wichtiges Thema, bei dem eventuell nachjustiert werden müsse. Die Bürokratie dürfe nicht überfordert werden, und nicht alle gehörten unter Generalverdacht gestellt.

Kreitl sagte, dass die Polizeiinspektion Furth im Wald die größte sei im Landkreis. Das Personal sei immer Thema, vor allem angesichts der Aufgabenmehrung. Die Fahndungsgruppe müsse besser ausgestattet werden. Die Polizeiinspektion hatte ein besonders belastendes und außergewöhnliches Ereignis dieses Jahr in Arnschwang mit dem Tötungsdelikt. Löffler lobte, dass bei dieser Tragödie das Zusammenspiel aller Bereiche und Einheiten gut funktioniert habe und sprach seinen höchsten Respekt aus. Was in Arnschwang geschehen ist, könne man fast nicht glauben, sagte Sandro Bauer. Die Region sei ein typisch ländliches Gebiet, und man sei froh darüber, wie hier für Sicherheit gesorgt werde.

MdL Dr. Gerhard Hopp sagte, dass einer Befragung von 1000 Menschen zufolge sich die größten Sorgen um den Arbeitsplatz und um die Sicherheit drehen. Er dankte dafür, dass die verschiedenen Bereiche wie Landespolizei, Bundespolizei und Zoll ineinandergreifen und für die Sicherheit sorgten. „Wir stehen hinter ihnen“, sagte Hopp. Sie hätten schwierige Einsätze und bräuchten gute Ausstattung und Personal. Da müsse man kontinuierlich etwas tun, auch wenn es nicht so schnell gehe, sei man dran. Die Aufgriffe der Schleierfahndung in der Region seien wichtig für die Sicherheit in ganz Deutschland.

Frieden und Sicherheit

Holmeier betonte ebenso, dass Frieden und Sicherheit wichtig für Land und Leute seien. Die Sicherheit in der Gegend habe sich erhöht, sagte er, die Straftaten seien rückläufig, aber das Gefühl der Menschen sei ein anderes. Zum Thema Mindestlohn sagte er, dass er immer ein Befürworter war. Laut Spiegel bekämen 1,8 Millionen Arbeitnehmer den Mindestlohn noch nicht, und da müsse kontrolliert werden. Freimuth dankte für den Besuch der Politiker und sagte, dass man sich nach außen gut vertreten fühle. Überall sei jedoch das Personal zurückgegangen. Wenn es mehr Personal gebe, hätte man auch mehr Aufgriffe und mehr Sicherheit.

Michael Leitermann stellte seinen Bereich der Kriminalpolizei vor. Dort arbeiteten acht Beamte. Zu ihren Aufgaben gehörten die grenzüberschreitenden Delikte, die gesamte Falschgeldkriminalität innerhalb der Kriminalpolizei Regensburg, die Internetkriminalität (Darknet) und was ganz aktuell sei, die KFZ-Diebstähle und Verschiebungen ins Ausland. Leitermann sagte, dass die Täter eine gute Logistik und die technische Ausstattung für den Diebstahl hätten. Im Darknet gehe es um Falschgelddelikte und Drogen. Man könne einkaufen wie bei Amazon. Die Ermittlungen seien schwierig.

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