Cham 20.07.2012, 18:15 Uhr

Großes Affentheater in Nanzing

Ein Autofahrerin meldete ein Berberaffen-Weibchen mit Jungtier, das auf einem Baum neben einem Bushäuschen saß. Seither beschäftigt das Tier die Polizei.

erstes Bild Bild zurück
Bild 1 von 3
Bild weiter letzes Bild
Die Affenmutter mit ihrem Baby sitzt auf einem Schuppendach im Garten ihrer Besitzerfamilie in Nanzing und futtert genüsslich Bananen. Seitdem sie alle sehen wollen, macht sie sich aber rar.

Die Affenmutter mit ihrem Baby sitzt auf einem Schuppendach im Garten ihrer Besitzerfamilie in Nanzing und futtert genüsslich Bananen. Seitdem sie alle sehen wollen, macht sie sich aber rar.

Von Johannes Schiedermeier, MZ

CHAM/NANZING. Wenn einer einen Affen hat, dann sieht er mitunter komische Dinge. Doch die Frau am Steuer war nicht betrunken und der Affe war echt. Er saß in Nanzing auf einem Baum neben dem hölzernen Bushäuschen und wartete auf den Schulbus. Ehrlich!

Trotz der angeblichen nahen Verwandtschaft hatte die Frau entweder Verständigungsschwierigkeiten oder sie hat es dem Affen einfach nicht abgenommen. Deswegen rief sie die Rodinger Polizei. Denn bei genauerem Hinsehen sah sie sogar zwei Affen. Die Mutter trug ein Junges mit sich.

Die Streife kam, sah und glaubte. Zwei Affen, mitten in Nanzing. Doch die Sache ließ sich leicht klären. Die Tiere gehören einer Familie mit Bauernhof. Wer dort an den Zaun kommt, der findet zwar keine Klingel, dafür direkt im Hof aber einen wachsamen Schäferhund, eine hochschwangere Beagle-Dame, sechs junge Kätzchen und zwei Ponys.

Ganz großes Affenkino

Die Familie, die dort wohnt, will ihren Namen nicht mehr genannt haben. Denn die Autofahrerin hat das mit ihrem Anruf zwar gut gemeint, aber sicher nicht geahnt, was dann passieren sollte. Ein Kurzbericht der Polizei über das Affentheater in Nanzing, brachte kurz darauf ganz großes Affenkino: Der Rundfunk war Zaungast, das Fernsehen wird erwartet.

Aus dem Einfangen wurde nichts. Polizei-Chef Arthur Stelzer musste einräumen, dass die Ausbildung der Beamten nicht das Einfangen von Affen auf Bäumen beinhaltet. Der Rodinger Polizei-Chef, in dessen Zuständigkeit die Affen fallen, sieht die Angelegenheit gelassen. „Die Tiere sind ungefährlich und der Halter braucht dafür auch keine Genehmigung. Berberaffen unterliegen nicht dem Artenschutz.“ Die beiden Tiere seien zutraulich und harmlos. Nach Auskunft der Nachbarn sind sie öfter auch in deren Gärten unterwegs. Da wird dann schon mal das Obst geplündert. Nur den grünen Salat verschmäht die Affenmutter zum Glück. Sie wurde auch schon bei einem Betriebsausflug mit Hund beobachtet.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo