Cham 24.02.2012, 18:46 Uhr

Wenn der Modeladen zur Wechselstube wird

Ulla Mayer hilft Autofahrern aus der Patsche, die mit großen Scheinen aus dem Parkhaus auf der Schanze zu ihr kommen.


        Ladeninhaberin Ulla Mayer hilft gern und wird das weiterhin machen dürfen. Denn einen neuen Kassenautomaten, der auch 50-Euro-Scheine nimmt, wird es so schnell nicht geben am Parkhaus auf der Schanze.

Ladeninhaberin Ulla Mayer hilft gern und wird das weiterhin machen dürfen. Denn einen neuen Kassenautomaten, der auch 50-Euro-Scheine nimmt, wird es so schnell nicht geben am Parkhaus auf der Schanze.

Von Evi Paleczek

Cham. Ulla Mayer sieht es den Leuten schon an, die in ihr Geschäft kommen – ob sie im Anziehladen einkaufen wollen oder gleich einen 50-Euro-Schein aus dem Geldbeutel ziehen, der gewechselt werden soll. Am Kassenautomaten im „Parkhaus auf der Schanze“ gegenüber können die Leute nämlich nur mit Münzen sowie Fünf-, Zehn- und 20-Euro-Scheinen bezahlen. Befinden sich die nicht in der Börse, führt der Weg oft in den Laden von Ulla Mayer.

Die Inhaberin schenkt den Parkenden dann meist die 50 Cent oder den Euro, den sie brauchen. „Wenn ich jedes Mal Kleingeld hergebe, ist meine Kasse bald leer“, begründet sie diese Vorgehensweise. Die Leute machen dann meist verdutzte Gesichter, freuen sich und bringen in den nächsten Tagen das Geld oder Pralinen zum Dank vorbei. Deshalb stört es Mayer auch nicht, dass ihr Laden immer wieder mal zur Wechselstube für das Parkhaus umfunktioniert wird. „Da ich begeisterter Schokoladenesser bin, sind das die Geschäfte meines Lebens“, sagt sie schmunzelnd.

Die Ladeninhaberin hilft also gern und wird das auch weiterhin machen dürfen. Denn einen neuen Kassenautomaten, der auch 50-Euro-Scheine nimmt, wird es so schnell nicht geben am „Parkhaus auf der Schanze“. Erst letztes Jahr sei eine neue Parkscheinanlage installiert worden, sagt Werner Loders, Mitarbeiter bei den Stadtwerken. Dazu zählten Parkschein- und Kassenautomaten sowie die Schranken.

Die Geräte müssten zusammenpassen und stammten alle von der Firma Designa, bei deren Kassenautomaten keine Scheinrückgabe möglich ist. „Und das Restgeld von 50 Euro in Münzen ausbezahlt zu bekommen, macht ja auch keinen Sinn“, meint Loders. Beschwerden von Parkenden, die weder Kleingeld noch Fünf-, Zehn- oder 20-Euro-Scheine in der Tasche haben, seien ihm aber auch keine bekannt. So oft könne es also nicht zu Problemen kommen im Parkhaus. Ein Mitarbeiter sei zudem montags bis donnerstags tagsüber sowie am Freitagvormittag anwesend und wechsle den Leuten bei Bedarf. Daneben gebe es bei Problemen die rund um die Uhr bestehende Möglichkeit eines Notrufs in die Zentrale.

 

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