Der Wallersepp und sein Geheimnis
Der Fischer Sepp Peintinger hat uns verraten, wie er es geschafft hat, heuer schon den elften Waller zu ködern und wo die Prachtexemplare stehen.
Elf Waller hat Sepp Peintinger heuer schon gefangen. Manche hoffen sicher schon darauf, dass der passionierte Angler mit dem Ehrennamen „Wallersepp“ in Pension geht. Zu früh gefreut. Denn selbst wenn, dann ist da immer noch Sohn Max, der mit seinen elf Jahren heuer schon den ersten Waller geködert hat – wenn auch nicht dieses Prachtexemplar. Das war schon wieder der Papa.
CHAM. Elf Waller hat er heuer schon an Land gezogen. Das sind mehr, als manche Angler in ihrem Leben zu Gesicht bekommen werden. Deswegen nennen sie ihn beim Fischereiverein Cham den „Wallersepp“. Wer so erfolgreich ist, der muss doch irgendein Geheimnis haben? Das haben sich bestimmt auch die fünf Fischer-Kollegen gedacht, zwischen die sich der Wallersepp kürzlich ans Regenufer gesetzt hat. Kurz darauf zuckte die Angelrute, und der geneigte Leser darf dreimal raten, wer unter den ungläubigen Blicken der versammelten Fischerfamilie ein Prachtexemplar von einem Waller an Land hievte. Richtig!
„Manche fischen – ich fische!“
Also – welches Geheimnis steckt dahinter? Der Peintinger Sepp grinst, lehnt sich in seinem Wohnzimmer auf dem Katzberg ein bisserl zurück und sagt dann: „Die einen fischen, die anderen fischen – ich fische!“ Das wollten wir genauer wissen und der Wallersepp tut uns den Gefallen.
Die wichtigsten Zutaten: absolute Ruhe, das richtige Handwerkszeug, eine Portion Glück, viel Hintergrundwissen und vor allem viel Zeit! Der Sepp sitzt noch am Ufer, wenn die anderen heimgehen. Die meisten Bisse von großen Wallern kommen weit nach Mitternacht. Da passiert es schon mal, dass man dazwischen einnickt. Spätestens der Alarm des Bissanzeigers macht aber wieder hellwach. Eingepackt wird erst bei Morgengrauen, so gegen 5 Uhr.
„Ich bin schon extrem viel unterwegs“, sagt er und schaut vorsichtig über die Schulter in Richtung seiner Frau. Die widerspricht nicht. Drei Nächte pro Woche ist der Sepp unterwegs. Dann Kaffee und ab in die Arbeit. Wer die Homepage des Fischereivereins betrachtet, merkt schnell, dass die Methode extrem erfolgreich ist. „Ich habe kaum mehr ein ruhiges Plätzchen“, erzählt der Sepp. Irgendein Kollege setzt sich immer in seine Nähe – es könnte ja sein...
Das stört den Sepp aber nicht, sagt er. Weil er nette Kollegen im Fischereiverein hat. Nur eine Bedingung müssen sie erfüllen. Sie müssen sich stillhalten können. Sonst fängt auch ein Wallersepp nichts. Die Welse sind Raubfische und haben entsprechend geschärfte Sinne. Sie sind absolut empfindlich gegen das Schlagen von Autotüren oder den Strahl einer Kopflampe.





