Cham 22.02.2012, 18:33 Uhr

Fettabsaugung statt Silikonimplantat

Seit Bekanntwerden des Silikonskandals sinkt in Cham die Nachfrage nach Brustvergrößerungen weiter.


        Seit mehr als fünf Jahren führt Dr. Barnabás Rédey in Cham Brustvergrößerungen durch.

Seit mehr als fünf Jahren führt Dr. Barnabás Rédey in Cham Brustvergrößerungen durch.

Cham. Drei Stunden hat die Operation gedauert, die Dr. Barnabás Rédey gerade hinter sich hat. In der Privatklinik von Dr. Magda Rau in Janahof hat er einer Frau an Doppelkinn und Bauch Fett abgesaugt. Eine Stunde habe die Vorbereitung auf den Eingriff in Anspruch genommen, zwei Stunden das Absaugen bei örtlicher Betäubung. Erst sei die Patientin recht nervös gewesen, erzählt der Arzt. Mit der Zeit habe sich das aber gelegt.

Die meisten Eingriffe, die Rédey in Cham derzeit vornimmt, seien Fettabsaugungen – häufig bei Frauen, immer mehr aber auch bei Männern. Der Arzt, der viele Fortbildungen in ästhetischer Chirurgie absolvierte, hat eine Praxis in Augsburg und arbeitet tageweise bei Dr. Rau, je nachdem, wie groß die Nachfrage nach Schönheitsoperationen in der Kreisstadt gerade ist.

Vor etwa fünf Jahren hat er angefangen, den Frauen im Landkreis ihre Wünsche nach einer größeren Oberweite und strafferer Haut zu erfüllen. Damals sei er noch etwa einmal pro Woche nach Cham gekommen, erzählt Rédey. Das habe sich jedoch geändert. Seit einigen Monaten operiere er nur noch alle drei Wochen in der Gegend. Das liege unter anderem am Winter, in dem die Nachfrage nach Schönheitsoperationen generell niedriger sei. Daneben spielten finanzielle Gründe eine Rolle, meint der Chirurg. Schon länger sei spürbar, dass die Leute nicht mehr so viel Geld in der Tasche haben wie noch vor einigen Jahren. Und jetzt sei auch noch der Silikonskandal dazugekommen, der die Frauen verunsichert. „Ich bin mir sicher, dass die Nachfrage nach Brustvergrößerungen deshalb abnimmt“, sagt Rédey.

Der Arzt selbst hat bei seinen Operationen nie Silikonkissen der Firma PIP verwendet, versichert er. Das könnten seine Patientinnen in ihrem Implantat-Ausweis nachlesen. Trotzdem hätten nach Bekanntwerden des Skandals einige besorgte Frauen bei ihm angerufen, um sicher zu gehen.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo