Am Regen hat‘s wieder kräftig gerockt
Die Chartbreaker von „Eisbrecher“ brachten Walderbach in Deutsch-Rock-Extase. Mehr als tausend Gitarrenanbeter pilgerten zu Rock am Regen.
Neue Deutsche Härte: Rock am Regen war ein Muss für Eisbrecherfans.
Walderbach. Halb zwölf zeigte die Turmuhr der Walderbacher Klosterkirche, als Alex Wesselsky seinen Rocksegen sprach. Seine Kanzel? Die Bühne des Festivalgeländes – sein Zepter? Peitschender Deutsch-Rock der erfolgreichen Münchener Band Eisbrecher. Mit ihrem Hit: „Ich sprech dich heilig“ brachten die Headliner des Rock-am-Regen-Festivals die Stimmung der rund tausend Fans auf den Höhepunkt. Wien, München, Altötting, von überall her kamen zahlreiche Rockliebhaber in die kleine Gemeinde gereist, um vor außergewöhnlicher Festivalkulisse zu Bands wie Segard, Green.Frog.Feet, lacrimas profundere und Eisbrecher ihre Mähne zu schütteln.
Neue Härte mit Eisbrecher
„Zwar war es ein Tick weniger als letztes Jahr, aber dafür war das Publikum umso besser drauf“, sagt Veranstalter Christian Lanzl und zieht erste Bilanz. Am meisten bezahlt mache sich die Auswahl der Bands. „Wir haben ein besonderes Flair, bei uns soll für jedes Alter was dabei sein“, so Lanzl. Und das schafft das Festival auch dieses Jahr. Mit dem Deutsch-Rock-Schwergewicht Eisbrecher, derzeit an der Spitze der Alternativ-Charts, landeten die Veranstalter einen lautstarken Volltreffer, der beim Publikum ins Schwarze traf: Die fünf Münchener Rocker brachten mit düsteren Klängen und schweren Gitarren die musikalische Lieblingsfarbe zurück nach Walderbach.
Neue deutsche Härte. So lautet das eigens begründete Rockgenre der Band um Frontmann Wesselsky – manchen bekannt als Ex-Moderator der D-MAX Sendung „Der Checker“. Früher hatte er dort vor laufender Kamera Gebrauchtwagen an- und verkauft, mit Eisbrecher bringt er nun einen Mix aus Industrial, Goth-Rock und einer Kofferaumladung Testosteron auf die Bühne. Das besondere Highlight: Bei Rock am Regen bekamen die Fans den einzigen Open-Air-Gig der Band in Süddeutschland zu sehen. Mit ihrem Album „Die Hölle muss warten“ touren die fünf Musiker derzeit durch Deutschland.
Zum Warm-Up gab es Power-Punk
Ihr Stil, ein Mix aus den hämmernden Drumbeats à la Nine Inch Nails und den bleischweren Gitarrenwänden des Berliner Exportschlagers Rammstein. „This is deutsch“ ist Hit und Schlachtruf der deutschen Neo-Rockbegründer. Es drängt sich der Eindruck auf, der Titel sei bereits Symbol einer heiklen Gratwanderung zwischen National-Parodie und politischem Ernst. Zu Textzeilen, wie „Fleiß ist Tugend, Wahrheit, Pflicht“, „Wir sind deutsche Roboter - Korrekt-Perfekt“ mimten die fünf Mitglieder – für den Song in bayerische Tracht gekleidet – Roboter im Gänsemarsch während Wesselsky seine Stimme ironisch pointierte.






