Cham 05.08.2012, 19:58 Uhr

Das Volksfest wird zum Laufsteg

Die Besucher des Chamer Volksfestes präsentierten am Samstag Dirndl und Lederhosen in Hülle und Fülle. Die Kappelle Sepp Menzl spielte zünftig auf im Festzelt.

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Stilecht: Marion und Micha

Stilecht: Marion und Micha

Von Karin Suft

Sehen und gesehen werden – das gehört seit jeher zum Volksfest wie die Maß und die Musik. Seit einigen Jahren erfährt die Trachtenmode eine Renaissance. Wer hätte vor 30 Jahren noch gedacht, dass einmal fast jeder Volksfestbesucher in Tracht erscheinen würde.

Die „Nacht der Tracht“ am Samstag zeigte einmal mehr, dass Trachten „in“ sind. Ob das Dirndl von der Stange oder eines aus edelster Seide vom Spezialgeschäft spielt keine Rolle. Hübsch anzusehen waren sie alle. Stramme Burschen zeigten sich in Haferlschuhen und der „Krachledernen“. Die jungen Mädchen machten eine gute Figur in ihren kurzen, trendigen Dirndln, meist in lustigen, top aktuellen Farben, adrett und sexy. Familien mit Kindern, alle in Tracht, sowie die Bürger im „gesetzten Alter“ flanierten in Festkleidung über den Festplatz. Drinnen im Zelt heizte die Kapelle Josef Menzl richtig ein und sorgte für beste Stimmung.

Was würde beim Chamer Volksfest besser passen als der „Waldler Marsch“, mit dem Sepp Menzl den Abend eröffnete. „Wir wollen mit unseren Mitteln und unserem Programm – ohne Laser und Lightshow – den Leuten das Maximale bieten“, sagte Sepp Menzl, der in Pentling bei Regensburg daheim ist. Die Kapelle ist bekannt aus Funk und Fernsehen. Sie füllt die Gäubodenhalle und die „Wiesn“ in München gleichermaßen. Die Kapelle Menzl spielt uralte Lieder, doch irgendwie anders. Wenn Sepp Menzl die Leute auffordert: Singt alle mit, dann singen auch alle mit. Und damit es nicht an den Texten hapert, hat er sogar Texthefte verteilt. „Rehragout, Rehragout“, fordern die Fans der Kapelle. Ja, die Blaskapelle hat dieses Lied quasi zum Hit gemacht. Wunderschön Mitgrölen lässt sich natürlich auch die „Oide“. Nicht verstaubt, sondern ein Ohrwurm: „Oide, geh ziag ma de Schua aus. Oide, Oide, Oide, heut hab i an Saurausch“.

Menzl kämpft mit ehrlicher Volksmusik gegen den „Einheitsbrei“. In Cham sprang der Funke auch ohne Discokugel und Video-Leinwand über. Und schließlich endete der Abend mit der Hand auf dem Herzen – eben dem Bayernlied. Bairische und böhmische Blasmusik, gespickt mit Witz und zünftigen Melodien, so präsentierte sich die Kapelle bei ihrem ersten Auftritt in Cham. Bestimmt wird sie den Chamern noch lange in Erinnerung bleiben. (ckn)

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