Cham 26.08.2012, 18:47 Uhr

Licht am Ende des Tunnels für Furth

Der Deschlbergtunnel in Furth im Wald entlastet die Ortsdurchfahrt von Lastwagen, die von Cham in Richtung Grenze rollen. Ein imposantes Bauwerk.

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Die Arbeiter gruben sich über zwei Jahre in maximal 45 Metern Tiefe unter dem Deschlberg von Ost nach West vorwärts. Fotos: Altmann (1), Archiv (2)

Die Arbeiter gruben sich über zwei Jahre in maximal 45 Metern Tiefe unter dem Deschlberg von Ost nach West vorwärts. Fotos: Altmann (1), Archiv (2)

Von Dominik Altmann, Mz

Furth im Wald. Knapp ein Jahr nach dem Tunnelanschlag hatten es die Mineure im Frühjahr 2012 geschafft – in rund 40 Metern Tiefe hatten sie eine über 700 Meter lange Röhre durch den Gneis des Deschlbergs getrieben. Damit wurde in Furth im Wald (Landkreis Cham) die entscheidende Lösung für die Ortsumgehung gefunden.

Zwei Jahre und drei Monate wühlen sich die Arbeiter durch den Hügel bei Grasmannsdorf. Der stand einer direkten Durchfahrt von West nach Ost im Wege. Der Tunnel als „das zentrale Bauwerk der Südumfahrung Furth im Wald“, wie er von Josef Kreitinger vom Staatlichen Bauamt Regensburg genannt wird, ist seit dem 19. März für den Verkehr freigegeben.

Die Bundesstraße 20 hatte bis zur Freigabe des Tunnels mitten durch das Herz der Stadt geführt – eine enorme Belastung für die Anwohner. Die B20 gilt als Verkehrsweg mit überregionaler Bedeutung, stellt sie doch die direkte Verbindung in die Tschechische Republik dar.

Verkehrsbelastung vervierfacht sich

Die Verkehrsdichte ist in den vergangenen Jahrzehnten – besonders seit der Grenzöffnung – dramatisch gestiegen. Einer Prognose des Straßenbauamts Regensburg zufolge werden 2020 rund 13800 Fahrzeuge pro Tag über die B20 rollen. Bei einer Zählung im Jahr 2005 waren es 12952 Fahrzeuge, die sich durch die Straßen Furths quetschten. Das Nadelöhr Bayplatz mit der engen S-Kurve war größtes Hindernis. Lastwagen, die sich in Millimeterarbeit aneinander vorbeischoben, gehörten zum Alltag.

„Die Anfänge der Planung einer Ortsumgehung von Furth im Wald reichen bis in die 1960er Jahre zurück“, sagt Baudirektor Kreitinger. Die schwierige Situation in der Ortsdurchfahrt von Furth in Verbindung mit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen seien der ausschlaggebende Punkt für die Planungen gewesen.

Der Deschlbergtunnel ersetzt die einzige Durchgangsstraße von Cham nach Eschlkam. Die Fahrzeuge, die dorthin wollen, fahren über die Querspange und damit an der Grenzstadt vorbei. Laster, die zum Grenzübergang Schafberg fahren, müssen noch durch Furth – auch das wird sich ändern, wenn die Troglage, das zweite Tunnelbauwerk der Südumgehung, in der Eschlkamer Straße fertig ist.

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