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Region Cham
Samstag, 25. November 2017 4

Infrastruktur

Zufahrt-Debatte dreht sich im Kreis

Was passiert, wenn die provisorische Zufahrt zur Firma Riedl in Wetterfeld rückgebaut ist? Bucher befürchtet Lärm im Dorf.
Von Thomas Mühlbauer

An der provisorische Zufahrt zur Firma Riedl entzündet sich die Debatte. Um eine Lösung ringen Stadt und Straßenbauer. Foto: rtn

Roding.Die Baumaßnahme in Wetterfeld, genau diese ist am Montagabend in der Stadtratssitzung unter dem Punkt Bekanntmachungen angesprochen worden. Stadtratsmitglied Andreas Bucher aus Wetterfeld hatte sich bei Bürgermeister Franz Reichold über den Sachstand der Bauarbeiten sowie insbesondere die Zufahrt zur Firma Riedl, die ja derzeit über einen provisorischen Auffahrast an die B 85 angebunden ist (wir berichteten), erkundigt.

Wie Andreas Bucher hierzu ausführte, habe man im Herbst 2016, also vor fast einem Jahr erkannt, dass, wenn die Gesamtmaßnahme fertiggestellt sei und die provisorische Zufahrt rückgebaut werde, der Schwerlastverkehr wieder durch das Dorf geführt werden müsste, sofern man die Firma erreichen wolle. Dies habe man auch beim Staatlichen Bauamt mehrfach angesprochen, doch bislang ohne Erfolg. Denn, sofern die Arbeiten durch die Witterung weiter im Zeitplan voranschreiten können, dürfte die Maßnahme in absehbarer Zeit komplett abgeschlossen sein.

Innerhalb der Schallschutzmauern

Bucher: „Dann fahren die Lkw innerhalb der Schallschutzmauern durch das Dorf hindurch, um das Unternehmen zu erreichen. Der Lärm dürfte deshalb wohl um ein Vielfaches höher sein.“ Bucher weiter: „Wir haben eigentlich die Maßnahme realisiert, um den Schwerlastverkehr aus dem Ort raus zu haben.“ Wenn es wirklich so kommen sollte, dass die Lkw wieder durchs Dorf fahren, dann, so Bucher, „ist das – aus Bürgersicht gesehen – eine Frechheit“. Die Stadt Roding mit Bürgermeister Franz Reichold sei so seit Monaten bemüht, hier mit dem Staatlichen Bauamt eine Lösung zu erarbeiten und zu finden, so seien sogar Ingenieurleistungen in Auftrag gegeben worden, um hier Möglichkeiten für diese Zufahrt zu finden. „Mit diesen Leistungen ist die Stadt in Vorleistung gegangen.“ Bucher fragt sich:  „War das nun alles umsonst“? Für den Wetterfelder Stadtrat dränge sich dabei langsam, aber sicher die Frage auf: Wolle das Straßenbauamt das aussitzen?

Im Ortsteil Wetterfeld laufen die Arbeiten. Foto: rtn

Bürgermeister Reichold sagte nach Buchers Ausführungen: „Es haben in letzter Zeit noch einmal Gespräche stattgefunden. Wir als Stadt können uns es nicht leisten, selbst die Auffahrt zu bauen und zu finanzieren, das ist für alle klar.“ Reichold sagte weiter: „Eine Möglichkeit wäre noch, den bestehenden Radweg als Gemeindeverbindungsstraße auszubauen“, und so Anschluss/Zufahrt für das Unternehmen und den Lkw-Verkehr an den Kreisverkehr herzustellen. Doch scheine diese Lösung mehr als fraglich, müsste doch hier eine Steigung von annähernd 14 Prozent überwunden werden. Reichold wolle die Flinte aber noch nicht ins Korn werfen: „Vonseiten der Kommune werden wir alles versuchen, um eine Lösung zu finden.“ Reichold ist die verzwickte Lage aber auch bewusst: „Ich sag’ es ganz ehrlich, ich bin zurzeit nicht sehr optimistisch, dass es was wird.“

Reichold machte am Montag im Stadtrat noch einmal deutlich: „Ich verstehe das ganze Theater nicht. Es ist schon allein wegen den Bürgern geboten, dass man diese Zufahrt baut.“ Immer wieder werde auch thematisiert, wieso man nicht schon viel früher bzw. in der Planung auf diese Situation hingewirkt habe. Hierzu sagte Reichold: „Zur damaligen Zeit, war uns einfach nicht so bewusst, dass das Unternehmen Riedl so stark frequentiert ist, und jetzt zu sagen, ihr hättet das viel früher sagen müssen, ist nicht fair.“ Bürgermeister Franz Reichold konnte und wollte auch am Montag die verzwickte Situation nicht von der Hand weisen: „Momentan drehen wir uns im Kreis, wir tun aber alles, um es zu lösen, das ist derzeit eine sehr unerfreuliche Sache.“

Baudirektor Dr. Richard Bosl, Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis Cham am Staatlichen Bauamt Regensburg, sagte auf Nachfrage unseres Medienhauses zum derzeitigen Sachstand der Arbeiten: „Die Arbeiten gehen langsam dem Ende entgegen. So wird in der kommenden Woche die Behelfsumfahrung, die im Ort am Kreisverkehr vorbeigeführt hat, zurückgebaut.“ Der Verkehr werde dann bereits über den Kreisverkehr im Ort geführt. Zudem sei in der kommenden Woche geplant, die Anbindung in Richtung Wasserwerk zu asphaltieren, sofern es die Witterung zulasse. Zudem informierte Bosl darüber, dass noch kleinere Erdarbeiten in Richtung Osten erledigt werden müssten. In diesem Zuge soll auch der Regentalradweg, der an der Firma Riedl vorbeiführt, angeschlossen werden. Dies bedeutet aber auch, so Bosl: „Wenn wir das herstellen, wird man die derzeit bestehende Behelfszufahrt zur Firma Riedl in dieser Form nicht mehr aufrecht erhalten können.“

„Ein mustergültiges Projekt“

Darauf angesprochen, wie das Unternehmen künftig nun angefahren werden müsse, sagt Bosl: „Nach derzeitigem Stand müssen die Lkw die Erschließungsstraße über die Ortschaft Wetterfeld nutzen.“ Doch auch an Dr. Richard Bosl sei die derzeitige Diskussion nicht vorbeigegangen: „Wir hoffen natürlich hier auf eine zeitnahe Entscheidung, wie man diese Problematik mit der Zufahrt lösen kann.“

Fragt man Dr. Richard Bosl nach der Gesamtbetrachtung des über 42 Millionen Euro teuren Projektes, so lässt er wissen: „Wenn ich zurückblicke, bin ich der Überzeugung, dass es ein mustergültiges Projekt war.“

Weitere Arbeiten entlang der Bundesstraße B 85:

Entwässerung: Wie Dr. Richard Bosl vom Staatlichen Bauamt Regensburg im Gespräch mit unserem Medienhaus wissen lässt, laufen derzeit die Arbeiten zur Entwässerung, die größtenteils abgeschlossen sind.

Behelfsumfahrung: Zudem sei es durchaus denkbar, dass man in diesem Jahr sogar noch mit den Arbeiten zur Behelfsumfahrung in Roding-Ost beginnt. Doch hänge dies, so Bosl, von der Witterung und den Baufirmen ab.

Weitere Meldungen aus Roding finden Sie hier.

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