Cannelloni lecker gefüllt
In der Kalsinger „Weiberwirtschaft“ gibt es überwiegend traditionelle bayerische Küche mit regionalen Beilagen. Ihre Cannelloni gefüllt mit Mangold gehören in die Rubrik „fleischlos glücklich“.
So sehen sie aus: Monika Stangls Cannelloni, gefüllt mit Ricotta und Mangold. Fotos: Kienberger
KALSING. Die Geschichte der Weiberwirtschaft in Kalsing beginnt mit der Dorferneuerung. Das Wirtshaus war geschlossen worden. Ohne lange zu überlegen, kaufte Familie Stangl das alte Wirtshaus, um es neu zu errichten und dann in Eigenregie zu betreiben. Es war wie der Sprung ins kalte Wasser, denn es gab eine zwingende Vorgabe des Landratsamtes – das Wirtshaus musste an alter Stelle als ortsbildprägendes Gebäude erbaut werden. Entstanden ist ein Wirtshaus, das sich ohne Stilbruch harmonisch in das Ortsbild einfügt, und mit der neuen Wirtsstube schufen die Stangls ein Kleinod bayerischer Wirtshauskultur.
Jetzt galt es nur noch herauszufinden, wer aus der Familie das Wirtshaus betreiben soll. Diese Frage war schneller gelöst als gedacht: Feuerwehr-Vorsitzender Hans Stangl deutete auf seine Frau Monika und auf Tochter Susanne, er befand: „Dös könnt’s es Weibaleit macha.“ Die Antwort der Tochter: „Dann is’ ja a richtige Weiberwirtschaft!“ Damit war auch der Name für das Wirtshaus gefunden.
Monika Stangl, gelernte Hauswirtschafterin, hat in jungen Jahren in etlichen Gasthöfen gejobbt und kocht gerne. Wie sie schnell feststellte, ist es aber doch eine andere Sache, für viele Gäste auf hohem Niveau zu kochen. Rückblickend auf den Eröffnungstag am 16. Dezember 2001 sagt sie heute: „Es war ein seelisches und praktisches Chaos.“
Seither musste sich die Wirtin noch viel beibringen, um nach und nach das heutige Renommee der „Weiberwirtschaft“ zu erreichen. Ihr berühmter Schweinsbraten kriegt seine krosse Kruste und seine g’schmackige Soß‘ im Holzofen, worauf auch andere traditionelle bayerische Gerichte ebenfalls mit großer Sorgfalt gebraten oder geschmort werden. Außerdem kommen immer wieder Gerichte auf den Teller, die man kaum noch irgendwo bekommt, wie Kaninchen, Taube und Innereien, Kalbsleber und Kalbsherz. Das Bio-Gemüse dazu liefert der ortsansässige Michael Simml. Reh und Has‘ stammen aus umliegenden Revieren, die Forellen aus Teichen in der Nachbarschaft. Eine wichtige Rolle in Monikas Küche spielen „Erdäpfl“. Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, Kartoffelsolod, wie er auf der Karte steht, Knödln, Zwirl und mehrerlei Erdöpflmauldasch’n gehören zu ihrem Repertoire.

