Ein unvergesslicher Moment für Dr. Franz Babl: das Treffen mit der Queen
Waldmünchen. Das 60-jährige Thronjubiläum der Queen Elizabeth von England ist allen Royal-Fans noch vor Augen. Der gebürtige Waldmünchner Franz Babl hatte das Glück, der Dame persönlich begegnen zu dürfen. Ihm wurde die Ehre zuteil, ihrer Majestät die Hand zu reichen und sogar ein kleines Gespräch mit ihr zu führen.
Franz Babl zog es vom Bayerwald in die weite Welt hinaus. Sesshaft geworden ist er in Australien, seiner neuen Heimat. Der Enkelsohn des „Frei Malers“ aus der Schulstraße legte im Jahr 1982 sein Abitur am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham ab, studierte anschließend Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Universität Glasgow in Schottland. Nach seiner Zeit als Assistenzarzt in England, nutzte er die Chance, die ihm angeboten wurde und ging in die USA nach Boston.
Dort arbeitete er etliche Jahre in einem Krankenhaus und bildete sich weiter. Sein Spezialgebiet wurde die Kinderheilkunde und die Notfallmedizin. In Amerika lernte er seine Frau Greta kennen, eine gebürtige Australierin, mit der er nach zwölf Jahren von den USA in ihr Heimatland zog.
Chefarzt im Kinderkrankenhaus
Heute ist Dr. Franz Babl Chefarzt am Royal Children’s Hospital, dem größten Kinderkrankenhaus Australiens, in Melbourne, Professor an der Universität Melbourne und Leiter der Abteilung für Kindernotfallforschung. Dies bescherte ihm die Ehre, der Queen zu begegnen und mit ihr ein kurzes Gespräch zu führen dürfen.
Der Grund des Besuchs der Queen in dem neuen Kinderkrankenhaus in Melbourne: Die First Lady von England ist gleichzeitig auch Staatsoberhaupt von Australien. Das war früher eine Kolonie Englands und dann Teil der Commonwealth Staaten, der Nachfolgeorganisation des Britischen Empires. Australien ist zwar unabhängig, die Queen übernimmt jedoch immer noch eine repräsentative Rolle im Land. So kam es, dass sie als junge Königin vor 48 Jahren das damalige Krankenhaus eingeweiht hat.
Deutscher und australischer Staatsbürger: Dr. Franz Babl
Dieses Hospital war in die Jahre gekommen und nicht mehr auf dem modernsten Stand. Deshalb entschied man sich für den Bau einer neuen, modernen, den heutigen medizinischen Anforderungen gerechten Klinik. Hier fand Professor Dr. Franz Babl eine Anstellung. Bei ihrem Australienbesuch im vergangenen Jahr ließ es sich die Monarchin deshalb nicht nehmen, auch dieses neue Krankenhaus einzuweihen.
Dr. Franz Babl wurde zusammen mit einer kleinen Patientin und deren Eltern der Queen vorgestellt. Die Queen erkundigte sich nach dem Wohlbefinden des Mädchens, das einen Reitunfall erlitten hatte. Da die Queen auch Pferdeliebhaberin ist, interessierte sie das Schicksal des kleinen Mädchen besonders.
Strenge Verhaltensregeln
Der Königin von England vorgestellt zu werden, ist jedoch nicht allzu einfach. Für diesen außergewöhnlichen Moment wurden Instruktionen an das Personal ausgegeben, wie man sich der Queen gegenüber zu verhalten hat. Es wurde erklärt, was gesagt werden darf, wie man sich zu kleiden hat und auch wie man sich vor der Queen verneigt (Mann) oder knickst (Frau) und ihre Hand richtig schüttelt, falls sie angeboten wird.
Die Einstellung der Australier zur Königin ist zwiespaltig. Einerseits ist Australien eine Demokratie die ganz gut ohne ein königliches Staatsoberhaupt auskommen kann, das 16000 Kilometer entfernt lebt. Und Australien versucht auch alle zehn Jahre eine Republik einzuführen, was jedoch immer knapp daran scheitert, dass sich die Politiker nicht auf ein Alternativmodell einigen können. Andererseits hat die Königin einen ausgezeichneten Ruf als Repräsentantin des Landes, sie macht ihren Job gut und hält sich aus der Politik heraus.
Wenn man die letzten deutschen Bundespräsidenten mit Queen Elisabeth vergleicht, kommt die englische Monarchin sehr gut weg. Sie ist eine sehr agile, ältere Dame, die noch wirklich fit ist, meinte Dr. Franz Babl.
Im Herzen ein Bayer geblieben
Faszinierend am Weltbürger Franz Babl ist, dass er noch immer bayerisch spricht, als wäre er nie fort gewesen. Er meint zwar, bei einem Heimaturlaub seien ein, zwei Tage zum wieder Eingewöhnen immer nötig, und im Hochdeutschen mache er ein paar Fehler, aber das merkt man nicht.
Zu seinem beruflichen Erfolg in der weiten Welt befragt, meint er ganz bescheiden, weder in den USA noch in Australien gebe es festgefahrenen Hierarchien. Nur die erbrachte Leistung führt zum Erfolg, egal welche Herkunft man ist. Und die Bayern genießen einen sehr guten Ruf da draußen in der weiten Welt, meint er schmunzelnd.(wur)